Beiträge von Flenzburg

    Nach dem erwartbaren Rückgang des Ölpreises kann man wieder einsammeln......ich würde hier dann TPL nehmen und Equinor zurückkaufen.

    Ich habe dahingehend noch nichts entschieden und warte einfach ab. (Trotz einiger Verkäufe bilden Öl-Aktien noch immer den Schwerpunkt meines Depots. Da ich davon ausgehe, dass der Ölpreis dauerhaft auf höherem Niveau als noch vor ein paar Monaten bleiben und mittel- bis langfristig weitersteigen wird, werde ich investiert bleiben, auch wegen der hohen Dividenden. Bei starken Schwankungen nach unten werde ich evtl. noch Equinor und/oder Canadian Natural Resources ins Depot nehmen.)


    Was den Krieg in Nahost betrifft: Es ist doch deutlich erkennbar, dass es für die USA alles andere als gut läuft. Nahezu grotesk ist, dass nun seitens des Westens von einem Waffenstillstand schwabuliert bzw. ein solcher erhofft wird. Das finde ich schon richtig albern, denn die Erfahrung zeigt, dass ein Aggressor einen Waffenstillstand gern dafür nutzt, sich neu zu formieren und zu stärken, um später erneut anzugreifen. Genau davon kann und muss der Iran auch ausgehen. ... Also, wenn ich angegriffen würde und dann plötzlich in der stärkeren Position wäre, würde ich versuchen, den Sack zuzumachen. Allerdings bin ich kein Militärstratege - es sind natürlich noch viele andere Dinge zu beachten (als Beispiel seien - aus Sicht des Iran - nur die eigenen Verluste und Kosten genannt), aber nach dieser "Nummer" (Angriff während laufender Verhandlungen, Ermordung des geistlichen Führers/"Papstes", Ermordung von 160 Mädchen in einer Schule und als "Nachschlag" die Tötung von Angehörigen und Helfern dort, die Bombardierung ziviler Infrastruktur usw.) kann der Iran nur noch konsequent sein und die USA nicht einfach so laufenlassen. Das ist jedenfalls meine Sicht auf diese Angelegenheit.

    valueman

    Von TPL habe ich mich gedanklich bereits verabschiedet. Ich finde das Geschäftsmodell zwar interessant und vielversprechend, aber ich kann das Umsatz-/Gewinn-Wachstum rein gar nicht einschätzen. Und da man ja nicht alles kaufen kann, sondern eine Auswahl treffen muss, ist TPL bei mir "durchgefallen". (Wenn ich TPL kaufen wollte, dann hätte ich keine fixe Marke vor Augen, sondern würde einfach einen kräftigen Kursrutsch abwarten. Den hatten wir ja nun, und vermutlich hätte ich gestern oder heute die erste von zwei Tranchen ins Depot genommen.)


    Zum Nahost-Krieg: Man kann ja mit Händen greifen, dass Trump nach einem Ausgang sucht. Nicht vergessen sollte man auch, dass der Iran BRICS-Mitglied ist und im Januar letzten Jahres eine strategische Partnerschaft mit Russland eingegangen ist, die auch eine militärische Kooperation beinhaltet. Ich finde die Besonnenheit, mit der Putin und Xi agieren, höchst beeindruckend. Auch habe ich den Eindruck, dass Russland und China - im Gegensatz zu den USA und der NATO - grundsätzlich eher an einer Deeskalation interessiert sind. Auch gehe ich davon aus, dass der US-Angriff für den Iran alles andere als überraschend war - und dass die Abwehrstrategien u.a. mit russischer Unterstützung vorab erarbeitet wurden. Meine Einschätzung insgesamt: Der Iran wird seine Interessen i.w. durchsetzen, und der Krieg wird nicht eskalieren. Allerdings möchten die USA ihr Gesicht nicht verlieren - also wird sich das alles noch eine Weile hinziehen. In der Zeit wird der Ölpreis schwanken, aber ich denke, dass zumindest der Großteil der kriegsbedingten Aufwärtsbewegung hinter uns liegt. Deshalb habe ich ja auch in den vergangenen Wochen bereits einige Öl-Aktien verkauft. (Ich gehe aber auch davon aus, dass der Ölpreis im Rahmen von Entspannungs-Zeichen/Kriegsende nicht wieder auf das Niveau von vor dem Krieg sinkt. Daher werde ich bei einem deutlichen Ölpreis-Rückgang wieder Öl-Aktien zukaufen. Der Krieg wird nicht ewig dauern.)

    Hallo valueman,


    gestern herrschte bei mir "Land unter", und ich bin einfach nicht dazu gekommen, eine Antwort zu schreiben.


    Auch ich fahre mein Depot seit geraumer Zeit tendenziell defensiver und mit weniger Risiko. Ich bin eben auch älter geworden und möchte den Stress nicht mehr. Die Erfahrungen, dass man mit mehr Geduld bei gleichzeitig vorsichtigerem Anlegen weiter kommt als mit riskanten Investments, kommen natürlich hinzu.


    Allerdings ist die Börse auch mein Hobby. Ich "wühle" gern rum, lese viel und schauen nach Anregungen. Dementsprechend besteht halt ca. ein Viertel des Depots aus etwas riskanteren Aktien, wozu ich auch Nebius mit seinem starken Wachstum zähle. Auf diese Weise passiert im Depot doch ab und zu mal etwas, und das hilft mir auch dabei, mich nicht um Langfrist-Investments zu kümmern und diese einfach durchzuziehen. So ist das eben bei einem Hobby: Man muss manchmal aktiv werden; ansonsten ist es zu langweilig.


    In den vergangenen Monaten ist es tatsächlich ungewöhnlich gut gelaufen. Zunächst ist der Schwerpunkt EM-Aktien sehr gut gelaufen, und das schrittweise Umschichten von EM-Aktien in Öl-Aktien hat sich viel schneller als erwartet als richtig erwiesen. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt: Ich bin davon überzeugt, dass der Krieg in Nahost lediglich der Auslöser für steigende Ölpreise war - ansonsten wäre der Anstieg später erfolgt.


    Dass es so gut gelaufen ist, ist sicherlich auch den langjährigen Erfahrungen geschuldet. Die vielen Jahre Börse waren durch zahlreiche Rückschläge und Fehler gekennzeichnet, und der Irrtum war mein ständiger Begleiter. Das lehrt Demut. Wer da behauptet, er habe immer oder fast immer alles richtig gemacht, ist ein Lügner. Mein Glück und Erfolgsrezept war und ist einfach, dass die groben Weichenstellungen sich als klug erwiesen haben, und diese Weichenstellungen sind einzig und allein meinen eigenen Überlegungen geschuldet. Ich war auf diese Weise immer wieder antizyklisch unterwegs. (Schnell habe ich festgestellt, dass Börsenbriefe nicht viel bringen, da man mit ihnen quasi automatisch prozyklisch unterwegs ist. Anscheinend haben wir beide ähnliche Erfahrungen gemacht - Stichwort "Börsenschreiberlinge".)


    Ansonsten: Ich könnte alles unterschreiben, was Du da geschrieben hast. Überhaupt: Physisches Gold. Allein die Steuerfreiheit nach einem Jahr Haltedauer macht bereits sehr viel aus.


