Beiträge von Flenzburg

    Hallo valueman


    Zu letzterem Punkt ("negativ"):

    Da bin ich tiefentspannt, da Großkunden Vorauszahlungen leisten, wodurch das Wachstum kaum durch Verschuldung/Zinszahlungen oder Kapitalerhöhungen finanziert werden muss.


    Zu den positiven Eindrücken: Die 7-9 Mrd. beziehen sich soweit ich weiß auf 2027, nicht auf 2026.


    Und: Schau Dir mal diese Meldung zur Vereinbarung zwischen Microsoft und Nebius an; es geht allein hier schon um zweistellige Milliardenbeträge in wenigen Jahren:

    https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1513845/000110465925088312/tm2525580d1_6k.htm


    Auch dies ist interessant (hier einfach mal auf die Aussage von Arkady Volozh achten):

    https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1513845/000110465925088312/tm2525580d1_ex99-1.htm


    Hier noch die entsprechende Meldung einer Nachrichtenseite:

    Nvidia-Backed Nebius Stock Soars 50% on AI Infrastructure Deal With Microsoft
    Shares of Nvidia-backed Nebius Group soared Tuesday after the artificial intelligence infrastructure provider struck a deal with Microsoft worth up to $19.4…
    www.investopedia.com


    Und hier geht es um eine Vereinbarung zwischen Nebius und Meta:

    https://www.reuters.com/technology/ai-cloud-firm-nebius-signs-3-billion-deal-with-meta-posts-more-than-four-fold-2025-11-11/


    Auf diese Seite hatte ich schon hingewiesen (unter "Research" finden sich Gratis-Analysen, davon viele zu Nebius):

    Northwise Project
    Northwise produces long-form, fundamental research in tech designed to help investors think clearly about businesses, not react to headlines.
    northwiseproject.com


    Die aktuellste Analyse zu Nebius ist von Samstag, allerdings im Premium-Bereich und damit nicht frei zu erhalten. Nur soviel: Northwise betrachtet den aktuellen Kurs als Kaufgelegenheit.


    Ich kann insgesamt nur sagen: Wenn ich die Aktie nicht schon hätte, würde ich sie angesichts der Möglichkeiten zeitnah kaufen wollen. (Selbstverständlich ist auch das nur meine ganz persönliche Ansicht. Ich will hier auch keine Werbung für Nebius machen, sondern schreibe zu dem Unternehmen, weil ich selten ein Investment hatte, von dem ich so stark überzeugt war - und dazu möchte ich mich mit erfahrenen Börsianern austauschen.)

    valueman


    Mir geht es genauso: Ich muss keine Risiken mehr eingehen.


    Und ich habe vor gut 4 Jahren damit angefangen, Schritt für Schritt gezielt konservative Dividendenaktien ins Depot zu nehmen. Das hatte ich mir ca. in 2000 so überlegt, also vor ungefähr 25 Jahren - und je näher ich am Renteneintritt bin, desto konsequenter ziehe ich das durch.


    Es ist ein absoluter Glücksfall für mich, dass einerseits quasi alles total teuer ist (Standardaktien, Anleihen, Immobilien), aber genau das, was wirklich praktisch immer benötigt wird, ist m.E. (noch?) nicht überteuert - nämlich Rohstoffe, und unter den Rohstoffen sind es ausgerechnet Öl und mit ihm die dividendenstarken Öl-Förderer, die in der Preisentwicklung (noch?) nicht so weit fortgeschritten sind, um mal gezielt etwas zu untertreiben.


    Allerdings gehe ich in der Auswahl anders vor: Ich schaue mir nicht Werte an, auf die ich aufmerksam werde, sondern schaue mich nur innerhalb der Branchen um, die ich für investier-würdig halte. Aber Dein Ansatz ist natürlich auch i.O. und führt vermutlich auch zu etwas mehr Ausgewogenheit im Depot. (Das stört mich aber nicht, weil ich mir meinen Ansatz (also mit einigen wenigen Schwerpunkten) leisten kann.)


    Die von Dir erwähnten Carlisle und Amcor kann man sicherlich kaufen, denke ich. Der Charme bei beiden ist, dass sie nicht im Rampenlicht stehen, ihre Produkte aber wohl unerlässlich sind. Das ist also nicht wirklich weit von meinen Überlegungen entfernt. Für mich wären sie evtl. auch interessant, aber irgendwo muss ich auch mal Grenzen ziehen, und ich möchte auch nicht die Übersicht verlieren.


    Neben dieser Dividendenorientierung leiste ich mir aber auch noch den Luxus, eher etwas spekulativere Titel beizumischen, diese aber natürlich mit geringerem Volumen. Daher intereessiere ich mich auch z.B. für KI-Aktien.


    Kurz noch zu KI: Seit einigen Wochen herrscht an der Wall Street Skepsis bzgl. KI. Beispielsweise wird kritisiert, dass die großen Tech-Konzerne enorme Investitionen in KI zu stemmen haben. Auch macht man sich Sorgen darüber, dass der ein oder andere Konzern darunter leiden dürfte, dass KI sein Geschäftsmodell gefährdet. Und heute ist mir beim Betrachten der Kurse das erstemal in diesem Jahr aufgefallen, dass die Nasdaq schwächelt (und mit ihr sämtliche von mir in obigem Zusammenhang beobachteten Tech-Konzerne), während gleichzeitig alle 4 von mir beobachteten unmittelbaren Profiteure der Investitionen in KI, also die KI-Infrastruktur-Unternehmen, im Kurs steigen - nämlich NVDA, NBIS, CRWV und IREN.

    Kann es sein, dass sich so langsam Spreu und Weizen voneinander trennen?


    Insgesamt sind es 3+1 Aktien, zu denen mich Deine Einschätzung interessieren würde: Neben TPL (Texas Pacific Land), NBIS (Nebius) und ZIM (ZIM Integr. Shipping) ist es noch RECO.V (Reconnaissance Energy Africa), zu der ich mich in deren eigenen Thread geäußert hatte.


    Rastelly


    Das heißt wohl, dass Du Royal Gold (RGLD) bevorzugst, richtig?


