Alles anzeigenInsolvenz eines Traditionsbetriebes
Wie das Gendern dem Genossen Winzer das Genick brach
Er wollte ökologischer und moralisch besser sein als die Konkurrenz. Endgültig gegen den Baum fuhr der Winzer den Familienbetrieb in vierter Generation, als er anfing, die Kunden im Gender-Deutsch anzusprechen. Über eine Insolvenz aus der Pfalz.
BISSERSHEIM. Nach vier Generationen muss der Bissersheimer Winzer Wolfgang Bender den Familienbetrieb im Weinbaugebiet Pfalz aufgeben. Sein Konzept, sozialer, ökologischer und moralisch besser zu arbeiten als seine Vorfahren sowie die Konkurrenz, ist gescheitert. Das Weingut ist insolvent. Einen 2026er Jahrgang seines Weins wird es nicht mehr geben.
Der Rheinpfalz berichtet Wolfgang Bender, warum das Traditionsunternehmen nun aufgeben muss. Da sei zum einen die allgemeine Weinkrise: Die Deutschen trinken weniger Alkohol. Einen großen Teil seiner jahrzehntelangen Stammkunden habe der 38-Jährige durch die Überführung des Betriebs in die Genossenschaft Habitat Weine e.G. und durch eine Genderansprache verloren.
Endgültig in die wirtschaftliche Krise geriet Bender, als er auf eine Praktikantin hörte. Mit dieser habe er tagelang immer wieder über Gender-Deutsch diskutiert, das er zunächst abgelehnt hatte. Dann aber fand auch er, so erzählt Bender, diese Art des Formulierens gerechter und machte sich ans Werk: Er verschickte einen gegenderten Newsletter an seine Kunden. Daraufhin sei der Absatz eingebrochen.
Winzer rodete Rebstöcke für Biotope
Außerdem habe die Überführung des Familien-Weinguts in eine Genossenschaft zu dem Missverständnis bei den Abnehmern geführt, dass es nun Massenproduktion von der Stange gebe. Plötzlich war der Winzer nicht mehr Inhaber eines Pfälzer Weinguts, sondern angestellter Geschäftsführer einer Genossenschaft, deren andere Genossen auf Rendite verzichten wollten, um ein Wirtschaften nach hohen moralischen Ansprüchen zu verwirklichen. Allerdings stehen die nun vor dem Totalverlust.
Zuvor schon hatte Bender einen Teil seiner Rebstöcke gerodet, um dort reine Biotope anzulegen und die Flächen für Obstanbau zu nutzen. Doch dies habe durch die langen Wege die Arbeit noch deutlich aufwändiger gemacht, als diese im Öko-Weinbau ohnehin schon ist.
Einen Rettungsversuch wird es für das Bissersheimer Weingut, das Wolfgang Bender 2011 übernahm, nicht mehr geben. Jetzt geht es darum, die Gläubiger auszuzahlen. Wenn dann etwas übrig ist, kommen die Genossen an die Reihe. Dafür kommt alles unter den Hammer: Die Geräte, die Grundstücke, die Weinhänge.
Bender hofft nun, dass ein Winzer die Weinberge übernimmt, der ebenfalls sozial, ökologisch und nachhaltig wirtschaftet. Dabei hat sich das Konzept nicht als sonderlich erfolgreich erwiesen.
https://jungefreiheit.de/wirts…-winzer-das-genick-brach/
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Was für ein unternehmerischer Vollpfosten. Ein schönes Beispiel dafür, wie Erben, die nie gelernt haben etwas aufzubauen, ein Unternehmen vor die Wand knallen können. Habe ich im Kundenkreis schon öfter erlebt.