Aber diese Geschichte verstehe ich nicht. Weshalb soll ein Unternehmen eine bestellte Lieferung stornieren, obwohl sie trotzdem ales bezahlen muss? Es ist ja nicht so, dass die Lager voll wären und nichts mehr angenommen werden kann.
Ein Klick auf Sputnik erklärt das. ![]()
"Das Terminal von Cheniere stellt für die Verflüssigung drei Dollar für eine Million British Thermal Units (BTU) in Rechnung, umgerechnet 105 Dollar je 1000 Kubikmeter. Das Gas selbst wird an der Rohstoffbörse Henry Hub gegenwärtig mit 67 Dollar gehandelt, die Verschiffung nach Europa kostet weitere 36 Dollar. Macht in der Summe 208 Dollar pro 1000 Kubikmeter „Gas Made in USA“.
An der europäischen Gas-Börse TTF ist der Brennstoff momentan für weniger als die Hälfte zu haben: 87 Dollar. Allein die Verflüssigung in den USA ist also deutlich teurer als der eigentliche Rohstoff. Wenn die europäischen Energiekonzerne darauf verzichten, sparen sie 20 Dollar je 1000 Kubikmeter. Da es um Millionenmengen geht, kommt ein solides Sümmchen zusammen.
So erklärt es sich, warum die Auslieferungen an den amerikanischen LNG-Terminals im April um 30 Prozent im Vergleich zum Vormonat eingebrochen sind. „Die Absage an die Gaslieferungen aus den USA war nur eine Frage der Zeit, seit der Preisvorteil verschwunden ist“, sagt der Analyst Nikos Tsafos vom Center for Strategic and International Studies (CSIS).
Das ist eine sehr schlechte Meldung für die Gasterminals, die Pipelinebetreiber, die Gasförderer/Fracker und die europäischen Käufer des US Gases. Besonders Polen und die Ukraine wird unter dem zu teuren Gas leiden.
Allerdings mussten die Polen für russisches Gas auch zuvor einen höheren Preis bezahlen. Gazprom wurde zur Rückzahlung eines Milliardenbetrages verurteilt. Ist noch nicht rechtskräftig.
LG Vatapitta