    In der Übersicht vermisse ich die Reserven bzw. Ressourcen, die die drei über ihre "Beteiligungen" halten. Zu Franco-Nevada: FNV hinkt wegen der Cobre-Panama-Sache hinterher. Das ist also nicht wirklich schlimm, denn einerseits gehe ich davon aus, dass die Mine wieder gestartet werden wird. Andererseits ist es ja einer der Gründe, Royalties zu kaufen: Wenn so etwas passiert, dann steht ein Minenbetreiber evtl. vor dem Abgrund - bei Royalties ist das Risiko gestreut.


    Grüße

    Im Dezember wurde bekannt, dass die beendete Explorationsbohrung erfolgreich verlief: Es wurden Kohlenwasserstoffe entdeckt. Ich erinnere mich daran, dass die namibische Regierung es Recon genehmigte, über die ursprüngliche Bohrtiefe hinaus noch tiefer zu bohren, was dann auch zum Erfolg führte. Nun steht für diesen Monat der Beginn von Produktionstests an, die einige Wochen benötigen werden.


    Der Hype aus 2021 ist ja mittlerweile mehr als abgeklungen. Jedoch heißt es, die Küste Namibias sei derzeit für Öl-Produzenten "the place to be". Und: Mich würde es wirklich wundern, wenn auf Recons großem Explorationsgebiet rein gar nichts Förderbares gefunden würde - und dass die ersten Bohrungen damals nicht gleich Treffer waren, ist in der Branche auch nicht wirklich ungewöhnlich.


    Also: Trotz der in der Zwischenzeit erfolgten Kapitalerhöhungen/Finanzierungsrunden (und der entsprechend höheren Aktienanzahl) bin ich nun wieder mit dabei. Ich spekuliere darauf, dass der Kurs bis zum Ende der Produktionstests durch "Hoffnungskäufe" (so nenne ich das mal) steigen wird. Sollte das geschehen, so werde ich zumindest mit einem Teil wieder aussteigen, bevor die Testergebnisse vorliegen.


    Ich habe nochmal ein bisschen in diesem Thread zurückgeblättert: Es war interessant, weil ich nicht mehr alle damals bekanntgewordenen Informationen/Einschätzungen parat hatte. Bemerkenswert ist aber auch, wie tief der Kurs aktuell steht und wie exorbitant die Hoffnungen auf steigende Kurse bei einigen Forum-Mitgliedern (mich eingeschlossen) damals waren, als die Aktie ca. zehnmal so hoch wie heute stand. Das gibt mir zu denken - allerdings auf doppelte Weise.


    Meinungen?

    gogogogogold


    Ich hatte mich ja vor ein paar Tagen bereits über Dein Depot geäußert und musste nochmal darüber nachdenken: Kann es sein, dass Du darauf abzielst, den ein oder anderer Top-Verzigfacher im Depot zu haben (also z.B. eine Aktie, die sich im Kurs verfünfzigfacht hat), nachdem die Edelmetall-Hausse - evtl! - mal exorbitante Extreme erreicht hat?


    Das ging mir durch den Kopf, weil man solche absoluten Extreme aus der Vergangenheit kennt. Irgendwie finde ich Deinen Ansatz ja total cool. Aber meine Bedenken sind diese: Hält man denn mental diese irrsinnigen Schwankungen durch, wenn so eine Klitsche wirklich mal 2000% im Plus steht und zwischendurch auf nur noch 800% im Plus fällt? Das ist doch eine der großen Schwierigkeiten: die eigene Psyche zu überwinden und ein Investment bis zum Schluss durchzuhalten, wobei auch niemand weiß, wann wirklich der Höhepunkt erreicht ist.


    Mein Ding ist so etwas nicht, denn es ist viel zu stressig - aber das liegt vielleicht auch an meinem Alter. Was ich aber zu bedenken geben möchte: In einem Krieg sind doch die Soldaten letztlich nur Verfügungsmasse der Politiker - sie sind die "Kleinen", die zu gehorchen und den Mund zu halten haben. Man könnte Soldaten auch als "nützliche Idioten" bezeichnen. Worauf ich hinaus möchte: Auch die schlimmsten Massaker werden von ein paar Soldaten überlebt - und das sind dann diejenigen, denen Orden umgehängt und die dann als Helden gefeiert werden. Damit werden dann die vielen Leichen aus dem Blickfeld gedrängt - über die spricht keiner mehr. Und eigentlich sind diese gefeierten Helden ja keine Helden, sondern nur nützliche Idioten, die das Glück hatten, den Einsatz zu überleben. Die Analogie zu Deinem Depot dürfte klar sein: Kleine Soldaten = kleine Unternehmen - und Du hast ja anscheinend ausschließlich unbekannte kleine Klitschen im Depot. Ich befürchte, dass viele von denen eben nicht erfolgreich sein werden - und wenn irgendwann tatsächlich mal wieder Kurs-Verzigfacher gefeiert werden ("Oh, 8000% Gewinn waren möglich"), dann wird über die gescheiterten Firmen (= tote oder verletzte oder verstümmelte Soldaten) keiner reden. So entsteht dann nachträglich ein total falscher Eindruck.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Für mich wäre das nichts. Ich bleibe lieber bei den Standards, und ich gehe fest davon aus, dass das auch für 98% der Anleger und auch der Foristen - wegen der Psyche - ein viel gangbarer Weg ist. Aber trotzdem natürlich: Toi toi toi.


    Und, wie Kostolany mal in etwa sagte: "Wer viel Geld hat, darf spekulieren. Wer wenig Geld hat, muss spekulieren. Wer aber über normale Ersparnisse bzw. über ein normales Einkommen verfügt, der sollte das Geld lieber in die Ausbildung der eigenen Kinder stecken - denn etwas Wichtigeres gibt es nicht." So ungefähr drückte er es aus. Aber vielleicht gehörst Du ja zu der ersten Gruppe.


    Ich wünsche ein schönes Wochenende ... und weiterhin viel Courage

    Reblis


    Zu Deiner Frage: Nein. (Wir sollten auch valuemans Thread nicht zu sehr mit eigenen Themen füllen. Bei einigen anderen Threads ist es so, dass sie eigentlich ein interessantes Thema behandeln, ich sie aber wegen der vielen völlig belanglosen und überflüssigen Beiträge gar nicht mehr aufrufe. Es wäre doch schade, wenn dieser Thread hier wegen Belanglosigkeit gemieden würde.)


