Moin moin,
die schönen Charts und Korrelationen von @nicco lassen mich nach Zusammenhängen schauen. Ich weiß noch nicht, was dabei heraus kommt.
@sirgey vermutet Steuerung durch das PPP.
Ich gehe davon aus, dass das heute eine Aktion der FED war.
Sie hat massiv langlaufende Anleihen abverkauft.
@Deflationator sieht abstürzende EM.
Für den Mut eine nicht beliebte Möglichkeit anzusprechen gibt es auch Likes. ![]()
Nun bastle ich eine denkbare Sichtweise:
Durch Corona wird die Wirtschaft weltweit schockgefroren. Wer Schulden hat, hat Termin zur Zahlung von Zins und Tilgung. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Zinsen senken hilft da leider auch nicht, zumal die schon nahe Null oder negativ sind. Das ist nicht nur kein Wachstum, sondern ein massiver Einbruch zahlreicher Bereiche der Wirtschaft. Es wird zu einem erheblichen Einbruch des Sozialproduktes kommen. Die Arbeitslosigkeit wird stark steigen und weniger betroffene Bereiche belasten. Alles ist mit allem verbunden!
Was kann man tun?
- Märkte stützen und Bürger beschwichtigen
- Wirtschaft + Bürger entlasten: Ölpreis senken!!! ist ein Konjunkturprogramm in allen Ländern mit weniger aggressiver Besteuerung. Teure Energie macht Inflation und umgekehrt. Ich vermute, dass der saudische Prinz die Rabatte und die Produktionserhöhung nicht freiwillig gemacht hat (Kaschoggi Mord in Istanbul).
- Vorteil + Nachteil USA: Iran und Venezuela kommen noch mehr unter Druck. Die eigene Schieferöl/-gas Industrie ist nicht mehr konkurrenzfähig. Die Kredite an diese Industrie müssen irgendwie neutralisiert werden.
Mir fällt nur drucken ein, also aufkaufen oder auf 100 Jahre verlängern, was das Abschreiben spart.
Billige Energie führt zu eher sinkenden Preisen. Das müsste normalerweise zu sinkenden Zinsen führen. Nicco schreibt, dass die Zinsen steigen.
Erklärung von sirgey könnte richtig sein.
Oder teuerer wird, was knapp ist! Alle brauchen Kredit, weil sie nicht ausreichend für ihre Verpflichtungen wirtschaften können. Die von der FED angebotene Liquidität wird stets überzeichnet.
Wir wollen wissen, was das für "unsere Märkte" bedeutet.
Die schockgefrorene Wirtschaft erwirtschaftet keinen Cashflow, sondern benötigt in außergewöhnlichem Umfang Kredite, was zu steigenden Zinsen führt.
Dazu kommen horrende Kosten für die Bekämpfung der Pandemie und das Gesundheitssystem. = Geldbedarf
= steigende Zinsen.
Das bedeutet, dass das Szenario von Deflationator durchaus realistisch sein könnte.
Ich vermute, dass es nach einer kurzen Erholung zu weiteren Einbrüchen an den Aktien und Bondmärkten kommt. Das könnte wieder Kapital in die EM Märkte fließen lassen.
Die Volatilität der EM könnte extrem ansteigen, so dass die Schwankungen kaum handelbar sind.
Wie könnte sich das ungewöhnliche Verhältnis von Gold- und Ölpreis normalisieren?
Da der niedrige Ölpreis zur Konjunkturstützung benötigt wird, müsste der Goldpreis entsprechend sinken.
Die Produktion von Schieferöl und -gas sinkt langsam, wenn man keine neuen Bohrungen macht. Bis Ende 2020 könnte sich die momentane US-Produktion mindestens halbieren.
Wer kann sagen, wie viel von den ca. 13 Mio. Barrel täglich, die in den USA gefördert werden, aus dem Schieferbereich kommen.
Wenn es z.B. 50% wären und bis August 2020 davon 50%, also gut 3 Mio. Barrel wegfallen, dann dürfte der Markt wieder Richtung Gleichgewicht unterwegs sein - mit steigenden Energie- und EM-preisen.
Genauere Informationen zu dem Sachverhalt sind hier willkommen.
LG Vatapitta
PS: Dann könnte Saudi Arabien die Ölpreise ohne politischen Druck aus den USA gesenkt haben.