Trader Norcini faßt die Situation gut zusammen: Gold wird zugunsten Aktienkäufen vernachlässigt. Das trifft besonders auf kurzfristig orientierte Trader zu...
Wie kurzfristig die Sache sein wird, muss sich erst zeigen. Während die Volatilitätsindexe an den Aktienmärkten schon wieder abenteuerlich gering sind, wird das Gold mit scheinbar wenig Anstrengung nach Belieben rauf- und runterjongliert - die Tendenzen nach unten scheinen vorerst leider kräftiger zu sein als in der umgekehrten Richtung. Es brummen die Aktienmärkte, aber auch die Anleihen - Italien bezahlt gegenwärtig nur noch 2,7 % für dreijährige Schuldpapiere. All das wird bekanntlich mit dem billigen Zentralbankgeld organisiert.
Es wird jubiliert darüber, dass die US-Großbanken mit Ausnahme der Citi den Superstresstest bestanden hätten und nun gegen alle Unwägbarkeiten fest gewappnet seien. Das sind wesentliche Momentum-verstärkende Faktoren der gegenwärtigen Aktienrally. Der März sieht hingegen nicht gut aus für Gold und Silber.
Mit Schrott wie Commerzbank-Aktien kam man seit Jahresbeginn auf 40%, und wahrscheinlich gibt es überhaupt keinen Hedgefonds mehr auf dem gesamten Planeten, der keine Apple-Aktien oder Optionen hätte. Wenn die Märkte immer recht haben, muss man mit ihnen atmen.
Was macht ein Trader wie Norcini, wenn er mit seinen Informationen weiß, dass Gold schwächelt, weil Geld stattdessen in die Aktienmärkte geht. Als guter Kurzfrist-Trader müsste er dann Gold shorten oder long den Dow gehen. Oder beides gleichzeitig.
Gold bräuchte dieser Tage ein euphoriehemmendes Ereignis, um sich zu berappeln - die Wahl von Herrn Hollande in Frankreich könnte ein solches sein, weil es dann ganz rasch vorbei sein wird mit jeder sog. Austeritätspolitik von Merkozy. Da fängt dann alles wieder von vorn an. Aber das wird wohl erst im Mai sein. Bis dahin vielleicht weiterhin gute Einstiegsmöglichkeiten für Edelmetallkäufer und solche, die es erst noch werden wollen.
Grüße
auratico