    Und zu den möglichen Gewinnen mit Explorern, Developern und Minenaktien insgesamt: Die o.g. jahrelangen Erfahrungen haben mich zum Aussteigen bewegt. Nach einer so starken Aufwärtsbewegung kommt praktisch immer eine entgegengesetzte Entwicklung, deren Ursache man, wie immer, erst nachträglich sehen kann. Man muss einfach immer mal wieder "Steine" vom Spieltisch nehmen. (Das hatte mich auch zum Ausstieg aus Equinor bewogen, und entgegen meiner ursprünglichen Absicht habe ich gestern doch noch zwei andere Öl-Aktien im Bestand deutlich reduziert, darunter Petrobras. Das ist ein bisschen schade, da ich die Aktie als Dividenden-Vehikel gekauft hatte. Wenn man sich aber mal den Langfrist-Chart und die starken Schwankungen anschaut, dann ist es nicht verkehrt, innerhalb der jetzigen brutalen Aufwärtsbewegung mal wieder ein wenig den Rückwärtsgang einzulegen. Trotzdem sind Öl-Aktien noch immer der Schwerpunkt im Depot.)


    Schön ist, dass ich nun eine hohen Cash-Anteil habe. Ich habe nämlich durchaus den Verdacht, dass die Börsen erst jetzt realisieren, dass der Nahost-Krieg deutlich länger als erwartet dauern dürfte. Es kann also gut sein, dass die kommenden weltwirtschaftlichen Probleme bei den Aktienindizes noch deutlich Spuren hinterlassen werden. Mit einem schönen Cash-Anteil kann man gut von der Seitenlinie aus zuschauen.


    Auch ich habe TPL nicht gekauft, weil sie schon zu hoch steht. Aber ich bin auch vorsichtig, da ich das Geschäftsmodell zwar interessant finde, aber die konkreten Erfolgschancen mir persönlich zu undurchsichtig erscheinen. Von daher fällt die Aktie bei mir ohnehin durchs Raster.


    Gewinnsicherungsstopps bei den Ölaktien sind sehr vernünftig, denn nach so einem starken Anstieg liegen Rückschläge ja beinahe schon in der Luft. Insbesondere bei Petrobras habe ich aber bereits jetzt einen Teilverkauf vorgenommen, weil die Umsätze mit den Originalaktien in Deutschland nicht besonders hoch sind. Mit einer etwas größeren Verkaufsorder kann man leicht den Kurs nach unten ziehen. Da ist es besser, bei guter Stimmung Verkäufe vorzunehmen.


    Zum Silberkauf: Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das einmal als Fehler herausstellen wird.


    Ich habe übrigens gestern eine erste Tranche Hims&Hers (Telemedizin, WKN A2QMYY) gekauft. Das Unternehmen hat bereits eine siebenstellige Kundenanzahl und expandiert aggressiv. In den vergangenen 52 Wochen lag das Hoch bei 70 USD. Gestern standen sie bei 22 USD. Der Grund: Das Geschäftsmodell wird angezweifelt, und alles, was mit Technologie zu tun hat, hatte es in den vergangenen Monaten ohnehin schwer. Hinzu kamen Patenstreitigkeiten mit dem Pharmakonzern Novo Nordisk. Es ging um das erfolgreiche Gewichtsreduktionsmedikament ("Abnehmspritze"). Hims&Hers hatte eine Konkurrenzprodukt "zusammengebastelt". Die Kursentwicklung der vergangenen Wochen war sehr interessant: Der Kurs stieg wegen sehr guter Quartalszahlen stark an, brach aber wegen der Skepsis hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung wieder zusammen. Es wurde die Übernahme des australischen Konkurrenten Eucalyptus verkündet: Der Kurs stieg stark an, brach aber wieder zusammen. Und vor einigen Tagen kam dann diese Nachricht: Die Patentstreitigkeiten mit Novo Nordisk sind erledigt - Hims&Hers kooperiert nun mit Novo Nordisk und vertreibt deren Original-Präparat. Das finde ich genial. Das Management von Hims&Hers ist nicht untätig und scheint fähig zu sein. Ist das bereits ein Meilenstein? Geraten nun andere Pharma-Konzerne unter Zugzwang, ebenfalls Hims&Hers und sein Geschäftsmodell anzuerkennen und mit der Firma zu kooperieren? Wer weiß: Vielleicht wird die Firma die nächste Starbucks. Ich kann mir vorstellen, dass die Sache ähnlich wie mit einer Hausbank verläuft: Erst hat ein junger Mensch ein Girokonto - und wenn es dann später um Kredite und Geldanlagen geht, dann besteht bereits der Kontakt zu dieser Bank, die dann auch gute Chancen hat, diese Angelegenheiten zu übernehmen. Vielleicht läuft es ja bei Hims&Hers mit seinem Abo-Modell ähnlich. Berührungsängste mit dem Thema Telemedizin habe ich nicht, denn die jungen Leute sind es ja gewohnt, enorm viele Dinge online zu erledigen.


    Das wars erstmal. Ich wünsche ein schönes Wochenende!

    skeptisch4ever

    Deine Ausführungen zum Ölpreis: Genau solche Gedanken hatte ich mir auch gemacht. Es sieht so aus, als würde der Ölpreis immer wieder mal (im Abstand von mehreren Jahrzehnten) auf eine ganz andere Ebene gehoben, auf der er dann - unter starken Schwankungen - für Jahre und Jahrzehnte verharrt. Das würde auch mit meinen Überlegungen zum Gold-Öl-Verhältnis von 15 bis 20 korrespondieren, was bei einem Goldpreis von 5.000 USD dann einem Ölpreis von 250 bis 333 USD entsprechen würde.


    Dann würden natürlich wieder alle jammern (Benzinpreise, Konjunktur usw.). Aber es liegt halt nicht in der Verantwortung der Rohstoffe, wenn Gesellschaften bzw. Politik ihre Währungen vor die Wand fahren, sei es durch einen völlig überzogenen Wohlfahrtsstaat, Klientelpolitik, Gelddruckerei, Schuldenorgien etc., wobei das alles natürlich ineinander übergeht. (Und steigende Preise sind ja meistens nichts anderes als ein Ausdruck des Kaufkraftverlustes.)


    valueman


    Von mir gibt es immer mal wieder längere Texte zu lesen. Ich möchte gern einfach meine Überlegungen mitteilen und hoffe auf einen detaillierten Gedankenaustausch. (Oft kommt es auf Details an, die man schnell übersehen kann. Solche Details bieten immer wieder mal tiefere Einsichten und Anlass, unter einem ganz anderen Blickwinkel auf ein Investment zu schauen.)


    WPM ist eine der wenigen in meinem Depot verbliebenen Edelmetallaktien. Ich denke, ich würde bei einem Neueinstieg auch WPM ggü. FNV und RGLD den Vorzug geben. Man kann diese Royalty-Firmen wohl als Kompromiss zwischen physischem Metall und Aktie betrachten. Ich fühle mich da wunderbar aufgehoben, da ich auf diese Weise einerseits weiterhin mit Goldaktien dabei bin, aber mir keine Sorgen wegen der von mir erwarteten Steigerung der Produktionskosten machen muss. (Zijin dürfte i.O. sein. Damit habe ich mich aber nicht intensiv beschäftigt.)


    Und nochmal zum Öl: Ich hatte hier zulasten der Liquiditätsreserven etwas über die Stränge geschlagen und einfach zu viele Öl-Positionen im Depot. Deshalb musste ich aktiv werden. Öl-Konzerne sind aber trotz des Equinor-Verkaufs noch stark im Depot vertreten, allen voran Petrobras.


