Informationen über Öl

  • wahrlich historische Zeiten

    „Es gehört zum Schwierigsten, was einem denkenden Menschen auferlegt werden kann, wissend unter Unwissenden den Ablauf eines historischen Prozesses miterleben zu müssen, dessen unausweichlichen Ausgang er längst mit Deutlichkeit kennt. Die Zeit des Irrtums der anderen, der falschen Hoffnungen, der blind begangenen Fehler wird dann sehr lang."
    Carl J. Burckhardt

  • Moin,


    bei den Öl-Preisen wird es für die ScheiXX-E-Fahrzeuge immer schwerer, sich "ins Rechnen zu bringen" ;) Wie gut, dass wir unseren Achtender-Ölbrenner nicht in der ganzen Diesel-Diskussion verkloppt haben. Die fast vierhundert Pferdchen machen auch als Diesel richtig Spaß. :P


    Grüße
    Goldhut


    Alle Mitteilungen in diesem Forum sind als reine private Meinungsäußerung zu sehen und keinesfalls als Tatsachenbehauptung. Hier gilt Artikel 5 GG und besonders Absatz 3 (Kunstfreiheit-Satire)
    Dieser Beitrag ist eine persönliche Meinung gem. Art.5 Abs.1 GG und Urteil des BVG 1 BvR 1384/16

  • Es ist schon komisch, dass der Crash erst so kurz vor dem Wechsel auf den Juni-Future aufgetreten ist.
    D.h. bis zum Schluss waren alle zu optimistisch und haben die Realität verweigert.


    Der Juni-Future steht allerdings noch relativ hoch.
    Die Preisfrage ist: Wie realistisch ist es, dass der Preis für den Juni-Future am Ende tatsächlich zutrifft, wenn die Lager jetzt schon alle voll sind (den Beweis dafür haben wir heute erhalten), die Ölproduktion bis dahin allerdings immer noch über dem Verbrauch liegt?


    Ich halte es für unwahrscheinlich und gehe daher davon aus, dass der Juni-Future ebenfalls crashen wird. Nicht jetzt sofort, aber im Laufe der nächsten Zeit.

  • Nach Eugen Weinberg handelt es sich allerdings (lediglich oder überwiegend) um einen Kontraktwechseleffekt:


    https://www.ideas-news.de/news…s+faellt+auf+21Jahrestief

    WTI-Ölpreis fällt auf 21-Jahrestief
    20.04.2020 Rohstoffe Eugen Weinberg (Commerzbank AG, Leiter Rohstoffanalyse), Daniel Briesemann (Commerzbank AG, Rohstoffanalyse), Carsten Fritsch (Commerzbank AG, Rohstoffanalyse), Dr. Michaela Helbing-Kuhl (Commerzbank AG, Rohstoffanalyse)
    Energie: Günstige Ölpreise täuschen Anleger
    Der WTI-Ölpreis fällt heute Morgen um rund 20% unter 14,5 USD je Barrel. Noch am Freitagmorgen notierte der morgen auslaufende Mai-Terminkontrakt bei 20 USD je Barrel. Der optisch günstige Ölpreis sorgt bei vielen, insbesondere Kleinanlegern, für Verwirrung, wobei diese in der Hoffnung auf steigende Preise nun massiv Anteile an börsennotierten Öl-ETFs kaufen. Die vom Bloomberg ermittelten Netto-Long-Positionen der Öl-ETFs liegen mit 550 Tsd. Kontrakten à 1.000 Barrel so hoch wie nie zuvor. Offensichtlich haben viele Anleger nach vielen Jahren immer noch nicht begriffen, dass man im Gegensatz zu Aktien kein physisches Öl kauft, sondern lediglich einzelne Futures, die dann immer wieder (meist monatlich) rolliert werden. Vom “Preisanstieg” bei WTI nach dem Kontraktwechsel am Mittwoch, werden die Anleger, die auf steigende Preise setzen, überhaupt nicht profitieren, da der darauffolgende Juni-Kontrakt bei rund 24 USD je Barrel notiert. Die Contango-Konstellation am Terminmarkt, d.h. eine aufsteigende Terminkurve, erklärt zum größten Teil die massiven Unterschiede in der Entwicklung des Ölpreises und der Öl-ETFs in den vergangenen Jahren. Aber auch die Großanleger haben sich zuletzt von der Entscheidung der OPEC+ und optisch historisch günstigen Preisen beirren lassen und ihre Netto-Long-Positionen sowohl bei WTI als auch bei Brent wie schon in der Woche zuvor erhöht.
    Diese Woche dürfte in Texas eine Entscheidung über koordinierte Produktionskürzungen fallen. Den einzigen Nutzen dieser Regelung sehen wir darin, dass sich die Produzenten bei Nicht-Erfüllung ihrer Verpflichtungen womöglich auf “Höhere Gewalt” berufen können. Die Produktion dürfte dessen ungeachtet demnächst ohnehin stark zurückgehen. Die Anzahl aktiver Ölbohrungen ist in der Vorwoche laut Baker Hughes erneut um 66 gefallen und liegt mit 438 auf dem niedrigsten Stand seit Oktober 2016 bzw. nur noch halb so hoch wie Anfang 2019. Bis zum Tief im Mai 2016 fehlen nur noch 122 eingestellte Bohrungen.



