In Japan implodiert der Anleihemarkt
KI rechnen lassen:
1. Die Annahmen
Wir gehen von einer Standard-Staatsanleihe aus, die im September 2019 zu 100% (Par) ausgegeben wurde.
- Kupon (Zinszahlung): 0,14% (festgelegt bei Ausgabe 2019).
- Ursprüngliche Laufzeit: 30 Jahre.
- Restlaufzeit: Von Sept. 2019 bis Jan. 2026 sind ca. 6 Jahre und 4 Monate vergangen. Die Anleihe hat also noch eine Restlaufzeit von ca. 23,66 Jahren.
- Neuer Marktzins (Rendite): 3,65%.
2. Die Berechnung des aktuellen Preises (Januar 2026)
Der Preis einer Anleihe ist der Barwert (Present Value) aller zukünftigen Zahlungen (Kupon + Rückzahlung), abgezinst mit dem aktuellen Marktzins (3,65%).
A) Wert der Rückzahlung (100 € Nennwert)
Wir müssen die 100 €, die wir in 23,66 Jahren zurückbekommen, auf heute abdiskontieren.
$$ \text{Barwert Rückzahlung} = \frac{100}{(1,0365)^{23,66}} \text{Barwert Rückzahlung} \approx \mathbf{42,85,%} $$
B) Wert der Zinszahlungen (Kupon)
Wir erhalten jährlich nur 0,14 € (bei 100 € Nennwert) an Zinsen. Das ist im Vergleich zum neuen Zinsniveau extrem wenig.
Der Barwert dieser Zahlungsreihe (eine sogenannte Rente) über 23,66 Jahre bei 3,65% Diskontierungssatz:
$$ \text{Barwert Kupons} \approx \mathbf{2,19,%} $$
C) Neuer Gesamtpreis
$$ 42,85,% + 2,19,% = \mathbf{45,04,%} $$
3. Das Ergebnis: Der Wertverlust
- Kaufpreis (2019): 100,00 %
- Aktueller Preis (2026): 45,04 %
Wertverlust: ca. -55 %
Zusammenfassung
Wenn Sie diese Anleihe im September 2019 für 10.000 € gekauft hätten, wäre sie im Januar 2026 marktwerttechnisch nur noch ca. 4.500 € wert.
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Bei 10-jährigen: Kursverlust: ca. -11,3 %
Es gibt nur eine Erklärung: die Inflation wird in Japan viel höher sein als früher.
Staatsanleihen in JP sind defakto TOT - da Cashburner.
Wer in JP noch 2019 bei 0% irgendwas in JP-Anleihen investierte, musste geisteskrank gewesen sein.
Sowas gab es in Österreich auch - 100-jährige Anleihen:
Zum Zeitpunkt der Auflage war die Nachfrage riesig. Die Risiken, die das Papier mit sich bringt, wurden ausgeblendet. Der Zinskupon von 2,1 Prozent mag im Niedrigzinsumfeld hoch gewirkt haben.
Wie hoch die Kurse dabei steigen können, zeigte die 100-jährige Österreich-Anleihe. Da das 2017 ausgegebene Papier vielfach überzeichnet war, gab es rasch Neuauflagen – allerdings zu ungünstigeren Konditionen: Im Jahr 2018 lag die Verzinsung bei nur noch 1,17 Prozent. Bei der nächsten Tranche im Jahr 2020 waren es nur noch 0,85 Prozent. Die älteste Tranche hatte somit einen Zinsvorteil von 1,25 Prozentpunkten gegenüber den neu aufgelegten Anleihen. Das hatte bei ihr einen massiven Kursanstieg zur Folge. Anleger konnten zwischenzeitlich ihr Investment fast verdoppeln. Damit stellte die Anleihe selbst viele Aktien in den Schatten.