Also bei mir auf der Albhochfläche haben wir seit November überwiegend bedecktes oder nebliges Wetter. Die Temperaturen bewegen sich in der Regel zwischen -5° und +5° C. Einige Ausnahmen gab es z.B. am Samstag vor einer Woche und auch gestern und vorgestern, als einigermaßen die Sonne durchkam und die Temperaturen auf 8-10° C gestiegen sind. Sobald es bedeckt oder neblig ist, geht auch kein Wind. Aufgrund des Umstandes, dass keine Sonne rauskommt, läuft der Brenner viel öfter als bei Sonnenschein, weil die Fenster auf der Südseite bei Sonnenschein gewaltig mitheizen und durch Verschleppung auch die Räume auf der Nordseite mitwärmen. Man merkt es an den Heizkörpern, die sind dann deutlich kühler und der Betriebsstundenzähler am Kessel rennt auch nicht so schnell. Daher behaupte ich mal, dass ich bei -10° C und Sonnenschein, deutlich weniger heizen muss als bei 0° C und Nebel.
Ja, die Sonne ist eine große Kraft, die bei ungedämmten Massivwänden einen mehr als signifikanten Einfluss auf den Heizenergiebedarf hat.
Der gute Prof. Rauch hat das zu seinen Lebzeiten auf seiner Webseite schön herausgearbeitet und auch die Formeln sowie einen Rechner für den himmelsrichtungsabhängigen effektiven U-Wert erstellt.
Wer Interesse hat, wie gut seine Hauswände tatsächlich sind, wird hier fündig:
Der effektive Wärmedurchgangskoeffizient
Ich habe einige Jahre Energiebedarfsrechnungen gemacht, und die Rechnung nach DIN kam im Fall von ungedämmten Massivbauten nie hin. Der tatsächlich verheizte Brennstoff lag immer weit (30-50%) unter dem Wert, der nach Norm berechnet wurde.
Irgend wann kristallisierte es sich heraus, dass es weniger das Nutzerverhalten oder fehlerhafte Eingangsdaten (unbekannte Lambdawerte des Gemäuers) waren als viel mehr das nicht Einbeziehen der Sonne, die diese Diskrepanz verursachte.
Man kann die Klassifizierung der Energieausweise also speziell bei solchen Bauten in die Tonne kloppen. Die machen das ältere ungedämmte Ziegelhaus viel schlechter als es ist. Und es ist ausdrücklich verboten, effektive U-Werte zu verwenden, um die Energieeffizienzklasse zu errechnen.
Imho gewollt, um Dämmung zu verkaufen oder wie gestern beschlossen über die CO2 Bepreisung abzuzocken.
Da wird also locker flockig ein Verfahren aus 1920 für Heizungsinstallateure zur Berechnung der benötigten maximalen Heizleistung (immer sehr dunkel und sehr kalt) rückwärts angewandt um auf die Dämmfähigkeit von Häusern zu schließen.
Das grenzt im Grunde an Wissenschaftsbetrug! ![]()