    Irgendwann konnte man irgendwie irgendwo hier auch einzelne Nutzer direkt anschreiben, oder? Habe ich das schonmal gemacht? Ich weiß es nicht mehr, da ich eine lange Pause gemacht hatte. Finden konnte ich die Möglichkeit vorhin nicht, und ich möchte auch nicht lange danach suchen.


    valueman


    Jetzt erlaube ich mir noch eine Anregung, denn über Dir schwebt ja anscheinend das Damoklesschwert namens Langeweile. ;)


    Es geht um eine Aktie, die Du vermutlich nicht verfolgst, da es sich eine "heiße Kiste" handelt. Meine Invest-Idee bringt ein gewisses Risiko mit sich, und ich überlege hier noch, wobei die Investitionssumme im Vergleich zu meinen ernsthaften Investments natürlich relativ gering sein wird, falls ich überhaupt reingehe.


    Konkret geht es um eine Container-Reederei: Die deutsche Hapag-Lloyd möchte die israelische ZIM Integrated Shipping übernehmen, aktuell bzgl. der Größe die Nummer 9 am Markt. Der "Deal" soll bis Jahresende über die Bühne gehen. Hapag bietet 35 USD pro Aktie (Barabfindung, keine Hapag-Aktien oder sonstwas). Es kann noch einiges danebengehen - z.B. können die israelischen Behörden die Angelegenheit noch ablehnen. Der ZIM-Kurs ist zwar zu Beginn der Woche, als die Vereinbarung bekannt wurde, stark gestiegen, dümpelt aber mit ca. 29 USD deutlich unter den 35 USD rum. Die Anleger haben so ihre Bedenken. Zu beachten ist u.a., dass viele ZIM-Aktivitäten mit der Hapag-Vereinbarung ausgeschlossen sind, z.B. Sonderausschüttungen. Die reguläre Dividendenpolitik darf aber weitergeführt werden: Für die Quartale 1 bis 3 werden jeweils 30% des Quartalsüberschusses ausgeschüttet, für das 4. Quartal soviel, dass die Gesamtausschüttung für das Geschäftsjahr 50% beträgt (es sei denn, aktuelle Entwicklungen wie z.B. dramatisch sinkende Frachtraten sprechen dagegen). Also: Ich schätze, dass es auf Basis der aktuellen Frachtraten bis Jahresende noch ca. 1,80 USD an Dividenden geben kann, d.h. man würde, wenn man "durchzieht", evtl. 35,00 + 1,80 = 36,80 USD je ZIM-Aktie erhalten. Das wären knapp 27% Rendite in ca. 10 Monaten, falls alles tatsächlich über die Bühne geht. (Wichtig zu wissen ist auch, dass Israel eine "goldene Aktie" hält. Israel hat quasi den Daumen auf 16 Schiffen und 3 Routen, damit die Versorgung des Landes sichergestellt ist. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass mit der Übernahme israelische Steuern auf den Übernahmepreis fällig werden. Daher sollte man, wenn man das "Spielchen" wagt, die ZIM-Aktie früh genug über die Börse wieder verkaufen.)


    Ich werde den Kurs jetzt noch etwas verfolgen. Schaun wir mal, ob ich einen Einstieg riskiere. Reizen würde es mich schon.


    Tja, valueman - wenn Langeweile droht, dann einfach mal bei mir anfragen.

    Macht Ihr das peu a peu und zieht eine evtl. Umkehrung der Bewertungen für Standardaktien dann einfach durch, und hofft, mit den jährlichen Dividenden trotzdem auf Euren schnitt zu kommen, oder haltet Ihr eine größere Reserve für einen Crash zum Nachkauf bereit?

    Für "Standardaktien" (Dow Jones, DAX) interessiere ich mich gar nicht. Was ich konkret mit "dividendenstarken Aktien" mit niedriger Bewertung meine, sind vor allem Ölförderer. Ich betrachte den Sektor als stark vernachlässigt und gehe davon aus, dass der Ölpreis und damit auch Ölaktien mittelfristig deutlich steigen werden. (Hintergrund ist auch, dass ich nicht an die "Energiewende" glaube und den "Machern" auch nicht die "CO2-Story" abkaufe. Das sind m.E. alles Lügen, mit denen aktuell "Karriere" gemacht und - ich mag es kaum schreiben - Geld "verdient" wird. Es geht in meinen Augen um nichts anderes als die Karriere einiger weniger Leute, die dafür die gesamte Gesellschaft in eine Art Geiselhaft nehmen. Das ist insbesondere in Deutschland besonders arg.)


    Schau mal in meine Postings der vergangenen Wochen - und auch in die Postings anderer Forenmitglieder, die sich mit Öl beschäftigen.


    Das ist natürlich, wie immer, nur meine eigene Sichtweise und Meinung.

    Hallo Reblis,


    nein, ich sehe Minenaktien nicht wirklich negativ. Aber ich bin älter geworden, und Investments in diesem Bereich empfinde ich mittlerweile als echt stressig, zumal das Physische mir völlig stressfrei höhere Renditen als die Minenaktien gebracht haben. Natürlich kann man mit einem Treffer richtig Glück haben. Aber: Zieht man so ein Investment bei all dem Stress und all den Schwankungen dann wirklich durch? Erfahrungsgemäß klappt das nicht. Lass Dich nicht täuschen: Die Gewinneraktien, die heute im Fokus stehen, haben die Investoren viel Zeit, Kraft und Nerven gekostet. Und da gleichzeitig die vielen Verliereraktien kaum beachtet werden, entsteht insgesamt evtl. der fatale Eindruck, es sei leicht, mit Minenaktien Geld zu verdienen - genau so ist das aber wohl eher nicht.


    Auch ich bin noch immer sehr rohstofflastig aufgestellt, lege den Fokus nun aber auf dividendenstarke Werte, die im Minenbereich (Edelmetallminen meine ich) nicht zu finden sind. Siehe dazu auch mein Posting oben, von vor wenigen Minuten.


    Ich kann mich auch total irren und die kleinen Klitschen starten nun voll durch. Der TSX-Venture-Index hinkt ja - noch? - total hinterher. Aber den Stress werde ich mir, wie gesagt, nicht mehr antun - und das muss ich auch nicht mehr.


