Ich kenne die Lage von einem Automobilzulieferer ziemlich genau.
Der wurde 2008 zur Finanzkrise (wie alle Zulieferer) ordentlich runtergeprügelt.
Die Preisniveaus wurden seit diesem reduzierten 2008er Niveau bis heute nicht mehr angepasst!
Durch brutale Sparmaßnahmen innerhalb des Zulieferers haben sie es 2019, also erst 11 Jahre später, endlich wieder in die Gewinnzone geschafft.
Den Preis dafür mussten vor allem die Mitarbeiter zahlen. Austritt aus dem Tarifvertrag seit 2008. Seitdem nur Nullrunden für das Altpersonal. Zudem hat man Altpersonal bevorzugt durch billige Neuanfänger ersetzt, die wesentlich schlechtere Gehaltskonditionen bekommen haben. Das hat zu höheren Fluktuationen und Qualitätsproblemen geführt. Aber die Industrie will billig, also bekommt sie billig.
Und jetzt 2020 ist wieder alles im Arsch. Weitere Preisdrückungen überlebt die Firma nicht, denn es gibt kein Einsparpotenzial mehr. Aufträge wurden schon reduziert und einige sind in Kurzarbeit. Die Kacke ist am Dampfen.
So oder so ähnlich dürfte es den meisten Zulieferern gehen. Die meisten stehen mit dem Rücken zur Wand. Einige sind schon pleite und andere stehen kurz davor.
Die Industrie hat sich 2008 auf Kosten der Zulieferer wieder gesundet. Das klappt diesmal nicht mehr!
2008 gab es für die Automobilindustrie auch noch Unterstütung vom Staat, z.B. durch die Abwrackprämie.
Heute dagegen wird vor allem die Automobilindustrie auch noch vom Staat sabotiert. Durch einen Pseudo-Dieselskandal, durch nicht erreichbare CO2-Ziele, durch Verteuerung von Verbrennern mit CO2-Steuern und durch einseitige Förderung von Elektroautos. Das Ergebnis wird eine massive Deindustrialisierung in Deutschland sein! Massenhaft Arbeitsplätze werden vernichtet und viele gute Steuerzahler werden ausfallen.
Aber: Es muss so kommen.
Anders lernen es die Wähler und Politiker nicht.
Wenn das Hirn durch wirre Ideologien verseucht ist, dann hilft nur noch das Lernen durch Schmerz!
Von daher begrüße ich die Massenpleiten, obwohl ich in der Branche selbst betroffen bin.