Gibt für diese Vermutung Pendants in der Natur?
Ich glaube nicht.
Brennstoff und Sprengstoff sind nicht genau analog, weil beim einen der Sauerstoff von aussen zugeführt wird und beim anderen das Oxydationsmittel schon IM Sprengstoff enthalten ist. Aber die Kettenreaktionen, ob nun zur Energiegewinnung oder als Waffe, basieren auf den genau gleichen Kernreaktionen. Im AKW trifft ungefähr ein Neutron aus einem Zerfall einen weiteren Atomkern, der dadurch auch gespaltet wird, in einer A-Bombe sind es 2 oder mehr. Also etwa so, als wäre eine grosse Halle mit Mausefallen voll, die alle zwei oder drei Ping-Pong-Bälle geladen haben, aber natürlich sehr viel schneller.
Die physikalischen Prozesse sind bekannt und lassen sich berechnen. Beim Zerfall von Uran235-Atomen werden Neutronen frei, welche ihrerseits jeweils einen weiteren Kern spalten können. Der Hauptanteil im natürlichen Uran, das Uran238, absorbiert hingegen Neutronen, ohne zu zerfallen, darum muss das Uran hoch angereichert werden, um eine unkontrollierte Kettenreaktion, also Explosion, auslösen zu können.
Ist die Masse des Spaltmaterials kleiner als die kritische Masse, reagiert statistisch weniger als 1 ausgestossenes Neutron mit einem weiteren Kern (der Rest verlässt den kompakten Klumpen, ohne auf einen Atomkern zu treffen) und es findet keine Kettenreaktion statt. Man kennt die Radien der Atomkerne sehr genau und auch die Konzentration, also den Grad der Anreicherung. Und dann wird einfach gerechnet, viel gerechnet.