    Grüße

    Hallo valueman,


    die "vollen Taschen" der Großen und eventuelle Übernahmen hatte ich gestern gar nicht auf dem Radar. Richtig - mit weiteren Übernahmen ist zu rechnen. Mit dem Thema Übernahmen befinden wir uns aber in einem Bereich, der mich gar nicht interessiert - da unkalkulierbar und unberechenbar.


    Die vielen Jahre, die seit meinen ersten Käufen von Minenaktien vergangen sind, kommen mir nachträglich ziemlich stressig vor. Und vor allem: Gebracht haben die Investments - relativ! - nicht wirklich etwas, denn trotz der herausragenden Performance meiner drei Royalties haben die Aktien (einschl. Royalties) mir einschließlich der mickrigen Dividenden prozentual weniger Rendite gebracht als das Physische. Mit dem Arbeiten bin ich auch bald durch - entsprechend älter bin auch ich geworden, und diesen Stress mit Minenaktien und irgendwelchen "gemanagten" ETFs möchte ich mir nicht mehr antun. (Mein Alter, die Erfahrungen, der Stress, die finanzielle Situation insgesamt ... das alles hat mich bewogen, den Fokus auf gute Dividendenzahler aus unverzichtbaren und niedrigbewerteten Branchen zu legen.)


    Was eventuelle Langeweile betrifft: Da kann ich vielleicht abhelfen: Unter dem Link unten findest Du m.E. brauchbare Analysen zu der von mir bereits erwähnten Nebius Group. Ich bin bei dieser Aktie überaus optimistisch. Irgendwie inspiriert mich das Geschäftsmodell auf eine Weise ... so habe ich das letztmalig empfunden, als mir seinerzeit Wheaton P.M. und Co. über den Weg gelaufen sind. (Ich fand den Ansatz damals sofort brillant, da sichere Erträge mit geringem Aufwand und geringen Risiken verbunden waren/sind. Nur Geduld musste/muss man bringen. Und jetzt wirkt der Zinseszinseffekt bei diesen Investments so richtig. Ich nehme an, dass es in Deinem Posting nicht AZDRBP heißen sollte sondern A2DRBP, also Wheaton P.M.)


    Hier der Link:

    Northwise Project
    Northwise produces long-form, fundamental research in tech designed to help investors think clearly about businesses, not react to headlines.
    northwiseproject.com


    Unter "Research" findest Du frei verfügbare Analysen. Da kommen zu den analysierten Unternehmen immer wieder verschiedenste Aspekte zu Sprache, an die man nicht unbedingt selbst denkt. Na ja, ist klar ... deshalb liest man ja auch und tauscht sich aus. An Nebius reagieren sie sich neuerdings so richtig ab und analysieren neben dem Unternehmen insgesamt (das war im November) auch die einzelnen Datenzentren, die Software, die Beteiligungen und - soeben erst gesehen und noch nicht gelesen - "Nebius Robotics Strategy". Der "Premium"-Bereich ist Abonnenten vorbehalten, aber hier ist Nebius auch nicht dabei.


    Die Webseite konzentriert sich übrigens auf Software, KI, Fintech usw. Das sind alles Bereiche, die insgesamt wahnsinnig hoch bewertet sind und die nicht zu meinen Favoriten gehören. Man muss also vorsichtig sein. Das ist Dir natürlich sowieso klar, aber ich wollte es nochmal erwähnen. (An einer Stelle schrieben sie mal sinngemäß, dass alle Analysen unter der Annahme geschehen, dass die heutigen hohen Wachstumsraten bei den Gewinnen auch beibehalten werden. Da kann ich natürlich nur lachen, denn das ist genau der Knackpunkt. In den Einzelanalysen kommen sie darauf nicht mehr zu sprechen und setzen entsprechend bei den Kurszielen KGVs an, die auch in ihrem "Bärenfall" recht ambitioniert sind - vom "Basisfall" und vom "Bullenfall" ganz zu schweigen.)


    Grüße

    Hallo valueman,


    was hältst Du von Texas Pacific Land? Ich finde den Royalty-Ansatz genial. Die jüngsten starken Kurssteigerungen dürften damit zusammenhängen, dass man nicht nur mit Öl, Wasser, Pacht usw. Geld verdienen möchte, sondern auch mit der Bereitstellung von Rechenleistung für KI. Ich ärgere mich darüber, dass ich nicht früher auf dieses Unternehmen aufmerksam geworden bin, da ja Royalties und seit einiger Zeit auch Öl meine bevorzugten Investments sind. Kaufen werde ich die Aktie jetzt nicht mehr, weil bereits zuviel Optimismus im Kurs steckt.


    Was KI betrifft: Hier ist die Nebius Group mein Favorit. Zwar sehe ich, dass auch in den Kursen vieler KI-Aktien bereits viel Phantasie steckt, aber ich denke, dass der Optimismus bei Nebius Group absolut berechtigt ist: Während an der Wall Street in den vergangenen Wochen Skepsis gegenüber KI-Aktien herrschte, weil sehr hohe Anfangs-Investitionen erforderlich sind, ist Nebius Group eines der Unternehmen, das von diesen Investitionen profitiert.


    Konkret: Man stelle sich den KI-Trend wie einen Goldrausch in der Wildnis vor: Viele Unternehmen stecken ihre Claims ab, und kein Mensch weiß vorab, welches Unternehmen fündig werden wird. Daneben gibt es andere, die einfach nur die Infrastruktur bereitstellen - die Infrastruktur, die von allen anderen benötigt wird, also Spitzhacken, Schaufeln und Siebe sowie im Zweifel auch Bars und Bordelle. Die wenigsten Goldschürfer sind reich geworden. Die meisten haben ihr weniges Geld in die Ausrüstung gesteckt und das wenige gefundene Gold in Bars und Bordelle gebracht - deren Betreiber sind sehr erfolgreich gewesen und hatten doch praktisch ein narrensicheres Geschäft.


    In diesem Sinne zurück zu Nebius. Drei Dinge sind es, die Nebius zu meinem Favoriten machen:

    1. Das Unternehmen erhält von seinen Kunden Vorauszahlungen, muss sich also entsprechend nicht bzw. nicht so hoch verschulden und kann Kapitalverwässerungen aus dem Wege gehen.