    Nebius und Tech-Aktien: Ich denke einfach, dass dieser Technologie-Zyklus (Digitalisierung usw.) noch lange nicht am Ende ist. Nun ist also "KI" das nächste Zugpferd. Ich sehe das mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge.


    Das lachende Auge: Man denke daran, dass im Mittelalter ca. 90% der Menschen in der Landwirtschaft tätig waren. Man stelle sich vor, das wäre noch heute so: Dann gäbe es niemanden in der Automobilindustrie, in der Elektrizitätsversorgung usw., und der Lebensstandard wäre entsprechend niedrig. Wenn man es schafft, die durch KI überflüssig gewordenen Beschäftigten anderweitig "schaffen" zu lassen, dann kann der Lebensstandard nochmal einen gewaltigen Schub erleben, evtl. vergleichbar mit der Entwicklung vom Mittelalter bis heute. (Das alles ist natürlich nur möglich, wenn nicht irgendwelche Lobbyisten, Politiker u.a. dazwischenfunken.)


    Das weinende Auge: Die o.g. positiven Aspekte sind graue Theorie. Die Realität wird für unsere Gesellschaften starke "Verwerfungen", teilweise Katastrophen, mit sich bringen - einfach, weil das alles so verdammt schnell geht.


    Ich habe mit der Branche zu tun. Am vergangenen WE habe ich noch mit jemandem telefoniert, der in die USA ausgewandert ist und dort Karriere gemacht hat. Er hat bis vor kurzem meine Ansichten zur KI und zur Arbeit von Informatikern und Ingenieuren i.w. geteilt, nämlich in etwa so: "Es kommt auf die Präzision an, und wenn die KI z.B. das Programmieren übernimmt, dann muss die KI zunächst ganz gezielt mit Informationen gefüttert werden - und dann besteht die Arbeit der Informatiker und Ingenieure eben aus dem Füttern der KI, was dann einfach bedeutet, dass sich das Berufsbild wandelt". Mein Bekannter sieht das nun, nachdem er mit einigen arbeitslosen Kollegen gesprochen hat, nicht mehr so. Er sagt, dass Ingenieure (gute Leute, wohlgemerkt) hundertfach Bewerbungen schreiben, aber trotzdem nichts mehr finden. Der Hintergrund: Die KI beginnt, Kreativität zu entwickeln - das ändert alles und wirft bisherige Überlegungen über Bord. Ich kann seine Argumente nachvollziehen und bin auch dabei, jetzt anders über KI zu denken.


    Wir gehen anscheinend diesen Weg: Rechenleistung ist das neue Gold, und wer noch viele Ingenieure beschäftigt, ist zu teuer. Und Rechenleistung bedeutet: Zugang zu modernen Chips und zu Energieversorgung.


    Ich schreibe an dieser Stelle (auch als Erinnerung für mich - zum Nachlesen in ein paar Jahren) nochmal auf, was mich für Nebius positiv stimmt.

    1. Als eine der wenigen Firmen Zugang zu den neuesten Nvidia-Chips

    2. "Ritterschläge" durch Großkonzerne (Nvidia, Microsoft, Meta)

    3. Verwässerung des Aktienkapitals hält sich in Grenzen, da Kunden Vorauszahlungen leisten

    4. M.E. der wichtigste Punkt: Neben der Rechenleistung wird auch Software angeboten, so dass Kunden "alles aus einer Hand" bekommen können

    5. Nebius hat russischen Hintergrund. (Ich hatte bereits mit Auswanderern aus der Sowjetunion zu tun. Mein Eindruck: Die müssen eine sehr gute Ausbildung genossen haben, denn sie verfügten über fundiertes Hintergrundwissen - sie gehörten zu den Besten.)


    Mein zweiter Tech-Favorit ist übrigens AMD. Dr. Lisa Su ist nicht nur CEO, sondern auch Vorsitzende des Board of Directors. Das ist eher ungewöhnlich und scheint der Firma eine enorme Flexibilität zu verleihen. Immerhin hat sie es geschafft, aus einem Pleite-Kandidatin eine florierende Firma zu machen, die Intel den Rang abgelaufen hat. Ich denke, das kann man so sagen; im Jahr 2000 wäre das wohl undenkbar gewesen. Die Dame ist übrigens mit dem Nvidia-Chef verwandt. Nun ja, und AMD ist Nvidia-Konkurrent. Der KI-Markt dürfte für beide Konzerne genug Futter bieten. (Den Einstieg von Nvidia bei Nebius kann man auch unter dem Aspekt betrachten, dass Nvidia sich damit zukünftige Nachfrage nach seinen Chips sichert - auch wenn diese Überlegung zum jetzigen Zeitpunkt weit hergeholt wirkt.)


    Ich persönlich habe für meine beiden Tech-Favoriten so hohe Kursziele, dass ich sie hier lieber nicht schreibe.


    Du triffst immer wieder eine gute Auswahl, valueman. Das beobachte ich seit Jahren. WPM und Equinor sind da nur Beispiele. Hoffen wir beide mal, dass man das ("gute Auswahl") auch in den Jahren 2030 und 2035 rückblickend bzgl. Nebius (und bitte auch bzgl. AMD) sagen kann.

    skeptisch4ever


    Du schriebst am Freitag: "bin aktuell auf der Suche nach Öl- (und Gas-/LNG-?)Aktien, die NOCH billig sind …".


    Meine Gedanken dazu: Das ist die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, da "der Markt" nur selten etwas übersieht. (Und wenn etwas "noch billig" ist, dann kann leicht etwas faul sein, so dass Vorsicht angesagt ist.)


    Rastelly


    Auch ich kann zu BlueNord nichts beitragen.


    valueman


    Ich schrieb am 19. Februar, also vor vier Wochen, dass ich mich - mit Ausnahme der großen Royalties - von sämtlichen Gold- und Silberaktien getrennt habe. Einer der Gründe war meine Erwartung steigender Förderkosten, worauf es ja nun anscheinend (man schaue auf den Ölpreis) auch hinausläuft.


    M.E. ist der Krieg USA/Israel-Iran lediglich der Auslöser für steigende Ölpreise. Über kurz oder lang wäre Öl ohnehin teurer geworden, denke ich. Auch gehe ich zwar davon aus, dass es auch beim Ölpreis immer mal wieder heftige Kursrutsche geben kann, aber so niedrige Preise wie 60 USD pro Barrel erwarte ich nicht mehr. Ich denke vielmehr, dass wir uns an ein grundsätzlich höheres Ölpreis-Niveau werden gewöhnen müssen. Das ist auch der Grund dafür, dass ich jetzt bei tieferen Kursen keine Gold- und Silberminen-Aktien zurückkaufen werde. (Der Markt darf sich jetzt ruhig erstmal auskotzen. Warten wir ab, wie tief es geht. Wie es danach weitergeht, werde ich dann sehen.)


    Von Equinor habe ich mich übrigens heute getrennt. Der Grund ist simpel: Durch die Kursentwicklung der Ölaktien geriet mein Depot aus der Balance. Ich mag es einfach nicht, wenn ich zu einseitig investiert bin. Da hat es nun schweren Herzens Equinor getroffen. Ich danke Dir nochmal für Deinen Hinweis von vor einigen Wochen: Das waren nun 55% Kursgewinn mit einer nicht unbedingt kleinen Position. Manchmal muss man auch Glück haben.


