Connor MacLeod
Von was für einem Szenario gehst du denn bitte aus, dass man einer Nachbarin bei ihrem kranken Kind nicht helfen will oder einer Nachbarin nicht die Suppe warm macht? Mad-Max? Perestroika? Militärdiktatur? Kalifat? Hungersnot?
Das hat mich bei all den Survivalisten immer gestört, diese absolute Paranoia vor dem absoluten Bösen.
Und wer das wirklich nicht ablegen kann, sollte halt mal überlegen, welche weltlichen Anhänge einen daran hindern, denn am Ende ist es nur Verlustangst, die dir alle diese "Horrorszenarien" malt.
Arm zu sein bzw. sich Arm zu geben ist ein Weg, mit den unbekannten Variablen umzugehen, hab ich schonmal erklärt wie das funktionieren kann. Folge deinem Herzen (=innere Stimme o.ä. Konzept) hilft auch. Zuallererst solltest du aber daran arbeiten, die störenden, fremden Stimmen aus deinem Kopf zu bekommen.
Aber gut, was sagen deinen Beispiel-Situationen eigentlich aus?
Zuerst einmal breche ich sie auf ihre gemeinsamen Nenner herunter:
A) Nachbarn klingeln/stehen an deiner Tür und bitten um Hilfe.
Du hast dich also in deiner Festung verbarrikadiert und lässt dich niemals draußen blicken, d.h. die Nachbarn sind ja genötigt, an deiner Tür zu klingeln, wenn sie was von dir wollen, anstatt dich spontan am Gartenzaun oder beim Holz sammeln am Waldrand zu treffen. Oder du wohnst in einer Stadt.
D.h. du befindest dich also in einem Zustand der Dauer-Anspannung, ständiger Angst vor dem schlimmsten Fall, dir will jemand ans Leder, dir will jemand was wegnehmen, du fängst an, allem und jedem zu misstrauen - und das sieht man dir an...
Während nun also der vernünftige Rest vom Dorf sich arrangiert und durch Tätigwerden Gruppen entstehen und Dinge auf die Beine gestellt werden, hockst du am Fenster und guckst ihnen durch die dünnen Schlitze der Rolläden zu. Was anderes bleibt dir ja nicht übrig bei deinen Erwartungen.
Im Dorfe wundert man sich schon, warum du überhaupt nicht an die Tür gehst und den ganzen Tag im Haus bleibst... der arme... nach mehreren gut gemeinten Versuchen lassen sie dich also erstmal in Ruhe.... werden dir wohl aber auch nicht helfen, wenn dann die folgenden vor der Türe stehen:
B) Familie/Bekannte stehen an deiner Tür (und wollen was? bleiben?)
Irgendwas ist schief gelaufen, wenn solche Menschen an deiner Tür stehen. Womöglich habt ihr euch total verkracht, die Fronten sind verhärtet und jeder erwartet vom Anderen das Schlimmste. Dann sollte man sich aber fragen, wieso die jetzt vor der Tür stehen. Kommen sie von weit her? Illusionär, ein Witz! Wie Paradox genau muss die Lage sein, dass du nicht helfen kannst, die es aber irgendwie bis zu dir geschafft haben? Sind sie aus der Nähe? Siehe Oben.
Du wirst jetzt festgestellt haben, dass ich mit keiner Silbe darauf eingegangen bin, wie man an der Tür in dem entsprechenden Beispiel reagieren würde. Ganz einfach, weil es komplett sinnlos ist, sich über eine fiktive Situation, mit ausgedachten Charakteren, den Kopf zu zerbrechen.. dein Ego spielt dir Fantasien vor, die so nicht eintreten werden...
und wenn doch, dann kannst du dir in 99% der Fälle an die eigene Nase fassen, denn du identifizierst dich mit etwas, das du dann auch nach Außen trägst: In deinem Falle also "ich bin vorbereitet, ich bin besser dran als ihr, ihr seid alle doof und blöd und blind, ich habe alles, ihr habt nix, bei mir gibts was zu holen, aber ich gebe nix ab" statt "oh ein wertvolles Mitglied unserer Gemeinschaft, das uns gerne hilft und dem wir gerne helfen".
Du sagst: Unmöglich? Dann mach es möglich. Und zwar jetzt und nicht erst in der Krise. Es geht hier um eine Umstellung der eigenen Wahrnehmung, die eine Umstellung der Wahrnehmung aller anderen auf dich zur Folge hat, weil du plötzlich eine ganz andere Ausstrahlung besitzt, die all diese schlechten Dinge, die du dir so vorstellst, auch nicht mehr "magisch anzieht".
Diese Einstellung schließt ja nicht aus, dass man in einer Extremsituation (z.B. Plünderer ziehen gerade durchs Land) dann nicht doch alle Schotten dicht macht. Diese Extremsituationen werden aber nicht über Nacht eintreten, sondern fließend.... d.h. du wirst wertvolle Anfangszeit damit verschwenden, dich zu isolieren und von der Gemeinschaft, die in der Not entsteht, auszuschließen.
Natürlich ist Urteilsvermögen gefragt, wenn es um bestimmte Personentypen geht... aber hier auch wieder Menschenkenntnis - und die lernt man nur im Umgang mit Menschen verschiedener Art - und idealerweise lernt man es, Menschen zu erkennen, die den Funken in sich haben, die tun dir auch nix.
Und bei allem anderen hilft dir deine spirituelle Einsicht und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten, die du natürlich erstmal erkennen musst, dass du sie überhaupt hast!