Der westliche Trend ist eher umgekehrt.
Verfall des Hegemon USA
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"Nenne wichtigste Arbeiten und Ideen zur Thema aus dem Bereich Psyhologie, konkret zum Thema wie ein Mensch Grenzen zwischen "wir" und "sie" zieht. Was entscheidet also wie jemand die Entscheidung trifft wer zu uns gehört und wer ein Fremder ist." 1/2
"Hier sind die wichtigsten psychologischen Theorien, Konzepte und Studien zum Thema, wie Menschen die Grenze zwischen „Wir“ (Ingroup) und „Sie“ (Outgroup) ziehen – also die Frage der sozialen Kategorisierung und der Entstehung von „Fremdheit“. Ich liste sie chronologisch und nach Bedeutung auf und nenne jeweils die zentralen Ideen und Autoren.
### 1. Social Identity Theory (SIT) – Henri Tajfel & John Turner (1971–1981) - Wichtigste Theorie überhaupt zu diesem Thema. - Kernidee: Menschen streben nach positivem Selbstwert. Das Selbstwertgefühl hängt nicht nur vom individuellen, sondern auch vom sozialen Identität ab („Ich als Deutscher“, „Ich als Fußballfan“, „Ich als Akademiker“). - Um die eigene Gruppe aufzuwerten, wird automatisch zwischen Ingroup („wir“) und Outgroup („sie“) unterschieden – selbst bei völlig willkürlichen Kriterien.
Berühmtes Experiment: Minimal-Group-Paradigma (Tajfel et al., 1971) → Versuchspersonen wurden zufällig in „Klee“- und „Kandis“-Gruppe eingeteilt (oder nach angeblicher Vorliebe für Künstler Klee oder Kandinsky). Trotz völliger Bedeutungslosigkeit der Einteilung bevorzugten sie sofort die eigene Gruppe bei der Verteilung von Geld und diskriminierten die andere – ohne jeden persönlichen Vorteil.
### 2. Ingroup-Bias / Outgroup-Homogenitäts-Effekt - Menschen nehmen die eigene Gruppe als vielfältig und individuell wahr („Wir sind alle unterschiedlich“) und die Fremdgruppe als einheitlich („Die sind alle gleich“). - Folge: Stereotypisierung und Vorurteile entstehen fast automatisch.
### 3. Terror-Management-Theory (TMT) – Sheldon Solomon, Jeff Greenberg, Tom Pyszczynski (basierend auf Ernest Becker) - Wenn Menschen an den eigenen Tod erinnert werden (Mortality Salience), verstärken sie die Identifikation mit der eigenen Kultur/Gruppe und die Ablehnung von Fremden extrem. - Studien zeigen: Nach Todesgedanken steigt die Abwertung von Ausländern, anderen Religionen usw. massiv an.
### 4. Realistic Conflict Theory – Muzafer Sherif (Robbers-Cave-Experiment, 1954/1961) - Konkurrenz um knappe Ressourcen führt zu Feindschaft zwischen Gruppen. - Im berühmten Ferienlager-Experiment wurden Jungen zufällig in zwei Gruppen eingeteilt → sofort Rivalität, Hass, Gewalt. Erst gemeinsame übergeordnete Ziele (Superordinate Goals) konnten die Feindschaft wieder abbauen.
### 5. Social Categorization Theory (Self-Categorization Theory) – John Turner (Erweiterung der SIT) - Wir kategorisieren uns ständig auf verschiedenen Ebenen: als Individuum – als Mitglied einer Gruppe – als Mensch überhaupt. - Welche Kategorisierung gerade aktiv ist, entscheidet, wer „wir“ und wer „sie“ ist (z. B. im Fußballstadion: Dortmund vs. Schalke; auf der Straße: Deutsche vs. Türken; im Krieg: Menschen vs. „Untermenschen“).
### 6. System Justification Theory – John Jost & Mahzarin Banaji - Menschen neigen dazu, bestehende soziale Hierarchien und Gruppenunterschiede zu rechtfertigen – auch wenn sie selbst benachteiligt sind („Die da oben gehören halt da hin“).
### 7. Entitativity (Wahrgenommene Gruppenhaftigkeit) – Donald Campbell (1958), später weiterentwickelt - Je „entitativer“ (geschlossener, ähnlicher, klar abgegrenzter) eine Gruppe wahrgenommen wird, desto stärker wird sie als „sie“ behandelt. Beispiele: Juden im Nationalsozialismus wurden als extrem entitative Gruppe dargestellt → leichter zu dehumanisieren.
