Alles anzeigenGold in der Währungsreform:
Gold: 1 Unze = 34, 71 USD = 145,78 RM = 115,58 DM Wechselkurse:
1 RM = 0,238 USD (1940) 1 DM = 0,30 USD
1 USD = 3,33 DM
Zusammenfassung zur Währungsreform:
10.000 Reichsmark auf dem Sparbuch wurden in 550 D-Mark umgetauscht. Der Verlust betrug 94,5%. 10.000 Reichsmark in Gold waren 7.912 D-Mark wert.
Der Verlust in Gold im Vorher-Nachher Vergleich war: 20,9%. Die Wertsteigerung im Vegleich zum Sparbuch betrug: 1.438%
Vatapitta, Deine Darstellung gibt ein falsches Bild - entschuldige das harte Wort.
Für RM hast Du vor der Währungsreform ohne Lebensmittelmarken oder Bezugsschein praktisch nichts mehr bekommen - schon gar kein Gold. Die Kurse, die Du für RM, Gold und USD nennst, waren rein fiktiv.
Aber auch für Gold bekam man nicht viel. Ich erinnere mich gut, als Kind gehört zu haben, dass die Städter sehr empört darüber waren, wie wenig Lebensmittel sie für ihre Preziosen von den Bauern bekamen. Wertvoll waren Lebensmittel und Genussmittel ("Zigarettenwährung"), allenfalls noch Praktisches wie Kleidung und Schuhe.
Als ich nach einer "Erholung" von zwei Wochen zurückkam und die Familie mich am Bahnhof abholte, erzählte mir meine Mutter auf dem Weg durchs Dorf, die Brotration sei von 175 g pro Person auf 200 g angehoben worden. Das war, was damals interessierte, auch wenn sicher nicht alle Eltern das mit einem knapp 10-jährigen Kind besprochen haben. Mangel an Lebensmitteln führt zu einer Umwertung aller Werte. Nebenbei: dass ein Kind meines Alters allein Bahn fährt, war ganz selbstverständlich.
Mit der Währungsreform (zehn Tage nach meinem zehnten Geburtstag) und der Aufhebung der Bewirtschaftungsvorschriften änderte sich das vollkommen. Jetzt waren alle Läden voll mit (meist vorher gehorteten) Waren. Aber es fehlte das Geld, um sie zu kaufen.
Zur Veranschaulichung noch etwas von Eugen Roth:
Ein Mensch begräbt zwei alte Tanten
und teilt ihr Gut mit den Verwandten.
Erbtante man die eine nennt;
viel Streit gabs schon ums Testament.
Was hatte sie: Ein schönes Haus -
sechs Wochen vorher brannt es aus
und bringt jetzt nicht einmal mehr Miete.
Die Erbschaft, kurz, war eine Niete.
Die andre Tante, die war ärmlich;
den Kram, der sicher recht erbärmlich,
ließ man dem Menschen, unbesehn;
was konnte schon verloren gehn?
Nur sacht! Das wichtigste gerade:
zwölf Töpfe Himbeermarmelade,
ein schweres Kübelchen voll Schmalz,
ein bisschen Butter, Zucker, Salz,
noch echter Zimt und echter Pfeffer -
kurzum, die Erbschaft war ein Treffer!
Aus dem Gedächtnis, daher keine Garantie für den Wortlaut.
Übrigens, themenfremd: Kennt Ihr Wippchen? Von Ihm stammt die Formel: Entschuldigen Sie das harte Wort. Beispiele hier:
https://www.deutschlandfunkkul…esicht-getroffen-100.html
Gruß! Fritz