Wie Rußland unbeabsichtigt die deutsche Wirtschaft sanktioniert
Die ukrainische Offensive an der Cherson-Front wurde durch die Zerstörung eines Staudamms in Kriwjoi Rog zum ersaufen gebracht, da eine Überschwemmung den Nachschub abschnitt und die Stellungen überschwemmte. Das damit auch die deutsche Wirtschaft von ukrainischem Stahl abgeschnitten wird hat sich nun wahrscheinlich als unbeabsichtigter Nebeneffekt herausgestellt.
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Die Flut ist eine Katastrophe für die deutschen Stahlkocher
In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass der Geschäftsführer von ArcelorMittal Europe, Geert Van Poelvoorde sich darüber beschwerte, dass in Deutschland Werke stillgelegt werden müssen, weil die Strom- und Gaspreise zu Herstellung von Stahl um 200 €/Tonne gestiegen seien. Er habe kein Verständnis dafür, dass die EU-Kommission ausgerechnet in diesem Bereich keine Sanktionen gegen russische Brammen (als Bramme wird ein Block aus gegossenem Stahl, Aluminium oder Kupfer bezeichnet) und andere Werkstoffe verhängt. Diese verdrängen natürlich aufgrund der wesentlich günstigeren Energiepreise alle westlichen Unternehmen vom Markt. Damit könne die Konkurrenz ArcelorMittal aus dem Geschäft katapultieren.
Der Marschflugkörper-Angriff auf den Staudamm und die Überflutung des Gebietes machen ArcelorMittal jetzt einen dicken Strich durch die Rechnung, das bestellte Material wird nicht kommen. Und den Ukrainern geht das Geschäft jetzt ebenfalls durch die Lappen, während die russischen Stähle und Brammen jetzt kaum noch Konkurrenz auf den Weltmärkten zu fürchten haben. Und die Mehrzahl der Staaten dieser Erde haben sich den Sanktionen gegen Russland nicht angeschlossen, sondern machen gute Geschäfte mit Russland und Putin.
Den Stahlgigant ArcelorMittal erwischt dieser Ausfall in einer höchst ungünstigen Situation. Wegen der exorbitanten Energiekosten, die besonders für Sparten, wie die Stahlkocher besonders kritisch sind, stellt der Stahlgigant ArcelorMittal die Produktion am Flachstahlstandort in Bremen und im Langstahlwerk Hamburg ein. In Hamburg produziert ArcelorMittal Qualitätswalzdraht. Wahrscheinlich wird dieser Standort komplett geschlossen werden. In beiden Werken gibt es bereits jetzt Kurzarbeit. Ob die Standorte das vierte Quartal überleben. ist äußerst unsicher. Auch in Duisburg und Eisenhüttenstadt sieht es finster aus. Dort Läuft seit Anfang August schon alles auf Kurzarbeit.