### 8. Dehumanization & Infrahumanization – Jacques-Philippe Leyens, Nick Haslam - Outgroups werden oft subtil oder offen als weniger menschlich wahrgenommen („Tiere“, „Ungeziefer“, „Barbaren“). - Infrahumanisierung: Man gesteht der Fremdgruppe weniger komplexe Emotionen zu (z. B. „Die können nur wütend sein, aber keine echte Trauer empfinden“).
### 9. Evolutionäre Ansätze - Kin Selection & Tribal Instincts (z. B. Robert Kurzban, John Tooby & Leda Cosmides) - Das Gehirn ist evolutionär darauf ausgelegt, sehr schnell Koalitionen zu erkennen („Wer ist mit mir verwandt / wer hilft mir im Kampf?“). Rassistische Kategorisierung kann in Millisekunden ablaufen, lässt sich aber durch andere Hinweisreize (z. B. gemeinsame Trikots) überschreiben.
### 10. Aktuelle neurowissenschaftliche Befunde - Amygdala-Aktivierung bei Gesichtern anderer Ethnien (wenn man selbst wenig Kontakt hat) – Phelps et al., 2000. - fMRT-Studien zeigen: Bei starker Identifikation mit der Ingroup wird Empathie für Outgroup-Mitglieder deutlich reduziert (ähnlich wie bei Objekten).
### Zusammenfassung: Was entscheidet, wer „wir“ und wer „sie“ ist? Die Grenze wird extrem schnell und oft automatisch gezogen durch: - Ähnlichkeit (Aussehen, Sprache, Kleidung, Werte) - Gemeinsame Ziele oder gemeinsame Feinde - Willkürliche Kategorisierung (Minimal-Group-Effekt) - Aktuelle Kontexte (Fußballspiel → andere Grenze als im Krieg) - Bedrohung (Todesangst, Ressourcenkonkurrenz) - Sozialisation und Kultur (gelernt, welche Kategorien wichtig sind) Die wichtigsten Namen, die du dir merken solltest: Henri Tajfel, John Turner, Muzafer Sherif, Marilynn Brewer (Optimal Distinctiveness Theory), Jacques-Philippe Leyens, Nick Haslam. Falls du zu einem dieser Punkte tiefer einsteigen willst (z. B. konkrete Studien oder aktuelle Meta-Analysen), sag einfach Bescheid!
### Das Minimal-Group-Paradigma (MGP) im Detail – die wohl einflussreichste und schockierendste Experimentreihe der Sozialpsychologie des 20. Jahrhunderts
#### Ursprung und Hauptarchitekten - Entwickelt von **Henri Tajfel** und Kollegen an der University of Bristol, 1969–1971 - Veröffentlicht in einer Serie von Artikeln, der wichtigste: Tajfel, H., Billig, M., Bundy, R. P., & Flament, C. (1971). Social categorization and intergroup behaviour. *European Journal of Social Psychology*, 1(2), 149–178.
#### Grundidee. Tajfel wollte zeigen, dass **bloße Kategorisierung** in Gruppen – ohne jeden realistischen Konflikt, ohne Vorgeschichte, ohne persönlichen Nutzen und ohne Face-to-Face-Kontakt – bereits ausreicht, um: 1. Ingroup-Favoritismus („Wir sind besser“) 2. Outgroup-Diskriminierung („Denen geben wir weniger“) zu erzeugen. Das war ein direkter Gegenentwurf zur bis dahin dominanten Realistic-Conflict-Theory von Sherif.
#### Das klassische Experiment (1971) – Ablauf Schritt für
Schritt 1. **Teilnehmer**:
14–15-jährige englische Schüler (64 Jungen in der Hauptstudie)
2. **Scheinaufgabe** (nur Vorwand zur Kategorisierung): Die Jungen sollten die Anzahl von Punkten auf schnell gezeigten Bildern schätzen.
3. **Zufällige Einteilung** (den Jungen wurde aber etwas anderes erzählt): - Gruppe 1: angeblich die „Unterschätzer“ - Gruppe 2: angeblich die „Überschätzer“ (In anderen Varianten: Vorliebe für Klee oder Kandinsky; Würfeln von Über- oder Unterpunkte-Schätzern usw.)
