Der digitale Euro kommt: Im November starten die Vorbereitungen
Zwei Jahre haben Notenbanker darüber beraten, wie ein neuer, digitaler Euro aussehen könnte. Heute hat die EZB entschieden, mit den Vorbereitungen für das Zentralbankgeld in digitaler Form zu beginnen.
„Wir müssen unsere Währung auf die Zukunft vorbereiten“, so EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Der digitale Euro sei eine digitale Form von Bargeld, mit der sämtliche digitalen Zahlungen kostenlos möglich und dabei höchsten Datenschutzstandards erfüllt sein sollen.
EZB will ein Höchstmaß an Privatsphäre gewährleisten
Ende Juni hat die EU-Kommission
ihren Gesetzesentwurf zum digitalen Euro vorgelegt. Parlament und Mitgliedsländer müssen dem Vorhaben noch zustimmen. Neben Münzen und Scheinen sollen Menschen in der EU zukünftig auch eine digitale Variante des Euro erhalten können. Er soll für Einkäufe in Geschäften oder Onlineshops sowie für Zahlungen zwischen Privatpersonen nutzbar sein.
Der EZB-Beschluss von Mittwoch folgt auf eine über zweijährige Untersuchungsphase, in der die Währungshüter ein Konzept für den digitalen Euro entworfen haben. Demnach soll er für sämtliche digitalen Zahlungen im gesamten Euroraum genutzt werden können. Die grundlegende Nutzung soll dabei kostenlos sein und sowohl online als auch offline erfolgen können. Entweder via App oder über eine physische Karte.
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Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank
Bis es so weit ist wird es allerdings noch dauern. Das Zentralbankgeld in digitaler Form wird nach Einschätzung von Fachleuten frühestens ab 2026 eingeführt werden können. Bundesbank-Präsidenten Joachim Nagel sagte im Juli, er rechne damit „dass wir in vier bis fünf Jahren mit dem digitalen Euro bezahlen können.“
Auslöser für den Vorstoß der EU-Kommission sind geänderte Zahlungsgewohnheiten. Es wird immer weniger Bargeld genutzt.
Der digitale Euro soll dabei allerdings lediglich eine zusätzliche Zahlungsmöglichkeit sein. Sowohl die Währungshüter der EZB als auch die EU-Kommission betonten immer wieder, er solle Euroscheine und -münzen nicht ersetzen, sondern ergänzen
. Zur Verbesserung des Zugangs sowie der Akzeptanz von Bargeld legte die Kommission zeitgleich ein weiteres Gesetz vor. Bürgerinnen und Bürger könnten dann auch „weiterhin zwischen Bargeld, privaten digitalen Zahlungen oder dem digitalen Euro wählen“, so Kommissarin McGuinness.
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Bargeld trotz Corona häufigstes Zahlungsmittel
Sechs von Zehn Transaktionen in Deutschland wurden 2020 mittels Bargeldes getätigt. Das ergab eine Erhebung der deutschen Bundesbank zum Zahlungsverhalten der Bürger im vergangenen Jahr. Trotz coronabedingter Kontaktbeschränkungen hatte Bargeld immer noch einen Anteil von 60 Prozent an allen Transaktionen. Wie die Statista-Grafik zeigt, kommen Debitkarten auf 23 Prozent, Kreditkarten auf sechs Prozent und Überweisungen sowie Lastschriftverfahren machten fünf Prozent aus.
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