    Herr Weinberg hat zudem auch eine gute Nachricht für Goldanleger im Gepäck:


    Edelmetalle: Goldpreisanstieg auf 7½-Jahreshoch nicht spekulativ getrieben
    Gold fällt am Morgen zeitweise unter 1.680 USD je Feinunze. Angesichts des Einstiegs einiger Länder in den Ausstieg aus dem Lockdown hellt sich die Stimmung der Marktteilnehmer auf. Gold, das in den letzten Wochen noch im Tandem mit den sich erholenden Aktienmärkten gestiegen war, steht daher seit Donnerstag merklich unter Druck. Vom kurz zuvor verzeichneten 7½-Jahreshoch hat es inzwischen gut 70 USD nachgegeben. Eine länger anhaltende Schwächephase oder gar eine heftige Korrektur wie Mitte März erwarten wir aber nicht. Dafür waren die spekulativen Finanzanleger beim jüngsten Preisanstieg kaum dabei. Deren Netto-Long-Positionen verharren seit mittlerweile fünf Wochen auf einem kaum veränderten, vergleichsweise moderaten, Niveau. Der Preisanstieg auf das besagte 7½-Jahreshoch war also nicht spekulativ getrieben, weshalb auch keine Notwendigkeit für eine Korrektur seitens dieser Anlegergruppe besteht. Eine wichtige Rolle beim Goldpreisanstieg spielten dagegen die kräftigen Käufe bei den Gold-ETFs. Seit Monatsbeginn summieren sich diese auf 112 Tonnen. Die ETF-Zuflüsse hielten zuletzt zwar weiter an, haben sich aber etwas verlangsamt. In den letzten beiden Handelstagen kamen nur noch 6,5 Tonnen hinzu, weniger als zuvor an einem Tag. Der SPDR Gold Trust in den USA verzeichnete zuletzt keine Zuflüsse mehr. Dieser wird vor allem von institutionellen Anlegern als Investmentvehikel bei Gold benutzt und kann daher als Proxy für die Stimmung der professionellen Anleger gegenüber Gold angesehen werden.


    Ergo: Möglicherweise wird beim Gold mehr zu holen sein als beim Öl.

  • Ergo: Möglicherweise wird beim Gold mehr zu holen sein als beim Öl.

    Die Dividendenrenditen sind z. Bsp. bei Equinor und Shell interessanter als bei den Goldminen.
    Und ich glaube, sie werden auch gezahlt. Aber das Vertrauen fehlt zurzeit.

  • A0KRJX etc. werden die Rollverluste 1:1 mitnehmen.


    Ich hatte auf eine kurzfristige Erholung gesetzt, die nicht eingetreten ist; mittelfristig ist alles andere als ein rolloptimierter ETC (mit synthetischer Replikation) tödlich fürs Depot.

    Kannst Du ggf. verlinken oder in 3 Sätzen erklären wie der Roll-Over funktioniert? Wird das alles am Stichtag gerollt oder in Chargen...?


    Diese ETFs sind ja mal ein riskantes Produkt... 10/10 auf der Achterbahnskala. 8|

    Sei Sand im Getriebe, nicht Öl.

  • Kannst Du ggf. verlinken oder in 3 Sätzen erklären wie der Roll-Over funktioniert? Wird das alles am Stichtag gerollt oder in Chargen...?
    Diese ETFs sind ja mal ein riskantes Produkt... 10/10 auf der Achterbahnskala. 8|

    Der Roll-Over ist absolut trivial: Am Zeitpunkt X, wenige Tage vor dem letzten Handelstag des auslaufenden Futures, werden die Futures verkauft, der erlöste Betrag wird in Futures des Folgemonats reinvestiert. Für gewöhnlich belaufen sich die hierbei entstehenden Rollverluste ( = das Delta zwischen verkauftem und gekauftem Future) auf einige wenige Prozent im Jahr, bei WTI ergibt sich über die letzten 5 Jahre ein Schnitt von 4 % p.a.