4. **Anonymität**: Die Jungen wussten nie, wer noch in ihrer Gruppe war. Sie saßen einzeln und bekamen nur Codenummern.
5. **Hauptaufgabe**: Geld verteilen mit sogenannten **Tajfel-Matrizen**
Beispiel einer typischen Matrix (Beträge in Pence):
| | Mitglied Nr. 11 (eigene Gruppe) | Mitglied Nr. 27 (fremde Gruppe) | |----------|---------------------------------|---------------------------------| | Wahl 1 | 7 | 1 | | Wahl 2 | 8 | 3 | | Wahl 3 | 9 | 5 | | ... | ... | ... | | Wahl 13 | 19 | 19 | | Wahl 14 | 25 | 23 | Die Jungen mussten immer wieder solche Matrizen ausfüllen – aber nie für sich selbst, immer nur für zwei andere anonyme Personen.
#### Die drei wichtigsten Verteilungsstrategien, die gemessen wurden
1. **Maximum Joint Profit (MJP)** – beide Gruppen zusammen möglichst viel Geld
2. **Maximum Ingroup Profit (MIP)** – die eigene Gruppe soll möglichst viel bekommen (auch wenn die andere dadurch leidet)
3. **Maximum Difference (MD)** – maximale Differenz zugunsten der eigenen Gruppe (selbst wenn das bedeutet, dass die eigene Gruppe absolut weniger bekommt!)
#### Ergebnisse (absolut verblüffend für die damalige Zeit) - Die Jungen wählten **systematisch** die Optionen, die den größten Vorteil der eigenen Gruppe gegenüber der Fremdgruppe erzeugten (Maximum Difference + Fairness zur Ingroup). - Sie opferten sogar eigenes Geld (bzw. das ihrer Gruppe), nur um die andere Gruppe relativ schlechter zu stellen. - Das passierte, obwohl: - die Gruppen vollkommen bedeutungslos waren - niemand wusste, wer in welcher Gruppe war - niemand persönlich etwas davon hatte - es keinen vorherigen Kontakt oder Konflikt gab
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#### Wichtigste Folgestudien und Replikationen - 1970er–heute:
- über **200 Replikationen** weltweit
– das Phänomen ist extrem robust.
- Billig & Tajfel (1973): Selbst wenn die Jungen wussten, dass die Einteilung rein zufällig war („Würfeln“), blieb der Effekt erhalten!
- Locksley et al. (1982): Funktioniert auch bei Erwachsenen und mit ganz abstrakten Labels („Gruppe X“ vs. „Gruppe W“).
- Otten & Wentura (1999): Der Effekt zeigt sich bereits nach **50 Millisekunden** in der Hirnaktivität (ERP-Studien).
#### Interpretation durch Tajfel (1978–1981): Das Minimal-Group-Paradigma beweist, dass die **bloße Wahrnehmung von „Wir“ und „Sie“** ausreicht, um eine soziale Identität zu aktivieren. Sobald eine Kategorisierung stattfindet, wird sie sofort mit Wertung verknüpft („meine Gruppe = gut“), weil das dem Bedürfnis nach positivem Selbstwert dient.
#### Moderne Erweiterungen - Die Stärke des Effekts hängt ab von: - Wie salient (auffällig) die Kategorisierung gerade ist - Wie wichtig die Identität für die Person ist - Ob es eine Bedrohung gibt (bei Bedrohung wird der Effekt massiv stärker) - Man kann den Effekt fast vollständig löschen, wenn man gleichzeitig eine übergeordnete Kategorie aktiviert („Wir sind alle Schüler dieser Schule“ – Recategorization, Gaertner & Dovidio: Common Ingroup Identity Model).
#### Warum das Minimal-Group-Paradigma so wichtig ist Es zeigt: Rassismus, Nationalismus, Fan-Rivalitäten, Parteienhass usw. brauchen **keine langen Geschichten, keine echten Konflikte und keine rationalen Gründe**. Es reicht, dass irgendwo eine Grenze gezogen wird – und das Gehirn macht den Rest von allein. Wenn du willstnn ich dir die originalen Tajfel-Matrizen zeigen, aktuelle Meta-Analysen nennen oder erklären, wie man den Effekt heute im Labor oder online reproduziert. Sag einfach Bescheid!
