Alles anzeigenIst von euch wer in der kunststoffverarbeitenden Industrie und kann das bestätigen?
Vielleicht hilft es auch dem einen oder anderen, der auf "sauber verpackte Produkte" anegwiesen ist.
Zum Beispiel würde ich mir, wäre ich im medizinischen Bereich tätig, die Lager mit Verbrauchsmaterial bis zum Anschlag vollmachen.
Formal ist das so, die Tücke liegt wie immer im Detail. Im Normalfall haben Kunststoffhersteller und Kunststoffveredler längerfristige Kontrakte, z.B. Jahresvereinbarungen miteinander. Die Kunststoffe werden
normaler Weise aus Erdöl oder Erdgas hergestellt, fossiles Zeugs halt. Das wird in Crackern aufgebröselt und danach unter Beimischung von Farben, eventuell klebrigen Substanzen u.s.w. zu Granulat verarbeitet. Das ganze Zeug hat Lieferzeiten und ist in der Regel auch nicht immer in der gewünschten Menge verfügbar.
Außerdem laufen die Herstellungsprozesse im Normalfall länger als eine Woche und können nicht rückgängig gemacht werden.
Will sagen es wird bedarfsgerecht und auftragsbezogen produziert und oft liegen die Lieferzeiten trotz irgendwelcher Rahmenverträge bei 15-16 Kalenderwochen. Der kleinste Teil der am Markt gehandelten Kunststoffe sind wirklich Spotmengen, auf die man bei einem zusätzlichen Bedarf spontan zugreifen könnte.
Zum besseren Verständnis ein paar Zahlen.
Also, mit eben mal zukaufen, schnell produzieren und Reibach machen ist nicht.
Was man auch nicht vergessen darf, die ganze Logistik der Unternehmen ist für große zusätzliche Mengen einfach nicht vorhanden.
Benötigt ein Folienhersteller um die 250.000 Jahrestonnen Kunststoffgranulat muß der die auch irgendwo lagern.
Auf einen 20 Tonnen LKW umgelegt sind das 12.500 LKW`s . Rechnen wir mit 20 Tonnen weiter braucht man pro Woche 250 LKW Ladungen die in Silos umgeladen werden müssen. Legt man seinen Rohstoffmindestbestand ebenfalls auf eine Woche sind das ca. 250 Silos nur für den Hauptrohstoff Granulat.
Ich hoffe das Deine Frage nicht bis ins Detail, aber in großen Zügen beantwortet ist.