    Richtig atemberaubend finde ich auch die Kursentwicklung von Petrobras. Eigentlich hätte ich davon ein paar verkaufen müssen, aber die Produktionsausweitungen und überhaupt die guten Zahlen und die Erwartung zukünftig wieder steigender Dividenden haben mich dazu veranlasst, dies nicht zu tun. Ich hoffe, dass ich dafür nicht eines Tages noch bestraft werde.


    Insgesamt ist die Entwicklung der Ölaktien einfach brutal, siehe z.B. auch Var Energi, einer meiner Dividenden-Lieblinge. Jemand, der noch nicht dabei ist, dürfte Krämpfe in den Fingern bekommen, wenn er an der Tastatur sitzt und einen Kaufauftrag erteilen möchte.


    Nochmal zu Nebius: Nun hat sich Nvidia an Nebius beteiligt. M.E. ist das ein Ritterschlag. Ein paar Tage später hat Meta einen Großauftrag von bis zu 27 Mrd. USD erteilt. Davon sind 12 Mrd. fix. Die restlichen 15 Mrd. sind Rechenkapazität, die von Meta gekauft werden - "falls Nebius sie nicht an andere Kunden verkauft". Das sieht für mich eher so aus, als hätte Meta gern direkt für 27 Mrd. zugeschlagen, aber Nebius möchte sich auch gern Kapazitäten für andere Kunden freihalten. Nebius wächst so dramatisch schnell, meine Güte. Allein der Meta-Auftrag hat eine Größenordnung von annähernd der Marktkapitalisierung. Die Firma bleibt mein absoluter Top-Favorit unter den Tech-Aktien, zumal sie neben der Rechenkapazität ja auch die benötigte Software bereitstellt. (Der Kapitalbedarf ist natürlich riesig, so dass sie nun doch eine Wandelschuldverschreibung ausgegeben haben.)

    Die Großaufträge seitens Microsoft und Meta dürften richtungsweisend sein. Solche Konzerne stecken nicht Milliarden in irgendwelche Klitschen, die nicht zuvor durchleuchtet wurden.


    Grüße nach München

    So verstehe ich jedenfalls Eure Beiträge. Raus aus den meisten Aktien, Minen, Uranwerten usw., zumindest dann, wenn nur Zukunft gehandelt wird (AYA, UUUU usw.).

    Das dürfte prinzipiell richtig sein.


    Ich denke, dass wir dauerhaft einen deutlich höheren Ölpreis als in den letzten Jahren haben werden. Falls meine Vermutung zutrifft, dürfte das dann zur Folge haben, dass die Inflationsraten und dementsprechend konsequenterweise auch die Anleihen-Renditen steigen werden. Die Konsequenz aus höheren Anleihen-Renditen ist wiederum, dass die bereits hochbewerteten Aktien mit ihren mickrigen Dividenden und hohen KGVs relativ zu Anleihen noch teurer wirken als sie es ohnehin heute schon sind.


    Das alles ist für die Aktien, in denen "nur Zukunft gehandelt wird" natürlich sehr negativ, da einerseits die Kosten steigen (insbesondere der Bergbau benötigt viel Energie), andererseits die für die Zukunft erwarteten Gewinne deutlich stärker abgezinst werden müssen (also praktisch einen niedrigeren Wert/eine niedrigere Kaufkraft haben, um es etwas simpler auszudrücken).


    Ich hatte an anderer Stelle vor ein paar Wochen bereits geschrieben, dass ich aus allen Edelmetall-Aktien (gemeint sind die Förderer, Explorer, Entwickler etc.) ausgestiegen bin und nur noch die drei großen Royalties (WPM, RGLD, FNV) halte, weil diese mit den steigenden Kosten der Förderung nichts am Hut haben.


    Was jedoch auch zu bedenken ist: Steigende Anleihen-Renditen bedeuten gleichzeitig fallende Anleihen-Kurse. Der Anleihen-Markt ist daher innerhalb eines Trends steigender Renditen alles andere als "sexy", da man sich leicht Kursverluste einhandelt - und zwar umso stärker, je höher die Restlaufzeit einer Anleihe ist. Daher fallen Anleihen als Konkurrenz zum Standardaktien-Markt m.E. größtenteils aus.


    Fazit: Ich bin aus o.g. Gründen sehr skeptisch gegenüber EM-Aktien allgemein (mit Ausnahme der Royalties) und auch skeptisch ggü. diesen "Hoffnungswerten", also denjenigen, in denen nur die Zukunft gehandelt wird. Bei soliden Standard-Aktien bin ich, da der Anleihen-Markt eher keine wirkliche Konkurrenz darstellt, gar nicht so skeptisch - es sei denn, sie sind tatsächlich hoffnungslos überteuert. Für Öl-Aktien bin ich logischerweise optimistisch, zumal viele von denen auch sehr schöne Dividenden ausschütten. (Aber auch hier gehe ich Explorern/Entwicklern nun eher aus dem Weg.)


    Ganz anders sieht es übrigens für den Standardaktien-Markt aus, wenn die Anleihen-Renditen - irgendwann - mal wieder einen Aufwärtstrend entwickeln sollten - das würde steigende Anleihen-Kurse bedeuten, und das ist dann evtl. eine brutale Konkurrenz zu hochbewerteten Standardaktien. Ggf. wird es erst dann so richtig gefährlich.


    Noch kurz zum Ölpreis: Historisch lag der Ölpreis typischerweise im Verhältnis 15-20 zu Gold. Bei Gold 5000 würde dies einem Ölpreis von 250-333 USD pro Barrel entsprechen. Ich weiß natürlich nicht, ob wir einen solchen Ölpreis sehen werden, aber wundern würde es mich nicht. (Das hätte natürlich wiederum massive Auswirkungen auf die Konjunktur und die Kosten, was dann wiederum gegen Aktien sprechen würde, auch gegen Standard-Aktien - mit Ausnahme der Öl-Förderer natürlich. Hach, wenn das doch nicht alles so kompliziert und unmöglich vorhersehbar und schwer einzuschätzen wäre.)

    Hallo Polkrich,


    die Fragen kann ich Dir leider nicht beantworten, da auch ich keine Glaskugel habe. Ich kann nur ein paar Namen von Unternehmen, aus denen ich eine Auswahl treffen würde, in den Raum werfen:

    Neben Petrobras und Equinor sind das

    - Var Energi

    - Cenovus Energy

    - Aker BP

    - Suncor Energy

    - Canadian Natural Resources

    - Viper Energy (eine Royalty-Firma)


    In Zeiten von Google und Co. informierst Du Dich am besten selber über Details - so kannst Du dann auch gezielt genau nach den Informationen filtern, die für Dich am wichtigsten sind. (Es macht ja keinen Sinn, wenn ich hier jetzt lange Texte schreibe und nur ein Teil davon für Dich relevant ist.)


    Daneben finde ich noch BW Energy interessant. Die sind ganz gut aufgestellt, müssten m.E. bald mit Dividendenzahlungen beginnen und haben mit ihrer Beteiligung an den Aktivitäten von Reconnaissance Energy Africa so etwas wie einen Lotterieschein in petto.


    Auch finde ich Meren Energy interessant: Die Dividende beträgt derzeit ca. 10%, und es besteht eine Beteiligung an Feldern vor der Küste Namibias, die derzeit - federführend durch Total - entwickelt werden.

    Hallo valueman


    Zu letzterem Punkt ("negativ"):

    Da bin ich tiefentspannt, da Großkunden Vorauszahlungen leisten, wodurch das Wachstum kaum durch Verschuldung/Zinszahlungen oder Kapitalerhöhungen finanziert werden muss.