### Noch mehr zum Minimal-Group-Paradigma – die wirklich spannenden Details und Entwicklungen
#### 1. Die berühmtesten Varianten und „Mind-Blowing“-Versionen - Die „Kandinsky-vs-Klee“-Version (Tajfel 1970) Teilnehmer sahen abstrakte Bilder und sollten sagen, welche sie schöner finden. Dann wurde ihnen gesagt: „Du gehörst zu den Leuten, die eher Kandinsky mögen“ (obwohl es eigentlich zufällig war). → Sofortiger Ingroup-Bias, obwohl jeder wusste, dass es nur um Geschmack geht. - Die „Nummer 17 vs. Nummer 43“-Version (Doise & Sinclair, 1973) Teilnehmer bekamen einfach nur eine Nummer zugeteilt („Du bist jetzt Nummer 17“). Keine weitere Erklärung. → Trotzdem sofortiger Bias. - Die „Blaue vs. Gelbe Punkte“-Version (Bigler et al., 1997 – bei Kindern) Lehrerinnen trugen im Sommercamp 6 Wochen lang zufällig blaue oder gelbe T-Shirts und teilten die Kinder genauso ein. Nach 3 Wochen schon starker Bias, nach 6 Wochen massive Diskriminierung und Freundschaft nur noch innerhalb der Farbe. Kinder erfanden sogar eigene Namen und Symbole für ihre Gruppe.
#### 2. Was den Effekt noch stärker macht Meta-Analysen (z. B. Mullen et al., 1992; Bettencourt et al., 2001) zeigen: - Wenn Geld oder echte Ressourcen verteilt werden → Effekt stärker - Wenn die Kategorisierung öffentlich gemacht wird („alle wissen, dass du zur blauen Gruppe gehörst“) → viel stärker - Wenn die eigene Gruppe in der Minderheit ist → extrem starker Bias („wir müssen zusammenhalten“) - Wenn man die Teilnehmer vorher frustriert oder wütend macht → Bias explodiert
#### 3. Was den Effekt fast auslöscht - Wenn man gleichzeitig eine stärkere übergeordnete Identität aktiviert („Wir sind alle Schüler der Bristol Grammar School“) – Gaertner’s Common Ingroup Identity Model - Wenn man die Matrizen so ändert, dass Maximum Difference gar nicht mehr möglich ist (nur noch Fairness oder gemeinsamer Profit möglich) → Bias fast weg - Wenn man die Teilnehmer dazu zwingt, sich in die andere Gruppe hineinzuversetzen (Perspektivenübernahme)
#### 4. Moderne Neurowissenschaft: Was passiert im Gehirn? - Van Bavel et al. (2008, 2011) – fMRT-Studie Zufällige Einteilung in „Leopard“- oder „Tiger“-Team. Nach 5 Minuten (!) bereits: - Stärkere Aktivität im medialen präfrontalen Kortex (mPFC) bei Gesichtern der eigenen Gruppe → „das sind Menschen wie ich“ - Weniger Amygdala-Aktivität bei eigenen Gruppenmitgliedern (weniger Bedrohung) - Rassische Gesichtskategorisierung (schwarz/weiß) verschwand komplett, wenn die Person das gleiche Team-Trikot trug! - Cikara et al. (2011) – Red Sox vs. Yankees Fans Bei extremen Rivalen: Schadenfreude (Aktivität im Nucleus accumbens) wenn der Outgroup-Fan im Scanner „Schmerzen“ bekam (harmlose Stromschläge im Experiment).
#### 5. Der ultimative Beweis, dass es wirklich „minimal“ geht Brewer & Silver (2000) und später Yamagishi & Kiyonari (2000) machten ein Experiment, bei dem: - Teilnehmer wussten, dass die Einteilung rein zufällig war - sie wussten, dass es nach dem Experiment keine Interaktion gibt - sie wussten, dass die andere Gruppe exakt dasselbe tut → Trotzdem immer noch signifikanter Ingroup-Bias! Das ist der Grund, warum viele sagen: „Das ist der hartnäckigste Effekt der gesamten Sozialpsychologie.“
#### 6. Praktische und erschreckende Anwendungen im echten Leben - Politische Kampagnen: Trump 2016 („Make America Great Again“-Caps = sofort sichtbare Minimal-Gruppe) - Fußball-Ultras: Schals und Farben reichen völlig aus - Schulen: Haus-Systeme (Harry Potter-Effekt) erzeugen oft jahrelange Loyalität - Militär: „Wir vom 3. Zug“ vs. „die vom 4. Zug“ – schon nach einer Woche Training starker Zusammenhalt und Spott gegen die anderen
#### 7. Die aktuellste Meta-Analyse (Stand 2024/2025) Thürmer et al. (2023) – über 300 Studien seit 1971 → Der durchschnittliche Effekt ist immer noch mittelstark (d ≈ 0.40–0.50) und hat sich in 50 Jahren kaum verändert, obwohl die Gesellschaft „toleranter“ geworden ist. Das bedeutet: Der Mechanismus sitzt extrem tief und ist weitgehend immun gegen Erziehung und politische Korrektheit.
