Ich stelle nochmals einen Auszug meines Börsenbriefes vom August rein, als Mutmacher ![]()
Inflationserwartungen: US-Anleihenmärkte stehen im Fokus
Dies betrifft ebenfalls die Renditen der langlaufenden US-Staatsanleihen. Die Fed hat diese genau im Blick, da ein spürbarer Anstieg Stress im Finanzsystem auslösen würde.
Dies bedeutet aber nicht, dass sich die Märkte exakt so entwickeln, wie die Fed sich das vorstellt. Wird den Big Playern bewusst, dass der Inflationsanstieg eben nicht nur ein vorübergehendes Phänomen darstellt, werden diese ihre Investmentstrategien anpassen.
Das geschieht nicht innerhalb weniger Handelstage, da die Ansteckungseffekte innerhalb der Institutionellen eine Zeit lang dauern. Die Marktentwicklungen im Ver- lauf des zweiten Halbjahres werden darüber aber Auf- schluss geben.
Das relevante Barometer sind die US-Anleihenmärkte.
Steigt die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen auf ein neues 12-Monats-Hoch, wäre dies ein erstes Sig- nal hinsichtlich echter Einpreisung von Inflation. Die entscheidende Marke bildet das Hoch von Mitte März (2,45%). Bestätigt würde der trendwechsel mit einem Anstieg der 30-jährigen Rendite über ihre 100- bzw. 120-Monats-Linie.
Wie Sie im Chart auf Seite 3 erkennen, ist die Rendite nach der großen Zinswende Anfang der 1980er Jahre im Rahmen eines intakten Abwärtstrends immer wie- der an diesen beiden Linien nach unten abgeprallt. Der Rückgang der 30-jährigen Rendite im Zuge des Corona- Crashs auf 0,84% kann durchaus den Abschluss dieser Entwicklung gebildet haben.
US-Zinsanstieg wäre das Inflationssignal für die Edelmetalle
Ich kann nicht prognostizieren, ob und wann die Ren- dite der 30-jährigen US-Staatsanleihen über ihre 100- und 120-Monats-Linien steigen wird (aktuell verlaufen diese bei 2,67% und 2,83%). Aber sollte dieses Szenario eintreten, hätte dies gravierende Auswirkungen auf die Finanzmärkte inklusive die Wall Street.
Vor allem würde damit eines einhergehen: Das wäre für uns das US-Inflationssignal – vor allem für den Edelme- tallbereich. Das mag jetzt etwas paradox klingen, aber ein Zinsanstieg am langen Ende wäre in diesem Fall nicht negativ für Gold, da die Inflationsdynamik über- wiegen würde. Entscheidend ist in diesem Zusammen- hang, dass die US-Realrendite bei den langlaufenden Staatsanleihen im Minusbereich verbleibt.
Für die Fed würde das jede Menge Stress bedeuten. Aber den hat sie bereits, nachdem der Dollar-Index im ersten Halbjahr oberhalb von 89 Punkten einen Boden ausge- bildet und sich jüngst wieder von der Gefahr eines neuen 12-Monats-tiefs entfernt hat.
Mein Fazit:
An der grundlegenden Investmentaus- richtung mit dem Schwerpunkt Edelmetalle ändere ich nichts, zumal die Fed immer mehr in die Enge ge- trieben wird. Es ist wie ein Warten darauf, dass sich die großen Institutionellen auf die neue Entwicklung mit höheren Inflationsraten einstellen müssen! Der „Rest“ ist bei den Edelmetallen sowie hier vor allem bei den Gold- und Silberaktien aufgrund deren Vola- tilität reine Nervensache.