Russland rettet sich im Goldrausch aus finanzmarktwelt.de
Oft wird behauptet, die USA würden den Ölpreis gezielt nach unten manipulieren, um geopolitische Gegner wie Russland wirtschaftlich unter Druck zu setzen. Zwar haben die USA durchaus Instrumente, die auf den Ölmarkt wirken können – etwa strategische Reserven, Förderpolitik oder politischen Einfluss auf Partnerländer –, doch der Ölpreis entsteht letztlich aus einem komplexen Zusammenspiel von Angebot, Nachfrage, Finanzmärkten und globaler Konjunktur. Von einer einfachen, direkten Steuerung kann daher kaum die Rede sein.
Ähnlich verhält es sich mit der These, Russland, China und Indien könnten im Gegenzug den Goldpreis gezielt nach oben treiben. Zwar ist es richtig, dass diese Länder in den letzten Jahren ihre Goldreserven ausgebaut haben, doch der globale Goldmarkt ist groß, liquide und von vielen Akteuren geprägt. Einzelne Staaten können Trends beeinflussen, aber keine dauerhafte Preismanipulation erzwingen.
Häufig wird in diesem Zusammenhang auf die Zeit um 1980 verwiesen, als die Sowjetunion versuchte, sich über Rohstofferlöse – insbesondere aus Öl und Gold – wirtschaftlich zu stabilisieren. Rückblickend zeigt sich jedoch, dass diese Maßnahmen strukturelle Probleme lediglich überdeckten. Sie konnten den Zerfall des Systems verzögern, aber nicht verhindern. Der Zusammenbruch 1989 macht deutlich, dass Marktmechanismen und wirtschaftliche Realitäten langfristig stärker wirken als vermeintliche Preismanipulationen.