#### Fazit in einem Satz Das Minimal-Group-Paradigma zeigt: Das menschliche Gehirn ist eine Gruppen-Maschine. Sobald es irgendwo eine Linie sieht – egal wie dünn oder sinnlos – verwandelt es diese Linie sofort in „Wir gegen die“. Wenn du jetzt noch richtig tief einsteigen willst, kann ich dir: - die originalen Tajfel-Matrizen als Bild schicken, - dir zeigen, wie man das heute in 10 Minuten online repliziert (es gibt öffentliche Demo-Versionen), - oder dir die stärksten Kritikpunkte und Gegenargumente nennen (es gibt nämlich auch ein paar!). Sag einfach, welche Richtung dich am meisten interessiert!
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### Kurze, klare Definition von „Bias“ im Kontext des Minimal-Group-Paradigmas Bias = systematische Bevorzugung der eigenen Gruppe (Ingroup) und/oder Benachteiligung der Fremdgruppe (Outgroup), obwohl es dafür keinerlei objektive, rationale oder persönliche Begründung gibt. Im MGP-Kontext misst man das konkret daran, dass die Teilnehmer bewusst mehr Punkte/Geld der eigenen Gruppe geben und/oder aktiv weniger der anderen Gruppe geben – selbst wenn sie dadurch insgesamt weniger Geld verteilen oder die eigene Gruppe absolut gesehen schlechter dasteht.
Jetzt weiter mit den wirklich faszinierenden und teilweise verstörenden Erweiterungen und Folgen:
### 8. Der Effekt funktioniert sogar, wenn die eigene Gruppe gar nicht profitiert – nur um die andere schlechter zu stellen Das nennt man „pure discrimination“ oder „spiteful behavior“. Beispiel aus einer Studie von Halevy et al. (2012): Teilnehmer konnten Geld verteilen oder sogar eigenes Geld opfern, nur damit die Outgroup weniger bekommt. Viele taten genau das – reines „Die sollen schlechter dastehen als wir“.
### 9. Kinder ab 3–4 Jahren zeigen das schon Bigler & Liben (2006), Dunham et al. (2011): Man teilt Kindergartenkinder zufällig rote oder blaue T-Shirts zu → sofort: - sie wollen nur noch mit „ihrer Farbe“ spielen - sie sagen, die eigene Farbe sei besser - sie erinnern sich besser an positive Dinge, die der eigenen Farbe passieren, und negative Dinge, die der anderen passieren Das heißt: Das „Wir/Sie“-Denken ist keine „kulturelle Erfindung“, sondern entwicklungspsychologisch extrem früh da.
### 10. Es lässt sich in Sekunden überschreiben – aber auch in Sekunden wieder aktivieren Kurzban, Tooby & Cosmides (2001) – das berühmte „Who said what?“-Paradigma - Teilnehmer sehen Fotos von jungen Männern mit unterschiedlicher Hautfarbe und unterschiedlichen farbigen T-Shirts. - Sie hören kurze Sätze von diesen Personen. - Danach sollen sie sagen „Wer hat was gesagt?“ Normalerweise merken sich Menschen die Hautfarbe extrem gut (Rassen-Bias). Aber: Sobald das T-Shirt (also eine willkürliche Koalitionsmarkierung) auffälliger gemacht wurde, verschwand der Rassen-Effekt fast komplett – die Leute merkten sich nur noch „der Gelbe“ vs. „der Blaue“. → Das Gehirn kann in Sekundenbruchteilen umschalten, welche Kategorie gerade „wir/sie“ definiert.
