Notenbanken kaufen, Schwellenländer kaufen, Privatinvestoren halten sich zurück
Die Gründe für eine Pause beim Goldpreisboom
Deutlich nachgelassen hat jüngst dagegen laut LBBW-Analyst Thorsten Proettel die Nachfrage von Seiten der Investmentgemeinde. In den vergangenen Jahren haben die vielen volkswirtschaftlichen Hiobsbotschaften zwar viele Anleger zu Goldinvestments getrieben. Auch 2011sei die Nachfrage nach Barren von 900 auf 1.160 Tonnen gestiegen und die Münznachfrage habe sich leicht auf knapp 240 Tonnen erhöht, während sich der Absatz von physisch hinterlegten Wertpapieren in etwa halbierte. Die Goldkäufe der Emittenten hätten im Vorjahr nur gut 150 Tonnen nach knapp 370 Tonnen im Jahr 2010 betragen. Hieran zeige sich eine deutliche Schwerpunktverschiebung der Nachfrage von der westlichen Welt, wo ETFs und Münzen beliebt seien, hin zu den Schwellenländern, wo die Wahl tendenziell auf Barren falle.
Eingetrübte Fundamentallage erschwert Fortsetzung der Hausse
Das steigende Goldangebot und die mit Ausnahme des Notenbanksektors eher schleppende Nachfrage sprechen laut Proettel gegen einen nachhaltig steigenden Goldpreis in diesem Jahr. „Wir rechnen deshalb mit einer Fortsetzung der Seitwärtsbewegung im Bereich von 1.700 Dollar, so der LBBW-Analyst. Neue Aufwärtsimpulse könnten allerdings von einer neuen Runde geldpolitischer Lockerungen kommen. Zudem zeichne sich ab, dass sich die Notenbanken zukünftig etwas toleranter gegenüber inflationären Tendenzen zeigen könnten. Aktuell überwiege im rezessionsgeplagten Euroraum jedoch noch das Deflationsmomentum.