    Zu den positiven Eindrücken: Die 7-9 Mrd. beziehen sich soweit ich weiß auf 2027, nicht auf 2026.


    Und: Schau Dir mal diese Meldung zur Vereinbarung zwischen Microsoft und Nebius an; es geht allein hier schon um zweistellige Milliardenbeträge in wenigen Jahren:

    https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1513845/000110465925088312/tm2525580d1_6k.htm


    Auch dies ist interessant (hier einfach mal auf die Aussage von Arkady Volozh achten):

    https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1513845/000110465925088312/tm2525580d1_ex99-1.htm


    Hier noch die entsprechende Meldung einer Nachrichtenseite:

    Nvidia-Backed Nebius Stock Soars 50% on AI Infrastructure Deal With Microsoft
    Shares of Nvidia-backed Nebius Group soared Tuesday after the artificial intelligence infrastructure provider struck a deal with Microsoft worth up to $19.4…
    www.investopedia.com


    Und hier geht es um eine Vereinbarung zwischen Nebius und Meta:

    https://www.reuters.com/technology/ai-cloud-firm-nebius-signs-3-billion-deal-with-meta-posts-more-than-four-fold-2025-11-11/


    Auf diese Seite hatte ich schon hingewiesen (unter "Research" finden sich Gratis-Analysen, davon viele zu Nebius):

    Northwise Project
    Northwise produces long-form, fundamental research in tech designed to help investors think clearly about businesses, not react to headlines.
    northwiseproject.com


    Die aktuellste Analyse zu Nebius ist von Samstag, allerdings im Premium-Bereich und damit nicht frei zu erhalten. Nur soviel: Northwise betrachtet den aktuellen Kurs als Kaufgelegenheit.


    Ich kann insgesamt nur sagen: Wenn ich die Aktie nicht schon hätte, würde ich sie angesichts der Möglichkeiten zeitnah kaufen wollen. (Selbstverständlich ist auch das nur meine ganz persönliche Ansicht. Ich will hier auch keine Werbung für Nebius machen, sondern schreibe zu dem Unternehmen, weil ich selten ein Investment hatte, von dem ich so stark überzeugt war - und dazu möchte ich mich mit erfahrenen Börsianern austauschen.)

    valueman


    Mir geht es genauso: Ich muss keine Risiken mehr eingehen.


    Und ich habe vor gut 4 Jahren damit angefangen, Schritt für Schritt gezielt konservative Dividendenaktien ins Depot zu nehmen. Das hatte ich mir ca. in 2000 so überlegt, also vor ungefähr 25 Jahren - und je näher ich am Renteneintritt bin, desto konsequenter ziehe ich das durch.


    Es ist ein absoluter Glücksfall für mich, dass einerseits quasi alles total teuer ist (Standardaktien, Anleihen, Immobilien), aber genau das, was wirklich praktisch immer benötigt wird, ist m.E. (noch?) nicht überteuert - nämlich Rohstoffe, und unter den Rohstoffen sind es ausgerechnet Öl und mit ihm die dividendenstarken Öl-Förderer, die in der Preisentwicklung (noch?) nicht so weit fortgeschritten sind, um mal gezielt etwas zu untertreiben.


    Allerdings gehe ich in der Auswahl anders vor: Ich schaue mir nicht Werte an, auf die ich aufmerksam werde, sondern schaue mich nur innerhalb der Branchen um, die ich für investier-würdig halte. Aber Dein Ansatz ist natürlich auch i.O. und führt vermutlich auch zu etwas mehr Ausgewogenheit im Depot. (Das stört mich aber nicht, weil ich mir meinen Ansatz (also mit einigen wenigen Schwerpunkten) leisten kann.)


    Die von Dir erwähnten Carlisle und Amcor kann man sicherlich kaufen, denke ich. Der Charme bei beiden ist, dass sie nicht im Rampenlicht stehen, ihre Produkte aber wohl unerlässlich sind. Das ist also nicht wirklich weit von meinen Überlegungen entfernt. Für mich wären sie evtl. auch interessant, aber irgendwo muss ich auch mal Grenzen ziehen, und ich möchte auch nicht die Übersicht verlieren.


    Neben dieser Dividendenorientierung leiste ich mir aber auch noch den Luxus, eher etwas spekulativere Titel beizumischen, diese aber natürlich mit geringerem Volumen. Daher intereessiere ich mich auch z.B. für KI-Aktien.


    Kurz noch zu KI: Seit einigen Wochen herrscht an der Wall Street Skepsis bzgl. KI. Beispielsweise wird kritisiert, dass die großen Tech-Konzerne enorme Investitionen in KI zu stemmen haben. Auch macht man sich Sorgen darüber, dass der ein oder andere Konzern darunter leiden dürfte, dass KI sein Geschäftsmodell gefährdet. Und heute ist mir beim Betrachten der Kurse das erstemal in diesem Jahr aufgefallen, dass die Nasdaq schwächelt (und mit ihr sämtliche von mir in obigem Zusammenhang beobachteten Tech-Konzerne), während gleichzeitig alle 4 von mir beobachteten unmittelbaren Profiteure der Investitionen in KI, also die KI-Infrastruktur-Unternehmen, im Kurs steigen - nämlich NVDA, NBIS, CRWV und IREN.

    Kann es sein, dass sich so langsam Spreu und Weizen voneinander trennen?


    Insgesamt sind es 3+1 Aktien, zu denen mich Deine Einschätzung interessieren würde: Neben TPL (Texas Pacific Land), NBIS (Nebius) und ZIM (ZIM Integr. Shipping) ist es noch RECO.V (Reconnaissance Energy Africa), zu der ich mich in deren eigenen Thread geäußert hatte.


    Rastelly


    Das heißt wohl, dass Du Royal Gold (RGLD) bevorzugst, richtig?


    In der Übersicht vermisse ich die Reserven bzw. Ressourcen, die die drei über ihre "Beteiligungen" halten. Zu Franco-Nevada: FNV hinkt wegen der Cobre-Panama-Sache hinterher. Das ist also nicht wirklich schlimm, denn einerseits gehe ich davon aus, dass die Mine wieder gestartet werden wird. Andererseits ist es ja einer der Gründe, Royalties zu kaufen: Wenn so etwas passiert, dann steht ein Minenbetreiber evtl. vor dem Abgrund - bei Royalties ist das Risiko gestreut.


    Grüße

    Im Dezember wurde bekannt, dass die beendete Explorationsbohrung erfolgreich verlief: Es wurden Kohlenwasserstoffe entdeckt. Ich erinnere mich daran, dass die namibische Regierung es Recon genehmigte, über die ursprüngliche Bohrtiefe hinaus noch tiefer zu bohren, was dann auch zum Erfolg führte. Nun steht für diesen Monat der Beginn von Produktionstests an, die einige Wochen benötigen werden.


    Der Hype aus 2021 ist ja mittlerweile mehr als abgeklungen. Jedoch heißt es, die Küste Namibias sei derzeit für Öl-Produzenten "the place to be". Und: Mich würde es wirklich wundern, wenn auf Recons großem Explorationsgebiet rein gar nichts Förderbares gefunden würde - und dass die ersten Bohrungen damals nicht gleich Treffer waren, ist in der Branche auch nicht wirklich ungewöhnlich.


