Das zeigt eben, dass die entsprechenden Modelle für Kursbewegungen nicht allgemeingültig sind. Für "normale" Zeiten mag es stimmen das die Kursbewegungen normalverteilt sind (so wie z.B. auch die Brownsche Molekularbewegung). Es gibt aber auch disruptive Zeiten (Schwarze-Schwan-Ereignisse, Short Squeezes, Kursmanipulationen, ...) und da gelten solche Modelle, die mit der Normalverteilung arbeiten, eben nicht mehr. Man spricht da von Fat Tails: Während ein 10-Sigma-Ereignis in der Normalverteilung statistisch nur alle paar Milliarden Jahre vorkommen sollte, erlebt man solche Sprünge an der Börse alle paar Jahrzehnte.
Das ist an den Finanzmärkten schon ein alter Hut. Aus der Normalverteilung (genauer: Lognormalverteilung) kann man z.B. aus den Preisen von Put- oder Call-Optionen jeweils eine implizite (rechnerische) Volatilität bestimmen, über das Formelwerk von Black-Scholes. Je weiter eine Option vom Ausübungspreis entfernt ist, umso höher ist üblicherweise diese implizite Vola, dies wird im Fachjargon "volatility slope" genannt.
Die Profis sehen diese implizite Vola als wesentlichen Teil der Optionspreisbewertung in jedem Bloomberg-Terminal, die Dilettanten (Privatzocker) auf ihren blinkenden Bildschirmen nicht
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