    2. Neben der Infrastruktur hat Nebius auch eigene Software. Ich kann mir gut vorstellen, dass manch Kunde gern "alles aus einer Hand" haben möchte.

    3. Nebius hat russischen Ursprung (ist aus Yandex hervorgegangen): Ich habe starken Bezug zur Informatik: Die wenigen Ingenieure und Informatiker, die aus der ehemaligen Sowjetunion in den Westen gekommen sind und die ich kennenlernen durfte, haben eine für mein Verständnis grundsolide Ausbildung genossen - sie gehören zu den Besten.


    Falls Du Interesse an KI-Aktien hast: Was hältst Du von meinen Überlegungen?

    Flenzburg: Danke für deine Einblicke. Ich finde das hätte locker einen eigenen Thread verdient. Willst du nicht mal einen aufmachen? :)

    Ja, das könnte ich wohl machen. Allerdings sind die Themen Kapitalerhöhungen und Kostensteigerungen bei der Förderung ja nicht unbedingt speziell, sondern dermaßen übergreifend, dass es einiges an Überschneidungen mit Threads zu einzelnen Minenaktien geben würde - da ist die Diskussion darüber u.U. besser aufgehoben, weil die verschiedenen Aktien ja auch unterschiedlich stark betroffen sind.


    Und: Ich für meinen Teil habe nun im Prinzip schon alles dazu geschrieben, was ich dazu zu sagen habe, und weil ich wohl auch nicht mehr in Minenaktien investieren werde, ergibt das Thema für mich keinen wirklichen Sinn mehr. (Das hatte ich schonmal irgendwo geschrieben: Ich werde meine Royalty-Aktien noch behalten, da Kostensteigerungen für diese kein Thema sind und bei ihnen auch nicht soviel schiefgehen kann. Ich habe immer die "Drei Großen" (WPM, RGLD, FNV, also quasi "die Originale") bevorzugt, weil diese über die meisten Erfahrungen verfügen und auch größere Brocken wuppen können, wie man jüngst an der Vereinbarung zwischen WPM und BHP sehen konnte.)


    Wenn Du möchtest, kannst Du gern einen Thread dazu aufmachen und natürlich auch meine Überlegungen zu dieser Thematik mit reinnehmen.

    Ich habe mich heute von sämtlichen restlichen und jüngst in kleinem Rahmen nochmal hinzugekauften Gold- und Silberminen-Investments getrennt. Die Royalty-Aktien werde ich behalten. Hier stichwortartig die Gründe, die mich zum Verkauf der Aktien der Minen-Betreiber bewogen haben:

    1. Viele Manager haben über viele Jahre enttäuscht, indem laufend Kapitalerhöhungen vorgenommen wurden, wodurch die Kapitalstruktur verwässert wurde. In der Zeit stiegen damals die Förderkosten, während die Metallpreise nicht oder nur moderat stiegen.

    2. Es hat einen enormen Kursaufschwung in kurzer Zeit bei Gold und Silber benötigt, bis - z.B. von Coeur Mining und von First Majestic - gute Quartalszahlen präsentiert wurden.

    3. Derartige starke Kursgewinne bei Gold und Silber erwarte ich nun erstmal nicht. Im Gegenteil: Ich erwarte, dass die Förderkosten steigen, was dann wiederum entsprechend auf die Bilanzen durchschlagen wird. (Wegen der Verwässerung der Papierwährungen habe ich ja im Edelmetall-Bereich investiert. Diese Verwässerung geht m.E. munter weiter, so dass auch die Förderkosten wieder deutlich steigen dürften. Meine Vermutung ist, dass die jüngsten Preissteigerungen bei Gold und Silber auch(!) ein Vorlauf bzgl. weiterer Kaufkraftverluste bei den Papierwährungen waren.)

    4. Ich rechne damit, dass dann wieder das altbekannte "Spielchen" weitergeht: Aktionäre werden vertröstet und es finden Kapitalerhöhungen statt. Was bleibt, sind in dem Falle dann wieder Hoffnungen auf steigende Gold- und Silberpreise. Kurzum: Wir könnten in diesem "Kreislauf" wieder bei obigem Punkt 1 landen. (Die erhofften Kursanstiege bei den Minenaktien haben wir nun gesehen, und jetzt lautet die logische Konsequenz für mich, Abschied von Minenbetreibern zu nehmen.)


    Oder anders ausgedrückt: Auch wenn Gold und Silber weiter steigen, dann werden die Quartalszahlen nicht wirklich besser, falls meine Vermutung steigender Förderkosten sich als korrekt erweist.


    Insgesamt habe ich diese Entscheidung natürlich auch im Rahmen meiner persönlichen Gesamtsituation getroffen: Die Royalty-Aktien sind durch die Kursanstiege nun sehr große Positionen in meinem Depot, und gemeinsam mit dem Physischen bin ich noch immer deutlich überproportional im Edelmetall-Sektor unterwegs. Ich kann also trotz des Verkaufs gut schlafen. Außerdem habe ich nun wieder höhere Cash-Reserven, die ich vermutlich in den ein oder anderen dividendenstarken Titel stecken werde.

    Es wundert mich ein wenig, dass Transocean hier gar nicht diskutiert wird. Hier geht es zwar primär um Edelmetalle, aber doch auch um Rohstoffe allgemein, und das ein oder andere Forenmitglied ist ja auch z.B. in Öl-Aktien und Öl-Royalties investiert. Für diejenigen dürfte doch eine Investition in einen Betreiber von Bohrplattformen und Bohrschiffen durchaus eine Überlegung wert sein - und sei es nur zur Abrundung der Öl-Sparte.


    Ich selbst bin in Transocean investiert und betrachte die Sache so:

    1. Öl hinkt in der Preisentwicklung vielen anderen Rohstoffen hinterher. Ich gehe davon aus, dass der Preis sich nach oben entwickeln wird. (Die "Energiewende" dürfte dem nicht entgegenstehen, denn der weltweite Ölverbrauch steigt weiter. Im Gegenteil: Vermutlich wurden Explorationsaktivitäten vernachlässigt, weil eine geringere Nachfrage erwartet wurde. Das wäre im "Schweinezyklus" total logisch und typisch und kann kann dann evtl. sogar gut für den Ölpreis sein. Ich gehe daher davon aus, dass mit einem von mir erwarteten Ölpreisanstieg die Explorationsaktivitäten - und damit die Nachfrage nach Bohrplattformen und Bohrschiffen - steigen werden.)

