Das Problem bei dieser (sehr irreführenden) Argumentation/Darstellung von JPM ist die Duration. Gold hat eine extrem lange Duration (Zinssensitivität). Die Inflation als Jahreswert (CPI, PCE etc.) anzusetzen ist daher nicht zielführend/unfähig. Gold wird eher nach einer Break-Even-Inflation mit sehr langer Duration bewertet, also auf 30 Jahre oder wenigstens 10 Jahre.
... und die auf diese Weise berechneten "Realzinsen" sind nicht ansatzweise so dramatisch (im Gegenteil). Mit anderen Worten: Der Markt geht davon aus, dass das Inflationsthema von der FED auf etwas längere Sicht bewältigt werden kann (und sei es mit einer fetten Rezession).
Das ist der Hauptgrund warum die bisherige Goldperformance trotz hohen CPI, PCE Werten und Putin-Schock so enttäuschend ist. Passender ist diese Darstellung:
Hier sieht man das Problem in der Entwicklung seit Anfang März. Die Realzinsen (10 Jährigen) sind stark gestiegen. Der Ukraine Krieg hat das teilweise ausgeglichen. Sonst wäre die Abwertung noch stärker ausgefallen. Gold wird steigen sollte sich die Erkenntnis durchsetzen, dass die FED nicht gegen die Inflations vorgeht / vorgehen kann. Dann steigt auch die Inflationserwartung mit langer Duration.