    Also: Trotz der in der Zwischenzeit erfolgten Kapitalerhöhungen/Finanzierungsrunden (und der entsprechend höheren Aktienanzahl) bin ich nun wieder mit dabei. Ich spekuliere darauf, dass der Kurs bis zum Ende der Produktionstests durch "Hoffnungskäufe" (so nenne ich das mal) steigen wird. Sollte das geschehen, so werde ich zumindest mit einem Teil wieder aussteigen, bevor die Testergebnisse vorliegen.


    Ich habe nochmal ein bisschen in diesem Thread zurückgeblättert: Es war interessant, weil ich nicht mehr alle damals bekanntgewordenen Informationen/Einschätzungen parat hatte. Bemerkenswert ist aber auch, wie tief der Kurs aktuell steht und wie exorbitant die Hoffnungen auf steigende Kurse bei einigen Forum-Mitgliedern (mich eingeschlossen) damals waren, als die Aktie ca. zehnmal so hoch wie heute stand. Das gibt mir zu denken - allerdings auf doppelte Weise.


    Meinungen?

    gogogogogold


    Ich hatte mich ja vor ein paar Tagen bereits über Dein Depot geäußert und musste nochmal darüber nachdenken: Kann es sein, dass Du darauf abzielst, den ein oder anderer Top-Verzigfacher im Depot zu haben (also z.B. eine Aktie, die sich im Kurs verfünfzigfacht hat), nachdem die Edelmetall-Hausse - evtl! - mal exorbitante Extreme erreicht hat?


    Das ging mir durch den Kopf, weil man solche absoluten Extreme aus der Vergangenheit kennt. Irgendwie finde ich Deinen Ansatz ja total cool. Aber meine Bedenken sind diese: Hält man denn mental diese irrsinnigen Schwankungen durch, wenn so eine Klitsche wirklich mal 2000% im Plus steht und zwischendurch auf nur noch 800% im Plus fällt? Das ist doch eine der großen Schwierigkeiten: die eigene Psyche zu überwinden und ein Investment bis zum Schluss durchzuhalten, wobei auch niemand weiß, wann wirklich der Höhepunkt erreicht ist.


    Mein Ding ist so etwas nicht, denn es ist viel zu stressig - aber das liegt vielleicht auch an meinem Alter. Was ich aber zu bedenken geben möchte: In einem Krieg sind doch die Soldaten letztlich nur Verfügungsmasse der Politiker - sie sind die "Kleinen", die zu gehorchen und den Mund zu halten haben. Man könnte Soldaten auch als "nützliche Idioten" bezeichnen. Worauf ich hinaus möchte: Auch die schlimmsten Massaker werden von ein paar Soldaten überlebt - und das sind dann diejenigen, denen Orden umgehängt und die dann als Helden gefeiert werden. Damit werden dann die vielen Leichen aus dem Blickfeld gedrängt - über die spricht keiner mehr. Und eigentlich sind diese gefeierten Helden ja keine Helden, sondern nur nützliche Idioten, die das Glück hatten, den Einsatz zu überleben. Die Analogie zu Deinem Depot dürfte klar sein: Kleine Soldaten = kleine Unternehmen - und Du hast ja anscheinend ausschließlich unbekannte kleine Klitschen im Depot. Ich befürchte, dass viele von denen eben nicht erfolgreich sein werden - und wenn irgendwann tatsächlich mal wieder Kurs-Verzigfacher gefeiert werden ("Oh, 8000% Gewinn waren möglich"), dann wird über die gescheiterten Firmen (= tote oder verletzte oder verstümmelte Soldaten) keiner reden. So entsteht dann nachträglich ein total falscher Eindruck.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Für mich wäre das nichts. Ich bleibe lieber bei den Standards, und ich gehe fest davon aus, dass das auch für 98% der Anleger und auch der Foristen - wegen der Psyche - ein viel gangbarer Weg ist. Aber trotzdem natürlich: Toi toi toi.


    Und, wie Kostolany mal in etwa sagte: "Wer viel Geld hat, darf spekulieren. Wer wenig Geld hat, muss spekulieren. Wer aber über normale Ersparnisse bzw. über ein normales Einkommen verfügt, der sollte das Geld lieber in die Ausbildung der eigenen Kinder stecken - denn etwas Wichtigeres gibt es nicht." So ungefähr drückte er es aus. Aber vielleicht gehörst Du ja zu der ersten Gruppe.


    Ich wünsche ein schönes Wochenende ... und weiterhin viel Courage

    Reblis


    Zu Deiner Frage: Nein. (Wir sollten auch valuemans Thread nicht zu sehr mit eigenen Themen füllen. Bei einigen anderen Threads ist es so, dass sie eigentlich ein interessantes Thema behandeln, ich sie aber wegen der vielen völlig belanglosen und überflüssigen Beiträge gar nicht mehr aufrufe. Es wäre doch schade, wenn dieser Thread hier wegen Belanglosigkeit gemieden würde.)


    Irgendwann konnte man irgendwie irgendwo hier auch einzelne Nutzer direkt anschreiben, oder? Habe ich das schonmal gemacht? Ich weiß es nicht mehr, da ich eine lange Pause gemacht hatte. Finden konnte ich die Möglichkeit vorhin nicht, und ich möchte auch nicht lange danach suchen.


    valueman


    Jetzt erlaube ich mir noch eine Anregung, denn über Dir schwebt ja anscheinend das Damoklesschwert namens Langeweile. ;)


    Es geht um eine Aktie, die Du vermutlich nicht verfolgst, da es sich eine "heiße Kiste" handelt. Meine Invest-Idee bringt ein gewisses Risiko mit sich, und ich überlege hier noch, wobei die Investitionssumme im Vergleich zu meinen ernsthaften Investments natürlich relativ gering sein wird, falls ich überhaupt reingehe.


    Konkret geht es um eine Container-Reederei: Die deutsche Hapag-Lloyd möchte die israelische ZIM Integrated Shipping übernehmen, aktuell bzgl. der Größe die Nummer 9 am Markt. Der "Deal" soll bis Jahresende über die Bühne gehen. Hapag bietet 35 USD pro Aktie (Barabfindung, keine Hapag-Aktien oder sonstwas). Es kann noch einiges danebengehen - z.B. können die israelischen Behörden die Angelegenheit noch ablehnen. Der ZIM-Kurs ist zwar zu Beginn der Woche, als die Vereinbarung bekannt wurde, stark gestiegen, dümpelt aber mit ca. 29 USD deutlich unter den 35 USD rum. Die Anleger haben so ihre Bedenken. Zu beachten ist u.a., dass viele ZIM-Aktivitäten mit der Hapag-Vereinbarung ausgeschlossen sind, z.B. Sonderausschüttungen. Die reguläre Dividendenpolitik darf aber weitergeführt werden: Für die Quartale 1 bis 3 werden jeweils 30% des Quartalsüberschusses ausgeschüttet, für das 4. Quartal soviel, dass die Gesamtausschüttung für das Geschäftsjahr 50% beträgt (es sei denn, aktuelle Entwicklungen wie z.B. dramatisch sinkende Frachtraten sprechen dagegen). Also: Ich schätze, dass es auf Basis der aktuellen Frachtraten bis Jahresende noch ca. 1,80 USD an Dividenden geben kann, d.h. man würde, wenn man "durchzieht", evtl. 35,00 + 1,80 = 36,80 USD je ZIM-Aktie erhalten. Das wären knapp 27% Rendite in ca. 10 Monaten, falls alles tatsächlich über die Bühne geht. (Wichtig zu wissen ist auch, dass Israel eine "goldene Aktie" hält. Israel hat quasi den Daumen auf 16 Schiffen und 3 Routen, damit die Versorgung des Landes sichergestellt ist. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass mit der Übernahme israelische Steuern auf den Übernahmepreis fällig werden. Daher sollte man, wenn man das "Spielchen" wagt, die ZIM-Aktie früh genug über die Börse wieder verkaufen.)


