Es ist fast schon eine soziologische Gesetzmäßigkeit: Je autoritärer ein System, desto öfter beruft es sich auf "Demokratie". Stalin sprach von "Volksdemokratie", Mao von der "Demokratie des Proletariats", Pol Pot von der "wahren Demokratie des Volkes", und jedes Mal bedeutete es nichts anderes als die Ausschaltung der Opposition und die totale Kontrolle.
Psychologisch nennt man das Doppelsprech oder kognitive Verzerrung: ein positives Schlagwort wird umgedeutet, bis es sein Gegenteil bedeutet. Wer Gewalt übt, tarnt sie als Schutz; wer Freiheit zerstört, verkauft sie als neue Form der Freiheit.
Heute erleben wir eine weitere Variante desselben Musters: Wenn unsere Regierung von "unserem Verständnis von Demokratie" spricht, dann meint sie nicht universelle Prinzipien, sondern eine selektive Legitimität, Demokratie nur für die, die im ideologischen Korridor mitlaufen. Wer ausschert, gilt plötzlich nicht mehr als Teil des Diskurses, sondern als "Feind der Demokratie", Genau dieser Mechanismus war historisch der Nährboden für die größten Verbrechen des 20. Jahrhunderts.
Und am Ende Massenmord. Stalin hat über 20 Millionen Tote zu verantworten, Mao je nach Schätzung 45 bis 70 Millionen, Pol Pot rund 2 Millionen, alles unter dem Banner angeblicher "Demokratie".