    Punkt 1 waren meine Überlegungen, die mich zu einem Investment in Transocean geführt haben. Durch die Übernahme kommen nun diese Gedanken hinzu:

    2. Transocean hat einen hohen Auftragsbestand, jedoch relativ hohe Schulden. Valaris hingegen ist nur geringfügig verschuldet. Nach der Übernahme dürfte sich die Verschuldung des Gesamtkonzerns im normalen Rahmen bewegen. Hinzu kommen Synergieeffekte und - als größerer "Player" - eine stärkere Verhandlungsbasis.

    3. Es findet eine enorme Verwässerung statt. Nach der Fusion halten die heutigen Transocean-Aktionäre nur noch 53% der Aktien. Trotzdem wurde die Übernahme von der Börse positiv aufgenommen - der Kurs steigt. Gibt es ein stärkeres Argument für die Aktie?


    Der Kursanstieg deutet darauf hin, dass die Aktie nun eine gewisse Neubewertung erfährt - vermutlich aufgrund der relativ geringen Verschuldung nach der Übernahme.


    Es wundert mich auch, Edel Man sich nicht mehr zu Transocean äußert, denn er war ja ein paar Jahre lang "dran".

    Dazu habe ich in einem Artikel vom 02. Februar dies gelesen:


    "Hier drängt sich der Eindruck auf, dass kleinere Anleger aus dem Markt gedrängt werden sollen, damit größere Player deren Assets – in erster Linie physisches Silber – zu günstigen Preisen erwerben können. Dafür spricht auch die seit Freitag anhaltende enorme Differenz zwischen niedrigen Ankaufspreisen und hohen Verkaufspreisen bei westlichen Edelmetallhändlern."


    Hier der Link dazu:

    Gold, Silber und Bitcoin weiter unter Druck – Sollen Kleinanleger aus dem Markt gedrängt werden?
    Ob Gold, Silber oder Bitcoin: Weltweit fallen diese Vermögenswerte auch zum Wochenstart. Auslöser sind unter anderem die Erwartungen an die Geldpolitik eines…
    rtde.live

    Wenn so einige andere Assets (hier bspw. Exxon Mobil und Vale) gegen Gold nun derart billig sind, überlege ich schon, wieviel echtes Geld ich "auf dem Konto lasse", und in welcher anteiligen Höhe eine Allokation dieses Geldes in bestimmte produktive Assets sinnvoll ist.

    ...

    Vielleicht wird es wieder die Zeit der Royalty-Unternehmen, die mit Kostensteigerungen in der Produktion, Kapitalkosten, sowie staatlichen (Förder-)abgaben erstmal weniger zu tun haben als die Produzenten? Bei mir waren sie die letzte Zeit vorhanden, aber etwas unterrepräsentiert. Flenzburg hatte darüber in einem anderen Faden auch nachgedacht.

    Danke für den sehr gelungenen Beitrag!


    Ich erlaube mir eine kleine Ergänzung: Investitionen in Erdöl dürften nicht nur wegen der aktuellen Bewertungsrelationen im Verhältnis zu Gold, Silber und Rohstoffen interessant sein, sondern auch, weil sie total "out" sind. Erdöl ist dermaßen "unsexy", dass es schon wehtut. Antizyklischer geht es kaum. Vor allem dürften jüngere Leute, die i.w. digital unterwegs sind und sich an der "Energiewende" orientieren, Erdöl - derzeit? - gar nicht auf dem Radar haben.


    Es mag ja sein, dass die Elektrifizierung weiter voranschreitet. Der Ölverbrauch nimmt jedoch weiter zu - u.a. auch wegen des Bevölkerungswachstums in den "Schwellenländern". Und wie das eben im Schweinezyklus so ist: Der Preis verharrt auf niedrigem Niveau, weshalb Investitionen und Explorationsaktivitäten vernachlässigt werden. Und wenn, hoppla, die Nachfrage dann doch höher ausfällt als erwartet, dann dauert es mitunter Jahre, bis Versäumtes nachgeholt wurde.


    M.E. dürften sich Investitionen in Ölkonzerne mit etwas Geduld enorm auszahlen. In der "Wartezeit" wird man mit schönen Dividenden getröstet. Diese Meinung hatte ich in ähnlicher Form in den vergangenen Tagen bereits in anderen Diskussionen vertreten.


    Warten wir einfach mal ab. Kurz nach der Abschaltung der letzten deutschen Atomkraftwerke kam plötzlich die EU um die Ecke und stufte Atomkraft als nachhaltig ein. Was für ein Zufall aber auch! Wird es beim Erdöl ähnlich sein? Immerhin gibt es mittlerweile bereits Stimmen, die besagen, die Klimaerwärmung beruhe nicht auf dem CO2-Anstieg, sondern es sei umgekehrt - durch die Klimaerwärmung steige der CO2-Gehalt. (Ohnehin schwankt die Strahlungsintensität der Sonne in einem Takt von ca. 200 Jahren. Daher wird es auch auf den anderen Planeten derzeit wärmer. Das ist jedenfalls mein Kenntnisstand. Und wer weiß: Vielleicht heißt es in 20 Jahren, dass ohne die Klimaerwärmung die Menschheit gar nicht ernährt werden kann - denn immerhin fördern Wärme, Sonne und CO2 das Pflanzenwachstum.)

    In zahlreichen Beiträgen über Jahrzehnte hinweg habe ich stets betont, daß gewisse Juniors, genauer gesagt Explorer und Entwickler, lediglich Beimischung eines Depot sein sollten.

    Jau! Das ist vollkommen korrekt, und das könnte ich auch so unterschreiben (das gilt auch für den hier nicht zitierten Teil Deines Beitrags.).


    Das ist eben häufig so: Verschiedene Menschen haben verschiedene Sichtweisen und betrachten dasselbe Thema unter verschiedenen Aspekten. Im Prinzip haben wir also wohl beide irgendwie recht, oder?!