    Ich werde den Kurs jetzt noch etwas verfolgen. Schaun wir mal, ob ich einen Einstieg riskiere. Reizen würde es mich schon.


    Tja, valueman - wenn Langeweile droht, dann einfach mal bei mir anfragen.

    Macht Ihr das peu a peu und zieht eine evtl. Umkehrung der Bewertungen für Standardaktien dann einfach durch, und hofft, mit den jährlichen Dividenden trotzdem auf Euren schnitt zu kommen, oder haltet Ihr eine größere Reserve für einen Crash zum Nachkauf bereit?

    Für "Standardaktien" (Dow Jones, DAX) interessiere ich mich gar nicht. Was ich konkret mit "dividendenstarken Aktien" mit niedriger Bewertung meine, sind vor allem Ölförderer. Ich betrachte den Sektor als stark vernachlässigt und gehe davon aus, dass der Ölpreis und damit auch Ölaktien mittelfristig deutlich steigen werden. (Hintergrund ist auch, dass ich nicht an die "Energiewende" glaube und den "Machern" auch nicht die "CO2-Story" abkaufe. Das sind m.E. alles Lügen, mit denen aktuell "Karriere" gemacht und - ich mag es kaum schreiben - Geld "verdient" wird. Es geht in meinen Augen um nichts anderes als die Karriere einiger weniger Leute, die dafür die gesamte Gesellschaft in eine Art Geiselhaft nehmen. Das ist insbesondere in Deutschland besonders arg.)


    Schau mal in meine Postings der vergangenen Wochen - und auch in die Postings anderer Forenmitglieder, die sich mit Öl beschäftigen.


    Das ist natürlich, wie immer, nur meine eigene Sichtweise und Meinung.

    Hallo Reblis,


    nein, ich sehe Minenaktien nicht wirklich negativ. Aber ich bin älter geworden, und Investments in diesem Bereich empfinde ich mittlerweile als echt stressig, zumal das Physische mir völlig stressfrei höhere Renditen als die Minenaktien gebracht haben. Natürlich kann man mit einem Treffer richtig Glück haben. Aber: Zieht man so ein Investment bei all dem Stress und all den Schwankungen dann wirklich durch? Erfahrungsgemäß klappt das nicht. Lass Dich nicht täuschen: Die Gewinneraktien, die heute im Fokus stehen, haben die Investoren viel Zeit, Kraft und Nerven gekostet. Und da gleichzeitig die vielen Verliereraktien kaum beachtet werden, entsteht insgesamt evtl. der fatale Eindruck, es sei leicht, mit Minenaktien Geld zu verdienen - genau so ist das aber wohl eher nicht.


    Auch ich bin noch immer sehr rohstofflastig aufgestellt, lege den Fokus nun aber auf dividendenstarke Werte, die im Minenbereich (Edelmetallminen meine ich) nicht zu finden sind. Siehe dazu auch mein Posting oben, von vor wenigen Minuten.


    Ich kann mich auch total irren und die kleinen Klitschen starten nun voll durch. Der TSX-Venture-Index hinkt ja - noch? - total hinterher. Aber den Stress werde ich mir, wie gesagt, nicht mehr antun - und das muss ich auch nicht mehr.


    Grüße

    Hallo valueman,


    die "vollen Taschen" der Großen und eventuelle Übernahmen hatte ich gestern gar nicht auf dem Radar. Richtig - mit weiteren Übernahmen ist zu rechnen. Mit dem Thema Übernahmen befinden wir uns aber in einem Bereich, der mich gar nicht interessiert - da unkalkulierbar und unberechenbar.


    Die vielen Jahre, die seit meinen ersten Käufen von Minenaktien vergangen sind, kommen mir nachträglich ziemlich stressig vor. Und vor allem: Gebracht haben die Investments - relativ! - nicht wirklich etwas, denn trotz der herausragenden Performance meiner drei Royalties haben die Aktien (einschl. Royalties) mir einschließlich der mickrigen Dividenden prozentual weniger Rendite gebracht als das Physische. Mit dem Arbeiten bin ich auch bald durch - entsprechend älter bin auch ich geworden, und diesen Stress mit Minenaktien und irgendwelchen "gemanagten" ETFs möchte ich mir nicht mehr antun. (Mein Alter, die Erfahrungen, der Stress, die finanzielle Situation insgesamt ... das alles hat mich bewogen, den Fokus auf gute Dividendenzahler aus unverzichtbaren und niedrigbewerteten Branchen zu legen.)


    Was eventuelle Langeweile betrifft: Da kann ich vielleicht abhelfen: Unter dem Link unten findest Du m.E. brauchbare Analysen zu der von mir bereits erwähnten Nebius Group. Ich bin bei dieser Aktie überaus optimistisch. Irgendwie inspiriert mich das Geschäftsmodell auf eine Weise ... so habe ich das letztmalig empfunden, als mir seinerzeit Wheaton P.M. und Co. über den Weg gelaufen sind. (Ich fand den Ansatz damals sofort brillant, da sichere Erträge mit geringem Aufwand und geringen Risiken verbunden waren/sind. Nur Geduld musste/muss man bringen. Und jetzt wirkt der Zinseszinseffekt bei diesen Investments so richtig. Ich nehme an, dass es in Deinem Posting nicht AZDRBP heißen sollte sondern A2DRBP, also Wheaton P.M.)


    Hier der Link:

    Northwise Project
    Northwise produces long-form, fundamental research in tech designed to help investors think clearly about businesses, not react to headlines.
    northwiseproject.com


    Unter "Research" findest Du frei verfügbare Analysen. Da kommen zu den analysierten Unternehmen immer wieder verschiedenste Aspekte zu Sprache, an die man nicht unbedingt selbst denkt. Na ja, ist klar ... deshalb liest man ja auch und tauscht sich aus. An Nebius reagieren sie sich neuerdings so richtig ab und analysieren neben dem Unternehmen insgesamt (das war im November) auch die einzelnen Datenzentren, die Software, die Beteiligungen und - soeben erst gesehen und noch nicht gelesen - "Nebius Robotics Strategy". Der "Premium"-Bereich ist Abonnenten vorbehalten, aber hier ist Nebius auch nicht dabei.


    Die Webseite konzentriert sich übrigens auf Software, KI, Fintech usw. Das sind alles Bereiche, die insgesamt wahnsinnig hoch bewertet sind und die nicht zu meinen Favoriten gehören. Man muss also vorsichtig sein. Das ist Dir natürlich sowieso klar, aber ich wollte es nochmal erwähnen. (An einer Stelle schrieben sie mal sinngemäß, dass alle Analysen unter der Annahme geschehen, dass die heutigen hohen Wachstumsraten bei den Gewinnen auch beibehalten werden. Da kann ich natürlich nur lachen, denn das ist genau der Knackpunkt. In den Einzelanalysen kommen sie darauf nicht mehr zu sprechen und setzen entsprechend bei den Kurszielen KGVs an, die auch in ihrem "Bärenfall" recht ambitioniert sind - vom "Basisfall" und vom "Bullenfall" ganz zu schweigen.)


