Moin moin,
die deflationären Kräfte bekommen in einer still stehenden Wirtschaft natürlich Auftrieb.
Das bedeutet nichts anderes, als das Unternehmensanleihen nicht nicht mehr bedient werden können.
Die betroffenen Sektoren sind natürlich die Touristikunternehmen und die Hotels, die Fluggesellschaften und Flugzeugbauer, die Kreuzfahrtbranche und die Ölindustrie, um nur einige zu nennen.
Wer als erster die Restrukturierung seiner Schulden anstrebt, hat dabei die besten Karten. Im günstigsten Falle hat man noch etwas Liquidität und ein paar Aufträge von zahlungskräftigen Kunden.
Ein aktuelles Beispiel ist Diamond Offshore:
Diamond Offshore Will Restructure Its Debt - Others Will Follow
"Zusammenfassung
Diamond Offshore reichte einen 8-K-Antrag ein, in dem es erklärte, dass es keine Zinsen auf Anleihen mit Fälligkeit 2039 zahle.
Es sieht so aus, als habe das Unternehmen beschlossen, dass der Abschwung so schwerwiegend war, dass es Sinn machte, als erster Bohrer eine Umschuldung vorzunehmen und einen Neuanfang zu machen.
Die "Umstrukturierungssaison" beginnt - andere Bohrer werden dem Beispiel von Diamond Offshore folgen. ....."
@mesodor39 hatte in einem Artikel auf die Zahlungsunfähigkeit von Argentinien hingewiesen, was ebenfalls ein deflationierendes Ereignis ist.
Das Problem dabei ist, dass die Schulden dadurch nicht weg sind, sondern, dass sie jemand anderes hat.
Wenn man den Betrag als Verlust ausbucht, hat der Gläubiger das Problem, wenn man den Betrag, auf wen auch immer, hoch bucht (z.B. EZB, FED, Steuerzahler) hat die/der das Problem. In einer schrumpfenden Wirtschaft fehlen an allen Ecken und Enden die Mittel um Zinsen und Verbindlichkeiten zu bezahlen. Und je mehr Schuldner umfallen, um so mehr Mittel fehlen.
Exkurs zyklische Prozesse: Die allermeisten Prozesse unterliegen einem zyklischen Muster: Ebbe und Flut, Tag und Nacht, die Jahreszeiten, Boom und Bust in der Wirtschaft, aber auch Krankheiten, die sich langsam entfalten, einem Höhepunkt zustreben und wieder ausheilen.
Wenn wir uns ein Lagerfeuer ansehen, ist das auch zyklisch, es sei denn wir legen immer Brennmaterial nach.
Dann haben wir unter gewissen Schwankungen einen linearen Prozeß.
Der Vergleich dient dazu, um zu verdeutlichen, was bei weiter anschwellenden Schulden auf uns zukommt.
Wir legen ständig nach! Wie man es auch dreht und wendet, ob man die Schulden ausbucht oder hoch bucht, in einer schrumpfenden Wirtschaft kann man das Problem nicht sehr lange aufschieben. - Holen kann man nur dort etwas, wo etwas ist, meint die SPD und das wissen alle anderen auch und schweigen dazu.
Diamond Offshore wird Nachahmer finden und alle Schuldner und Aktionäre werden die Situation zunehmend klarer sehen und versuchen Land zu gewinnen. Das ist es, was Warren Buffet macht, wenn er Airlines verkauft.
Auf den Moment hat er wartet. Die Altaktionäre eines nach der Krise zukunftskräftigen Unternehmens werden enteignet, die Gläubiger erhalten ein paar Peanuts und Berkshire Hathaway sackt die Assets für Peanuts ein. Ob Diamond Offshore das richtige Unternehmen ist bzw. die richtige Größe hat, weiß ich nicht. Es ist jetzt sicher kein Kauf!
Wie sagte doch Buffet: Es gibt einen Krieg zwischen arm und reich und reich gewinnt.
Gold und Silber haben keine Schulden und könnten als "sichere Häfen" dienen. Alles andere ist mehr oder weniger auf Wachstum an gewiesen, schwierig in einer stark schrumpfenden Umgebung.
Wie oder wo seht ihr das Wirken deflationärer Kräfte?
LG Vatapitta