    Ein Grund dafür, dass ich den Beitrag überhaupt verfasst hatte, ist mein Eindruck, dass der Aufwärtstrend viele Anfänger angelockt hat. Ich denke, dass viele davon leicht durch euphorische Artikel geblendet werden können ... und damit deren Misserfolg bzw. Scheitern den Anfang nimmt. (Auch denke ich, dass die Weisheit, die aus Deinen Worten spricht, meistens auf Erfahrungen beruht.)


    Ein bisschen näher habe ich meine Ansichten und Erfahrungen heute in zwei anderen Beiträgen gepostet. Der zweite ist dieser:

    Der erste findet sich im selben Thread ein paar Stunden zuvor.


    Was ich noch erwähnen möchte: Vor vielen Jahren hatte ich über einen Zeitraum von etwa 7 bis 8 Jahren stets 10 bis 12 Biotech-Aktien im Depot. Dabei hatte ich den Fokus auf kleinere Unternehmen mit interessanten Produktentwicklungen gelegt. Meine Auswahl war richtig gut, wie ich feststellen musste - denn andauernd wurde ein Unternehmen, das sich in meinem Depot befand, von einem großen Biotech- oder Pharma-Konzern übernommen. Das geschah zwar mit einer gewissen Prämie, aber diese "Juniors" konnten ihr Potential nie ausspielen. Die meisten Übernahmen geschahen natürlich immer dann, wenn Biotech-Aktien es eher schwer hatten, die Kurse also allgemein nicht besonders hoch waren. Ich wäre damals besser damit gefahren, von vornherein bei den etablierten Konzernen zu bleiben. (Endgültig gereicht hat es mir damals, als ich die Aktien zweier sehr vielversprechender junger Antibiotika-Entwickler gekauft hatte. Das hat damals nur ein paar Wochen gedauert ... da waren beide übernommen worden. Und ich hatte wirklich viel Zeit in die Recherche gesteckt.)


    Mit Explorern, Entwicklern und Junioren habe ich dann später dieselben Erfahrungen machen müssen, leider.


    Im Prinzip, Edel Man, habe ich mit meinen Beiträgen ja nun Deine Mahnungen zu Vor- und Umsicht einmal auf meine Weise formuliert.


    Ich wünsche allen ein schönes Wochenende ... und viel Erfolg im "Haifischbecken" namens Börse!

    Danke @gogogogogold, LuckyFriday, und Jones für die konstruktiven und vernünftigen Kommentare auf meinen Beitrag - vor allem dafür dass Ihr sachlich geblieben und nicht aggressiv geworden seid.


    Ich möchte hinzufügen, dass es Ausnahmen geben kann - also Leute, denen es wirklich gelingt, Rosinen rauszupicken und nicht nur mit diesen einzelnen Rosinen, sondern mit ihrem Gesamteinsatz die Edelmetalle zu schlagen. So einen Erfolg halte ich für ungewöhnlich - wenn es Euch gelingt, dann finde ich es prima und gönne es Euch.


    Weshalb ich aber den Beitrag geschrieben hatte, ist dies: Ich habe in verschiedenen Foren immer wieder den Eindruck, dass Unternehmen umso mehr Aufmerksamkeit erregen, je spekulativer sie sind. Soll heißen: Viele Anfänger dürften sich damit blutige Nasen holen. Davor wollte ich nur warnen, mehr nicht.


    Ich selbst hatte vor einigen Jahren auch noch relativ viele Explorer, Developer und Entwickler im Depot, und darunter waren auch einige richtig gute. Meine Auswahl war sicherlich nicht perfekt, aber durchaus i.O. Nur ... leider leider ... die richtig guten wurden von großen Konzernen übernommen und konnten ihr Potential nie richtig ausspielen. Unter dem Strich wäre ich besser damit gefahren, nur die drei großen Royalties (Royal Gold, Wheaton P.M. und Franco-Nevada) zu kaufen.


    Und demzufolge würde ich jemandem, der jung ist (unter 40 z.B.) und mich um Rat fragt, sagen: "Wenn Du von einem langfristigen - viele Jahre andauernden - Trend in einem Bereich überzeugt bist, dann gehe keine unnötigen Risiken ein, sondern bleibe bei etablierten Marktführern. Damit ist dann die Zeit auf Deiner Seite. Und mit diesen Konzernen lassen sich auch Schwankungen aushalten und durchstehen. Das ist bei kleinen Unternehmen - psychologisch - nicht so einfach, weil die Schwankungen viel krasser sind. Und dann spar Dir die Zeit, täglich stundenlang exotische Investments zu studieren. Verbring die Zeit lieber mit den Kindern, der Familie, Freunden usw. Und wenn es etwas Nervenkitzel sein soll, dann kauf Dir mit Kleinstbeträgen ein paar Lottoscheine."


    Mit diesem Ansatz hat es bei mir 20 Jahre gedauert - aber es hat sich richtig gelohnt. Gut Ding will Weile haben. Gerade junge Leute müssen dies erstmal begreifen.


    Ich wünsche Euch einen guten Riecher und Durchhaltevermögen

    Ich kann kaum glauben, dass Dein Depot etwas mit der Realität zu tun haben kann. Soll heißen: Es ist m.E. kaum vorstellbar, dass jemand so "investiert" - weder von hart erarbeitetem Geld, noch von irgendwelchen Erbschaften oder Schenkungen.


    Konkret: Ich lese fast nur völlig unbekannte Firmen-Namen, und eine kleine Stichprobe (4 an der Zahl) ergibt, dass es sich um Explorer ("Bodenbuddler") handelt. Aller Erfahrung nach finden ca. 90% nichts wirtschaftlich Verwertbares, und weitere ca. 9% scheitern an anderen Dingen wie z.B. Genehmigungen, Umweltauflagen, Widerstand der Bevölkerung, Finanzierung, Infrastruktur etc.


    Fazit: Selbst wenn die Preise der Edelmetalle weiter steigen, wirst Du - höchstwahrscheinlich - mit Deinem Depot (falls es überhaupt etwas mit der Realität zu tun hat) kein Geld verdienen, sondern lediglich dem ein oder anderen "Experimenteur" dabei helfen, noch etwas länger die Gehälter zahlen um im Boden rumwühlen zu können.


    Aber mach bitte weiter - Du zeigst uns allen, wie man es eben nicht machen sollte.

    Morris Hubbart, na ja.