### 11. Der Effekt ist in Diktaturen und Völkermord-Propaganda direkt sichtbar Staub (1989), Moshman (2004): Bevor ein Genozid stattfindet, wird immer erst eine extrem klare, einfache, sichtbare Minimal-Kategorie geschaffen (gelber Stern, Hautfarbe, Stammesnarbe, Akzent, „Kokarde“, Armbinde usw.). Sobald diese Markierung existiert, läuft der Minimal-Group-Mechanismus auf Hochtouren – die Leute beginnen innerhalb von Tagen, die markierte Gruppe zu entmenschlichen.
### 12. Der stärkste bekannte Verstärker: gemeinsamer Feind + gemeinsames Schicksal Sherif (Robbers Cave) hatte schon gezeigt: Zwei Minimal-Gruppen hassen sich sofort. Aber sobald man ihnen einen gemeinsamen äußeren Feind oder ein gemeinsames großes Problem gibt (z. B. Wasserleitung kaputt, „feindliches“ Lager), verschmelzen sie sofort zu einer neuen „Wir“-Gruppe.
### 13. Die wichtigste offene Frage heute (2025) „Kann man den Effekt langfristig abschwächen?“ - Kontakt-Hypothese (Allport 1954) funktioniert nur unter sehr engen Bedingungen - Politische Korrektheit und Diversity-Training haben laut Meta-Analysen (Paluck et al., 2021) fast keinen Effekt auf den impliziten Minimal-Group-Bias -
Die einzige Methode, die wirklich robust funktioniert: wiederholte, echte, persönliche Freundschaften über die Gruppengrenze hinweg – aber das ist schwer skalierbar.
Wenn du willst, kann ich jetzt in eine der folgenden Richtungen weitergehen: - Wie man den Effekt im Alltag bewusst nutzt (Marketing, Team-Building, Politik) - Wie man ihn bewusst bekämpft (pädagogische Ansätze, die wirklich funktionieren) - Die stärksten Kritikpunkte am Paradigma (es gibt nämlich ein paar ernsthafte) - Oder direkt zu einem verwandten großen Thema springen (z. B. Dehumanisierung, Tribalismus in Social Media, Fußball-Hooliganismus usw.)
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Es fehlt ein Philosophen-Faden, in welchem der ganz Hegel-, Kant-, Schopenhauer und was weiß-ich-was-Bullshit erörtert wird.
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Ob Zukunft-Planer und Gestalter schon Ideen zur Lösung dieses Problems in den Schubladen haben?
Die Lösung gibt es längst: Man verleidet den Leuten das Kinderkriegen. Das ist nicht schwer, denn man hat weniger Mühe, wenn man das Kapital verfrühstückt, das die Eltern in einen investiert haben, als wenn man es an die nächste Generation weitergibt.
Man erzählt den Leuten, die Selbstverwirklichung liege in der Maloche, und das dort selbst! verdiente Geld öffne den Weg zum (Konsum-)Paradies. Die Vereinzelung und die Beziehungsunfähigkeit schreiten fort (die mittlere Haushaltsgröße sinkt fortwährend); das fördert den Konsum und vermindert den Nachwuchs. Symptomatisch ist das Gejammer der Alleinerziehenden: Wer hindert sie denn, sich zusammenzutun? Deshalb müssen sie ja nicht gleich lesbisch werden. Hier könnte ich noch lange weiter schreiben, und die meisten von Euch auch.
Schaut nach Japan, nach Südkorea, nach Europa, in alle entwickelten Länder: Es funktioniert überall. Schießt man übers Ziel hinaus, dann importiert man Menschen aus Ländern, wo sie billig wachsen. Die Zurichtung schafft man dann schon. Kollateralschäden sind hinzunehmen; wo gehobelt wird, da fallen Späne.
Gruß! Fritz
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Die Junge Freiheit hat das neue US-Papier zur Nationalen Sicherheitsstrategie übersetzt und eingestellt.
Ich bin noch nicht damit durch, aber natürlich geht es auch Trump um erhalt bzw. Wiederherstellung der US-Hegemonie mit Hilfe lokaler Vasallen (im Text als Partner bezeichnet).
Man wird das Papier bei den BRICS analysieren und dabei keine Überraschungen erleben.
https://jungefreiheit.de/polit…sa-im-deutschen-wortlaut/ -
Das Problem mit den BRICS ist, das das ein loser Haufen von Staaten mit jeweils eigenen Interessen ist, keine wirkliche Organisation.