    Grüße

    Hallo valueman,


    was hältst Du von Texas Pacific Land? Ich finde den Royalty-Ansatz genial. Die jüngsten starken Kurssteigerungen dürften damit zusammenhängen, dass man nicht nur mit Öl, Wasser, Pacht usw. Geld verdienen möchte, sondern auch mit der Bereitstellung von Rechenleistung für KI. Ich ärgere mich darüber, dass ich nicht früher auf dieses Unternehmen aufmerksam geworden bin, da ja Royalties und seit einiger Zeit auch Öl meine bevorzugten Investments sind. Kaufen werde ich die Aktie jetzt nicht mehr, weil bereits zuviel Optimismus im Kurs steckt.


    Was KI betrifft: Hier ist die Nebius Group mein Favorit. Zwar sehe ich, dass auch in den Kursen vieler KI-Aktien bereits viel Phantasie steckt, aber ich denke, dass der Optimismus bei Nebius Group absolut berechtigt ist: Während an der Wall Street in den vergangenen Wochen Skepsis gegenüber KI-Aktien herrschte, weil sehr hohe Anfangs-Investitionen erforderlich sind, ist Nebius Group eines der Unternehmen, das von diesen Investitionen profitiert.


    Konkret: Man stelle sich den KI-Trend wie einen Goldrausch in der Wildnis vor: Viele Unternehmen stecken ihre Claims ab, und kein Mensch weiß vorab, welches Unternehmen fündig werden wird. Daneben gibt es andere, die einfach nur die Infrastruktur bereitstellen - die Infrastruktur, die von allen anderen benötigt wird, also Spitzhacken, Schaufeln und Siebe sowie im Zweifel auch Bars und Bordelle. Die wenigsten Goldschürfer sind reich geworden. Die meisten haben ihr weniges Geld in die Ausrüstung gesteckt und das wenige gefundene Gold in Bars und Bordelle gebracht - deren Betreiber sind sehr erfolgreich gewesen und hatten doch praktisch ein narrensicheres Geschäft.


    In diesem Sinne zurück zu Nebius. Drei Dinge sind es, die Nebius zu meinem Favoriten machen:

    1. Das Unternehmen erhält von seinen Kunden Vorauszahlungen, muss sich also entsprechend nicht bzw. nicht so hoch verschulden und kann Kapitalverwässerungen aus dem Wege gehen.

    2. Neben der Infrastruktur hat Nebius auch eigene Software. Ich kann mir gut vorstellen, dass manch Kunde gern "alles aus einer Hand" haben möchte.

    3. Nebius hat russischen Ursprung (ist aus Yandex hervorgegangen): Ich habe starken Bezug zur Informatik: Die wenigen Ingenieure und Informatiker, die aus der ehemaligen Sowjetunion in den Westen gekommen sind und die ich kennenlernen durfte, haben eine für mein Verständnis grundsolide Ausbildung genossen - sie gehören zu den Besten.


    Falls Du Interesse an KI-Aktien hast: Was hältst Du von meinen Überlegungen?

    Flenzburg: Danke für deine Einblicke. Ich finde das hätte locker einen eigenen Thread verdient. Willst du nicht mal einen aufmachen? :)

    Ja, das könnte ich wohl machen. Allerdings sind die Themen Kapitalerhöhungen und Kostensteigerungen bei der Förderung ja nicht unbedingt speziell, sondern dermaßen übergreifend, dass es einiges an Überschneidungen mit Threads zu einzelnen Minenaktien geben würde - da ist die Diskussion darüber u.U. besser aufgehoben, weil die verschiedenen Aktien ja auch unterschiedlich stark betroffen sind.


    Und: Ich für meinen Teil habe nun im Prinzip schon alles dazu geschrieben, was ich dazu zu sagen habe, und weil ich wohl auch nicht mehr in Minenaktien investieren werde, ergibt das Thema für mich keinen wirklichen Sinn mehr. (Das hatte ich schonmal irgendwo geschrieben: Ich werde meine Royalty-Aktien noch behalten, da Kostensteigerungen für diese kein Thema sind und bei ihnen auch nicht soviel schiefgehen kann. Ich habe immer die "Drei Großen" (WPM, RGLD, FNV, also quasi "die Originale") bevorzugt, weil diese über die meisten Erfahrungen verfügen und auch größere Brocken wuppen können, wie man jüngst an der Vereinbarung zwischen WPM und BHP sehen konnte.)


    Wenn Du möchtest, kannst Du gern einen Thread dazu aufmachen und natürlich auch meine Überlegungen zu dieser Thematik mit reinnehmen.

    Ich habe mich heute von sämtlichen restlichen und jüngst in kleinem Rahmen nochmal hinzugekauften Gold- und Silberminen-Investments getrennt. Die Royalty-Aktien werde ich behalten. Hier stichwortartig die Gründe, die mich zum Verkauf der Aktien der Minen-Betreiber bewogen haben:

    1. Viele Manager haben über viele Jahre enttäuscht, indem laufend Kapitalerhöhungen vorgenommen wurden, wodurch die Kapitalstruktur verwässert wurde. In der Zeit stiegen damals die Förderkosten, während die Metallpreise nicht oder nur moderat stiegen.

    2. Es hat einen enormen Kursaufschwung in kurzer Zeit bei Gold und Silber benötigt, bis - z.B. von Coeur Mining und von First Majestic - gute Quartalszahlen präsentiert wurden.

    3. Derartige starke Kursgewinne bei Gold und Silber erwarte ich nun erstmal nicht. Im Gegenteil: Ich erwarte, dass die Förderkosten steigen, was dann wiederum entsprechend auf die Bilanzen durchschlagen wird. (Wegen der Verwässerung der Papierwährungen habe ich ja im Edelmetall-Bereich investiert. Diese Verwässerung geht m.E. munter weiter, so dass auch die Förderkosten wieder deutlich steigen dürften. Meine Vermutung ist, dass die jüngsten Preissteigerungen bei Gold und Silber auch(!) ein Vorlauf bzgl. weiterer Kaufkraftverluste bei den Papierwährungen waren.)

    4. Ich rechne damit, dass dann wieder das altbekannte "Spielchen" weitergeht: Aktionäre werden vertröstet und es finden Kapitalerhöhungen statt. Was bleibt, sind in dem Falle dann wieder Hoffnungen auf steigende Gold- und Silberpreise. Kurzum: Wir könnten in diesem "Kreislauf" wieder bei obigem Punkt 1 landen. (Die erhofften Kursanstiege bei den Minenaktien haben wir nun gesehen, und jetzt lautet die logische Konsequenz für mich, Abschied von Minenbetreibern zu nehmen.)


    Oder anders ausgedrückt: Auch wenn Gold und Silber weiter steigen, dann werden die Quartalszahlen nicht wirklich besser, falls meine Vermutung steigender Förderkosten sich als korrekt erweist.


    Insgesamt habe ich diese Entscheidung natürlich auch im Rahmen meiner persönlichen Gesamtsituation getroffen: Die Royalty-Aktien sind durch die Kursanstiege nun sehr große Positionen in meinem Depot, und gemeinsam mit dem Physischen bin ich noch immer deutlich überproportional im Edelmetall-Sektor unterwegs. Ich kann also trotz des Verkaufs gut schlafen. Außerdem habe ich nun wieder höhere Cash-Reserven, die ich vermutlich in den ein oder anderen dividendenstarken Titel stecken werde.