Wie ich in einem meiner früheren Beiträge erwähnt habe, ist die Immobilienkrise in China das langsame Abwickeln des größten Kreditmotors der modernen Geschichte. Die neuesten Daten zeigen, dass die Immobilienpreise in allen 70 großen Städten zum 29. Monat in Folge fallen, wobei sowohl neue als auch gebrauchte Wohnungen im schnellsten Tempo seit einem Jahr an Wert verlieren. Das ist wichtig, weil Immobilien die Grundlage des Wohlstands der Haushalte, der Einnahmen der lokalen Regierungen und der Bankensicherheiten in China bilden. Wenn die Immobilienpreise fallen, zieht sich das gesamte Finanzsystem mit ihnen zusammen.
Was passiert, ist eine klassische Bilanzdeflation. Mit sinkenden Immobilienwerten fühlen sich die Haushalte ärmer und reduzieren ihre Ausgaben. Banken, die mit schwächeren Sicherheiten konfrontiert sind, beschränken die Kreditvergabe an Verbraucher und Bauträger. Lokale Regierungen, die stark von Grundstücksverkäufen abhängen, verlieren Einnahmen und kürzen ihre Ausgaben, gerade wenn der private Sektor bereits spart. Jedes Glied in dieser Kette verstärkt das nächste, die Preise fallen, die Kreditvergabe verlangsamt sich, die Ersparnisse steigen – genau die Dynamik, in die Japan in den 1990er Jahren geriet.
Deshalb versucht China, sich durch Exporte aus der Deflation zu befreien. Binnenkonjunkturprogramme bergen das Risiko von Kapitalflucht und einer Schwächung des Yuan, aber Exporte ermöglichen es Peking, überschüssige Kapazitäten ins Ausland zu lenken, ohne die interne Verschuldung zu erhöhen. Deshalb sehen wir Rekordproduktionen und Preissenkungen bei Elektrofahrzeugen, Solarpaneelen und Industriegütern: Es ist ein Versuch, die Fabriken am Laufen zu halten und die Beschäftigung stabil zu halten, während die inländischen Verbraucher zurückhaltender werden. Tatsächlich verwandelt China seine interne Deflation in externe Disinflation, indem es billige Waren exportiert, um die eigene Wirtschaft zu stabilisieren, auch wenn das bedeutet, Preisdruck auf den Rest der Welt zu übertragen.
Das Problem ist, dass diese Strategie nur funktioniert, wenn die globale Nachfrage stark bleibt. Doch der Westen verlangsamt sich, Handelsspannungen nehmen zu, und andere Nationen beginnen, sich durch Zölle und Industriepolitik zu wehren. Während China also seinen inländischen Rückgang durch Exporte verlangsamen kann, entkommt es der Schwerkraft eines schrumpfenden Immobiliensektors nicht für immer. Der Immobilienabschwung ist das Zentrum einer globalen Disinflationsschleife, die bereits Handel, Preise und Politik weltweit umgestaltet.