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Je enger der Haufen zusammengeschweißt ist, umso mehr werden die Starken von den Shitholes mit runtergezogen.
Und umso eher besteht die Gefahr, dass so etwas wie die EU entsteht, wo es letztendlich nur noch um Macht, Korruption und Selbstbereicherung geht.
Das gemeinsame Interesse besteht darin, nicht von den Yankees ge**ckt zu werden, und das ist eine starke und auch immer noch sehr aktuelle Motivation. -
Die Junge Freiheit hat das neue US-Papier zur Nationalen Sicherheitsstrategie übersetzt und eingestellt.
Ich bin noch nicht damit durch, aber natürlich geht es auch Trump um erhalt bzw. Wiederherstellung der US-Hegemonie mit Hilfe lokaler Vasallen (im Text als Partner bezeichnet).
Man wird das Papier bei den BRICS analysieren und dabei keine Überraschungen erleben.
https://jungefreiheit.de/polit…sa-im-deutschen-wortlaut/Ziemlich selbstbewußt.
Kurzer Überblick:
Für die Schaffung globalen Friedens reicht der persönliche Einfluss und das Erscheinen des Präsidenten; die wirtschaftlichen und politischen Ambitionen werden durch die Trump-Ergänzung zur Monroe-Doktrin aktualisiert und verbessert; die gleichberechtigte Interaktion wird durch Verhinderung dominanter Gegner der USA erreicht; der Dollar als Welt- und Reservewährung wird gestärkt; Macht durch Stärke und Dominanz sind grundlegende Prinzipien.
Hab ich was vergessen?
Grüße Bb
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Es fehlt ein Philosophen-Faden, in welchem der ganz Hegel-, Kant-, Schopenhauer und was weiß-ich-was-Bullshit erörtert wird.
Ist in Arbeit, alle können teilnehmen.
Bis dahin,
Grüße Bb
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Alles anzeigen
Er ist wohl der Chef-Ideologe des WEF und als solcher natürlich ein sehr begehrter Mann bei seinem heimischen Geheimdienst und ggf. auch bei anderen. Jesuit, würde ich schätzen. Harari ist von der dunklen Seite der Macht und einer der wenigen, die das nicht einmal zu vertuschen.suchen.
Falsche Fragestellung. Es dauert schlicht zu lange, wenn es irgendwann eine richtige, gefährliche Pandemie geben sollte. Für Medikamente sieht es ungefähr so aus:
Präklinische Forschung (Labor & Tierversuche): 3-6 Jahre 6 Monate
Phase I (Gesunde, Sicherheit/Dosierung): ~1 Jahr 3 Monate
Phase II (Erste Patienten, Wirksamkeit & Nebenwirkungen): ~2 Jahre 1,5 Jahre
Phase III (Große Patientengruppen, entscheidend für Zulassung): 3-7 Jahre (hier fallen die ersten Langzeitdaten an) 3 Jahre
Zulassungsverfahren (bei Behörden): 0,5-2 Jahre 1 Woche
➔ Gesamtdauer bis zur Markteinführung: 10-15 Jahre mindestens 5 Jahre
In Rot eine grobe Schätzung, auf wie viel man die Phasen notfalls im besten und günstigsten Fall reduzieren könnte. Das ist alles sehr optimistisch geschätzt. Bei COVID wurde ja durch und durch nur geschummelt, vermutlich hatte man die sog. Impfstoffe schon vorher entwickelt. Und beim HIV-Impfsstoff sind wir nach 4 Jahrzehnten immer noch in der präklinischen Phase

Wer sagt das bei " dem " richtigen Virus nicht geschummelt wird. Der Virus ist fertig und die Impfung auch. Es geht darum, dass so gut wie niemand sich mehr impfen lassen würde. Der perfekte Moment für die Reduzierung der Bevölkerung. Über die Corona Impfung ist das einfach zu auffällig, wenn jetzt zu viele über die Wupper gehen würden. Jeder wüsste warum, dass kann nicht im Interesse der Planer sein.
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Freisetzung des echten Killervirus mit der Intention, dass den dann die meisten nicht mehr ernst nehmen habe ich immer noch auf dem Schirm.
Das heißt es sehr wachsame Antennen zu haben.