    Wenn man sich einfach mal die Charts dreier großer Senior-Produzenten (in USD) anschaut und die Kursentwicklung seit dem Jahr 2000 (als Gold sein Tief markierte) mit der Entwicklung des Goldpreises vergleicht, dann kommt man zu diesem Resultat:

    - Agnioco Eagle: Die Aktie hat sich deutlich besser als der Goldpreis entwickelt.

    - Newmont: Bei Newmont wird das gegenüber Gold schon knapp - trotz der Dividenden

    - Barrick: Trotz der Dividenden war Gold die deutlich bessere Wahl


    Na gut - hier geht es nun also um Junior-Aktien. Ich mache mir jetzt nicht die Mühe, Juniors bzw. ehemalige Explorer rauszusuchen, die seit dem Jahr 2000 nicht übernommen wurden und - darauf kommt es an - auch überlebt haben. Was ich damit sagen will: Massenhaft Junioren und Explorer haben es nicht geschafft, die hochgesteckten Erwartungen zu erfüllen. Und das hat u.a. auch damit zu tun (und deshalb schreibe ich diesen Beitrag überhaupt), dass mit der allgemeinen Inflation natürlich auch die Förderkosten steigen, was entsprechend auf die Gewinne und auf die Kurse drückt.


    Wir alle haben doch hier erlebt, wie enttäuschend die Kurse vieler Minenaktien sich über längere Zeiträume entwickelten, obwohl Gold stark war. Eine solche Phase kann durchaus wieder bevorstehen. Sollte der Goldpreis jetzt erstmal für ein paar Jahre seitwärts tendieren (was dann wohl nicht überraschend sein dürfte), dann wird es mit den Kursen der Minenaktien sicherlich nicht einfach so weiter aufwärts gehen.


    Konkret gehe ich sogar davon aus, dass Gold der Preisentwicklung an den Märkten (und auch der Gelddruckerei seitens der Notenbanken) vorausläuft. Und da bereitet mir der Ölpreis gewisse Sorgen: Sollte er deutlich steigen, dann könnte die Party hier recht schnell vorbei sein, denn das Bergbaugeschäft ist energieintensiv. (Hinweis: Ich bin stark in Ölaktien investiert und habe den Bestand an Edelmetallaktien stark reduziert, weil ich von einem solchen Szenario ausgehe. Öl ist m.E. einfach derart billig (wenn man den Preis mit anderen Rohstoffen vergleicht), dass es ein Hohn ist. Ich denke doch, dass sich die Verhältnisse in den kommenden zwei bis drei Jahren deutlich angleichen werden.)


    Dies sei nur einmal am Rande erwähnt und sollte - bitte - nicht zerredet werden. Ich kann mich da total irren, so dass ich demnächst staune, was ich da mal geschrieben habe. Aber das ist nunmal derzeit meine persönliche Sicht auf die aktuelle Sachlage. (Ich werde sowieso immer skeptisch, wenn ich in guten Zeiten so extrem optimistische - und prozyklische - Vorhersagen wie die von Hubbart lese. Im Normalfall liegt man ja bekanntlich eher falsch, wenn man blind dem Zeitgeist und der großen Masse folgt. Und da hilft es auch nicht, wenn dann - nachträglich natürlich - irgendwelche Aktien präsentiert werden, deren Kurs sich tatsächlich verzwanzig- oder verdreißigfacht hat - denn diese Aktien hatte sicherlich kaum jemand auf dem Radar, UND so gut wie niemand ist dann wirklich billig eingestiegen UND hat die Aktie bis zum Hoch gehalten UND am Hoch verkauft. Wer etwas anderes behauptet, orientiert sich rein an der Theorie und ist eher ein Dampfplauderer.)

    Ich konnte mich heute vormittag doch nicht zurückhalten und habe die beiden Silberminen, die ich am vergangenen Freitag - leider etwas zu früh - je zur Hälfte zurückgekauft habe, nun wieder auf die ursprüngliche Positionsgröße aufgestockt.


    Es war dann doch zu verlockend. Immerhin ist Silber in der vergangenen Nacht bis auf 64 USD abgerutscht, was dann praktisch eine Halbierung innerhalb weniger Tage bedeutet (wenn man die 128, die ich China erreicht wurden, als Maßstab nimmt). Die 128 sind in meiner Erinnerung hängengeblieben, und ob es ein paar Dollar mehr oder weniger waren, ist auch egal. Und da mir zu Beginn der vergangenen Woche aufgefallen war, dass die Minenaktien den enormen Aufwärtstrend der Metall nur noch sehr verhalten mitmachten ... und ich nun den Eindruck habe, dass sie sich beim Abwärtstrend der Metalle doch relativ wacker halten ... riskiere ich es mal. Außerdem: Eine Halbierung des Silberpreises ist schon mal ein Wort. Es sollte doch nun wohl zumindest eine Gegenreaktion geben. Und überhaupt: Sollte sich der Silberpreis auch nur auf dem aktuellen Niveau halten, sollten die Bilanzen der Silberminen in diesem Jahr grandios ausfallen. Das zu meinen Überlegungen.


    Zum Öl: Ich habe nun auch eine Royalty-Aktie in mein Depot genommen: Viper Energy (A41F4Y). Das Unternehmen expandiert relativ aggressiv, verdaut derzeit noch Übernahmen und möchte den Großteil des Cashflows an die Aktionäre ausschütten. (Ich finde Royalty-Gesellschaften prima, weil sie nicht die Risiken und Kosten des operativen Geschäftes tragen. Auch zahlt Viper Energy im Gegensatz zu den großen Edelmetall-Royalties eine ordentliche Dividende, was m.E. für alle Öl-Gesellschaften ein absolutes Muss darstellt. Daher habe ich Viper als Ergänzung und Abrundung meines Öl-Engagements hinzugefügt.)


    Auch würde es mich überhaupt nicht wundern, wenn die Explorationsaktivitäten in sachen Öl wieder deutlich zunehmen, sobald der Ölpreis merklich anzieht, worauf ich ja spekuliere. Daher hat nun auch Transocean (A0REAY) den Weg in mein Depot gefunden.


    Valueman: Ich hoffe, es ist i.O., wenn ich ab und an in Deinem "Faden" etwas zu meinen Aktivitäten schreibe.