    Dies bedeutet, dass im Falle einer Backwardation auf diesem Wege sogar Gewinne erzielt werden können.


    Das Datum des Roll-Overs ist vom Emittenten des Produkts abhängig und wird von diesem im voraus veröffentlicht - in der Theorie weiß man also, woran man ist. Außer in extremen Contango-Phasen schlägt das Rollen nicht stark ins Gewicht, da - auf Grund vorhandener Lagerkapazitäten - ein Arbitrageeffekt zwischen den unterschiedlichen Futures eintritt.


    Im übrigen wurden Futures auch noch am heutigen Tag vom Mai- auf den Junifuture gerollt. Die betroffenen ETC's / Fonds etc. sind hierbei mit Rollverlusten im sehr hohen zweistelligen Bereich konfrontiert; bereits am Freitag ergaben sich Rollverluste von einem Drittel des Werts.

  • @pandafan


    Danke :burka:


    Ich glaube Immos, Standardaktien und physisches EM sind eher was für mich. Bin gerade auch aus allen Öl ETFs raus.
    Bei Warentermingeschäften hab ich irgendwie ständig das Gefühl eine Stange Dynamit in der Jacke zu haben... macht irgendwie nervös

    Sei Sand im Getriebe, nicht Öl.

  • ETFs können zum Kontraktwechsel sehr riskant sein. Das war mir auch nicht so klar.


    Why WTI Crude Is Crashing So Much Today


    Auszug
    ..
    The Simple Explanation


    First, we need to consider what’s actually being traded here. On one side, the crashing contract is traded on NYMEX under the ticker CL. Now consider the following regarding this contract:


    • This contract stops trading on the 21st of April (tomorrow).
    • This contract is settled physically.

    This second item is critical. It means whoever is long the contract when it stops trading will have to take delivery of physical crude. This excludes any speculators not having somehow contracted for storage for this incoming crude. In practice, this excludes all people not professionally trading this thing at the same time as they contract physical infrastructure, including the very large ETFs which now dominate this market.


    Now consider what the Brent contract traded on ICE actually represents:

    • The front-month is the June contract. It stops trading on April 30, so very comparable to the WTIC May 2020 contract.
    • This contract is settled in cash.

    What that second item means is that any speculator can take this contract through the end of trading and subsequent expiration. Nobody is going to find barrels of oil with nowhere to store, if he does that.
    Hence, for the WTIC front-month contract, you have extreme forced selling pressure from all the traders holding the contract which can’t possibly go beyond tomorrow holding it. For the Brent contract, you have no such pressure. You also don't have such a thing for the June WTIC contract yet, simply because it doesn't stop trading for another month.
    The end result is what you see.
    On the buying side of the WTIC May contract, and except for those who were short the contract and can’t possibly deliver crude either, you have only those who can take oil into storage. That’s actually a potentially very profitable trade – to just buy this discounted oil, store it for one month, and then deliver it to the June CL buyers. However, there is a very limited public who can take advantage of this.

    Conclusion

    The extreme selling you’re seeing in the front-month crude contract today, which will make the news everywhere today, is driven by this simple mechanism. There is extreme forced selling in this front-month contract because any speculators that can’t take physical delivery have to sell these contracts today, no matter what.
    This isn’t happening in Brent simply because Brent crude contracts settle in cash. Thus, any speculator can take them to their expiry without being forced to sell at any price, a “luxury” not available in WTIC crude futures.

    Einmal editiert, zuletzt von nicco ()

  • @nicco


    Ähnliches passiert zeitgleich in Nigeria, Angola, Kanada usw. - der Preis für einige non-WTI-Leichtöle hatte in Texas bereits heute Vormittag Werte < 2 $ erreicht.


    Ich denke, dass Brent sich dieser Entwicklung nicht entziehen können wird.

  • @pandafan,


    wenn man Aktien von guten Energieunternehmen kauft, kauft man auch das Know How des Managements, die solche Marktturbulenzen kennen. M.E. zurzeit attraktiver als ein ETf oder Hebelzertifikate.

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