Zitatquote Severin
Ich sehe die Sache so: die LME ist die grösste Börse für physisches Handeln in der Welt. Die comex die grösste Börse für futures.
Dass den Chinesern erlaubt wird, die LME zu kaufen, finde ich merkwürdig.
Ich denke nicht, dass den Chinesern erlaubt würde, die Mehrheit der cme group zu erwerben und dadurch die Kontrolle über die comex zu übernehmen.
Nationales Interesse würde man sagen.
Der Kaufpreis betrug 1, 4 Milliarden Pfund - das ist zwar deutlich mehr als Mittbewerber bezahlen wollten, aber im Grunde Peanuts für einen strategischen Kauf aus chinesischer Sicht. Es gab in England zwar einiges Stirnrunzeln bzgl. des Erwerbs der LME durch die Chinesen, aber keine rechtlichen Gründe, einen solchen Deal zu verhindern. Wenn die Chinesen den Hafen von Piräus besitzen, warum nicht auch eine Metallbörse in England. Dass sie hingegen z.B. die CME Group an der New Yorker Comex einfach auf die gleiche Tour übernehmen könnten, halte ich auch für ausgeschlossen. Diese steht aber auch nicht, anders als die LME, zum Verkauf.
ZitatBis jetzt haben wir gedacht, dass sich die Chineser das Metall abliefern lassen und nach Hause abtransportieren, weil sie immer weniger Vertrauen in das LME hatten. Konkret: die Gefahr, dass mehrere Besitzer auf dieselben Barren einen Anspruch haben. (Fractional reserve system. Keine Ahnung wie heisst es auf Deutsch).
Die Ansicht, dass die Barren in den Lagerhäusern der LME auf mehrere Besitzer aufgeteilt sein sollen, habe ich mir im Gegensatz zu anderen nicht zu eigen gemacht. Es gibt keine Beweise dafür. Man hat bei Lagerung bei der LME auch nicht Anspruch auf einen ganz bestimmten Barren, sondern auf einen sortenreinen mit exaktem Gewicht, Prüfung etc. Die LME ist kein Tresorsystem.
Fractional Reserve System auf deutsch ist Teilreservesystem.
ZitatWenn jetzt die die LME übernommen haben, werden sie auch in der Lage sein, zu kontrollieren, dass so was nicht stattfindet.
Im Fall, dass die Besitzer ihre Barren verlangen, und dass man entdeckt, dass es davon nicht genug gibt, sind denke ich die Besitzer der LME verantwortlich.
Ich denke nicht dass die Chineser die LME gekauft haben, ohne zuvor sich zu vergewissern, dass in den LME-Lagern alles in Ordnung ist.
Das sehe ich genauso. Ich selbst bin sogar erfreut darüber, dass die Chinesen nun die Besitzer sind und habe keine Zweifel, dass die sich nie und nimmer Betrügereien gegenüber internationalen Kunden in Bezug auf Metalllagerung u.ä. leisten würden. Im eigenen Intresse. Eine funktionierende Metallbörse ist kein Markenartikelfälschungsmarkt in Shanghai.
ZitatAuratico du scheinst ein schlauer Fuchs zu sein. Bevor ich beginne dein Posting zu lesen was denkst du vom kommenden Ausgang der Silber-Untersuchung?
a) jpm nicht schuldig
b) jpm schuldig
c) jpm schuldig aber nicht bestraft weil sie beweisen kann dass sie im Auftrag der US-Regierung gehandelt hat
d) Manipulation ja aber nicht durch jpm da sie nicht das eigene Interesse verfolgt hat sondern nur die Aufträge ihrer Kunden (egal welche) durchgeführt hat
Ich bin kein Prophet und auch nur selten ein wirklich schlauer Fuchs, glaube aber, dass man JPM nicht wirklich entscheidend juristisch ans Bein pinkeln wird, leider, dafür gehören sie allzu eindeutig zu Corporate USA. Damit meine ich, dass sie selbst im Falle einer gerichtlichen Schuldzuweisung es so halten werden wie bisher ja immer in solchen Fällen - bei Goldman Sachs und anderen. Es wird dann eine bestimmte, zumeist im Vergleich zum wahren Umfang der Causa lächerliche Summe im Vergleichsverfahren bezahlt, die vor weiterer Strafverfolgung schützt. Ein Ablasshandel, wie er für die große Bankbranche in USA üblich ist. Wer daran zweifelt, kann sich ja nochmals den jüngsten Auftritt von Jamie Dimon vor dem Untersuchungsausschuss nach den Milliardenverlusten ansehen. Harmloser geht´s nimmer. Dagegen ist jede Vorführung wegen wiederholtem Falschparken in USA geradezu ein juristisches Gemetzel.
Grüße
auratico