Verharmlosung durch Regierungen und MSM, ähnliche wie es Anfang 2020 noch der Fall war, könnte ein Indiz sein.
Oder maximales Panikorchester, in dem Wissen das sich viele dann erst recht nicht an Vorsichtsmaßnahmen halten.
Es gehört sicher auch Glück dazu, die Anfangsphase zu überstehen.
Rechnen muss man damit. -
Wer sagt das bei " dem " richtigen Virus nicht geschummelt wird. Der Virus ist fertig und die Impfung auch. Es geht darum, dass so gut wie niemand sich mehr impfen lassen würde. Der perfekte Moment für die Reduzierung der Bevölkerung. Über die Corona Impfung ist das einfach zu auffällig,
Freisetzung des echten Killervirus mit der Intention, dass den dann die meisten nicht mehr ernst nehmen habe ich immer noch auf dem Schirm.
Echt jetzt?
Um einen echten Virus loszulassen, hätte man keine Fake-Pandemie gebraucht! Von hinten durch die Brust ins Auge, so ungefähr.
Einfach los lassen und gut ist.
Meine Lieblings-VT in Verbindung mit Covid bleibt der Wunsch das ewige Leben zu erreichen über Gentechnik, die noch sehr verbesserungswürdig ist, daher noch sehr viele Laborratten benötigt.
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Alles anzeigen
Echt jetzt?
Um einen echten Virus loszulassen, hätte man keine Fake-Pandemie gebraucht! Von hinten durch die Brust ins Auge, so ungefähr.
Einfach los lassen und gut ist.
Meine Lieblings-VT in Verbindung mit Covid bleibt der Wunsch das ewige Leben zu erreichen über Gentechnik, die noch sehr verbesserungswürdig ist, daher noch sehr viele Laborratten benötigt.
Ewiges Leben? Ernsthaft?
So Highlandermäßig…
Cool.
Grüße Bb
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Ewiges Leben? Ernsthaft?
So Highlandermäßig…
Cool.
Grüße Bb
Na, wenn du Multi-Milliardär oder Billionär wärst, was würdest du noch wollen?
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Och, ich glaub ich würd alle möglichen Fächer studieren. Ich hab Spaß am lernen und lesen. Meine erste Bibliothek hatte ich mit 11 Jahren durch, die Stadtteilbibliothek in Duisburg Wanheimerort.
Wenn man einmal verstanden hat, daß lernen umso leichter fällt, je mehr man weiß, dann ist das wie ein Sog. Besonders wenn man mit dem Gelernten noch was anfangen kann. Nichts ist schöner als eine gepflegte Diskussion/Unterhaltung auf höherem Niveau als StaatsTV oder Politschranzenkneipengelaber.
Findet sich leider viel zu selten.
Oder ich mach einen Debattierclub auf, mit Blauer Kakadu mäßigem Service, halt für allseits gehobene Ansprüche.
Aber ewig leben…
Mich würds ja nicht stören, wenn ich der Welt auf den Geist gehe, aber umgekehrt wäre ein Problem.
Das Leben ist schön und gerade durch seine Begrenztheit wird der Moment erst wertvoll.
Grüße Bb
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Meine erste Bibliothek hatte ich mit 11 Jahren durch,
Dito, da waren die Abteilungen Jugend/Erwachsenenbücher noch getrennt. Der Bibliothekar hat mich dann abgefragt, als ich sagte „habe die Jugendbibliothek durch“ - dann bekam ich den heiss ersehnten Erwachsenenausweis🥰
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Jaa, genau.😃
Nach durchlesen aller Kinderbücher und mehrmaligem Konsum meiner Lieblingsschmöker bin ich auch ins Erwachsenenabteil gewechselt.
Extra dafür musste mein Vater mitkommen und mir eine schriftliche Bestätigung ausstellen daß ich das durfte. 🍬
Grüße Bb
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"Virus"...
Es sollte doch mittlerweile Allgemeinwissen sein, dass es keine Viren gibt. Das ganze ist eine fragwürdige Theorie, die mit allem Möglichen gestützt wird, nur nicht mit wissenschaftlich einwandfreier Methodik. Computeralignments, wo 99% der "Gensubstanz" zu einer "Genprobe" dazugedichtet werden... Und darauf basierend dann irgend eine Giftbrühe teuer verkauft wird.
Moderner Hokuspokus und das übliche Spiel mit der Angst!
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