ich freue mich über unsere Zwiesprache, Danke dafür, das ist genau das, was in von/in einem Forum mag. Auch wenn wir nicht einer Meinung sind, nicht sein müssen, so ergeben sich aus den verschiedenen Blickwinkeln und Darlegungen wiederum neue Aspekte, Sichtweisen - ich danke dir dafür.
Wieso ist es d. M. n. natürlich, dass die meisten Menschen...
Was ist daran natürlich? Wie kommt es zu dieser Denke? Ist es der christliche Glaube an die Allmacht (Gottes) + dessen Barmherzigkeit? Solch ein natürlicher Glaube ist m. E. widernatürlich, weil er dafür sorgt Vorsicht und Verantwortung abzulegen - weil der/die/das Regierung ist ja nicht böse. Noch vor nicht allzu langer Zeit wurden ungebetene Besucher argwöhnisch empfangen, aus Vorsicht, aus Achtsamkeit gegenüber sich selbst und den seinen. Warum wohl? Einem Lehnsherren zu trauen ist nur soweit gut, wie man ihn sieht und nachvollziehen kann, was er tut - ein gerüttelt Maß an Mißtrauen hat noch nie geschadet.
Wohin diese Selbstaufgabe von Vorsicht und Mißtrauen, diese Delegation derselben an Dritte, eine Regierung, einen Arzt, etc, führt, haben uns die Bereicherer doch deutlich beschert. Viele deutsche sind nicht mal mehr willens oder mächtig die claims ihrer Bedürfnisse abzustecken und lassen sich am Nasenring durch die Manege ziehen.
Spätestens in den zurückliegenden 30 Jahren sollte vielen klar geworden sein, wie gut es Regierungen mit "ihren" Völkern meinen.
Das Leben sei ein Ponyhof, nie hat das jemand behauptet, ebenso wenig, wie dass es gerecht sei. Das ist eine naive Wunschvorstellung mit der sich leichter die eigene Verantwortung delegieren läßt, an den da, der sorgt für Gerechtigkeit. Also auch hier der Wunsch nach Aufgabe von Selbstverantwortung, Selbstbewußtsein, etc. weil anstrengend, Kampf, Widerstände überwinden, etc. - man kann sich aber nicht aus dem Leben stehlen, es sei denn man wählt den Tod.
Es mag ja sein, dass es Menschen gibt, die Türen suchen, sich aber dann nicht trauen sie zu öffnen, gar hindurch zu gehen.
Ein Bsp.
Ich hatte vor Jahren einen Freund, selbständiger Handwerker der stets am Existenzminimum dahin schuftete, seinen Unterhaltsverpflichtungen nicht nachkam, sein Eltern anpumpen mußte, seine private Altersvorsorge beleihen mußte etc.. Er war stets am jammern.
Eines Tages brachte ich ihm aus Brasilien Unterlagen einer Stellenauschreibung für seine Bewerbung mit. Eine größere Fa. hatte einen k. Zulieferer gekauft, weil der selber nicht expandieren wollte und suchte nun einen kompetenten Betriebsleiter dafür - meine Freund wäre der 150% Mann dafür gewesen.
Ich zeigte ihm die Tür, ich öffnete sie für ihn, er hätte nur hindurch gehen müssen und könnte inzwischen mit Anfang Mitte 50 "den lieben Gott einen guten Mann" sein lassen. Kurzum, er wollte nicht. Es wurden alle plausiblen und unplausiblen Gründe angeführt um die Tür nicht durchschreiten zu müssen. eine Selbständigkeit wurde nicht besser, er jammert heute noch.
zu deinem letzten Absatz.
Ich habe keine konkrete Vorstellung davon, was der gR bedeutet. Lasse ich Tod und Verarmung mal außen vor, würde ich behaupten wollen, dass uns ein wenig mehr Bescheidenheit ganz gut tun würde. Weniger in Urlaub fliegen, nicht jedes Wochenende mit dem KFZ 100 km wohin fahren wo es angeblich schöner als Zuhause ist, um nach ein paar km Radfahren in einem Kaffee ein Stück Torte zu essen, würde uns ja nicht gerade in die Steinzeit zurückführen. Ganz sicher würde es uns auch gut tun, uns wider richtig zu ernähren, unser Essen täglich frisch zu zu bereiten, kurzum eine ziemlicher gesellschaftlicher Wandel hinsichtlich Wertschätzung, Rollen- und Funktionsverteilungen. Geänderte Arbeitswelten, Anforderungen, etc. Ein Zurück in die 60er, 70er Jahre des 20. Jh. würde uns m. E. gut tun. Allerdings ohne Verklärung, Nostalgierung und Romantisierung dieser Zeit.
Ja, und das ist tatsächlich Krieg, nicht mal gegen die Egoismen, denn die verändern sich dank der Evolution nur sehr langsam, es ist ein Krieg gegen die hoch gezüchtete Anspruchsmentalität, mein Haus, mein Auto, mein, mein, mein.....dem Rudeltier Mensch ist das WIR abhanden gekommen, ohne das er aber nicht überlebensfähig ist. WIR beschränkt sich heute meist nur noch auch Familienmitglieder 1. Grades, als max. Kinder und Eltern.
Mehr WIR bedeutet auch mehr Verantwortung, mehr Toleranz statt Gleichgültigkeit, mehr Abhängigkeiten, mehr Nähe....Bescheidenheit statt Protz, usw.
So, Schluß für heute Abend/Nacht