Die Menge von 206.000 Barrel pro Tag ist im Vergleich zu dem Volumen, das durch die Straße von Hormus fließt, verschwindend gering.
Hier ist die Einordnung der Zahlen und Fakten:
1. Das Mengenverhältnis (Die Mathematik dahinter)
- Durchfluss Straße von Hormus: Durch diese Meerenge werden täglich ca. 20 bis 21 Millionen Barrel Öl (und Ölprodukte) transportiert. Das entspricht etwa 20–30 % des weltweiten Ölverbrauchs.
- Angebotene Erhöhung: 206.000 Barrel.
- Vergleich: 206.000 Barrel sind nur etwa 1 % dessen, was bei einer Blockade der Straße von Hormus wegfallen würde. Es ist sprichwörtlich ein Tropfen auf den heißen Stein.
2. Das geografische Problem Das Hauptproblem ist nicht nur die Menge der Förderung, sondern der Ort der Förderung.
- Die wichtigsten OPEC-Länder (Saudi-Arabien, Kuwait, VAE, Irak) liegen innerhalb des Persischen Golfs.
- Wenn der Iran die Straße von Hormus blockiert, können diese Länder zwar theoretisch mehr Öl aus dem Boden pumpen, aber sie bekommen es nicht mit Tankern aus dem Golf heraus.
3. Begrenzte Alternativen (Pipelines) Es gibt Pipelines, die die Straße von Hormus umgehen (z.B. die Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien zum Roten Meer oder eine Pipeline der VAE zum Golf von Oman).
- Diese Pipelines haben jedoch begrenzte Kapazitäten.
- Selbst bei voller Auslastung könnten sie nur einen Bruchteil (vielleicht 3 bis 6 Millionen Barrel) der 21 Millionen Barrel kompensieren, die normalerweise per Schiff transportiert werden.
Fazit Eine Blockade der Straße von Hormus würde dem Weltmarkt schlagartig ca. 20 Millionen Barrel pro Tag entziehen. Eine Erhöhung der Förderquote um 206.000 Barrel würde den darauffolgenden Preisschock und die globale Energiekrise nicht ansatzweise verhindern können.